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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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3. Sonntag im Jahreskreis (C), 24. Jänner 2016

25/01/2016 


 Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Wir sind Flüchtlinge. Exilanten. Fremde. Wir leben alle nicht mehr im Land unserer Kindheit. Auch die, die jetzt noch Kinder sind, werden schon bald ihre Heimat nicht mehr finden. Der Weltgeist vertreibt uns. Weg vom Vertrauten, hin zu immer Neuem, Fremdem.

Die Alten hier erinnern sich: Früher, da gab es in Mailberg viel harte körperliche Arbeit. Heute weiß keiner mehr, was das ist. Es gab weniger Geld; es gab sogar Krieg und schlechte Zeiten. Aber eine stabile Ordnung; draußen und in den Köpfen. Damals sah Heimat so aus. Immer gleich. Diese Ordnung gab Halt. Sie konnte aber auch ein Gefängnis sein.

Die Lesung spricht heute von jenen Tagen, als die Juden aus dem Exil in der babylonischen Gefangenschaft heimkehren durften. Zwei, drei Generationen hatten in der Fremde gelebt – und sich der Fremde angepasst. Wie das immer läuft. So bestand die Gefahr, dass die jüdische Kultur und der Glaube immer dünner wurden und schließlich verschwanden. Dass am Schluss nicht mehr ein Volk ist, keine Gemeinschaft, sondern nur noch Einzelne.

Der Statthalter Nehemia und der Priester Esra erkannten diese Gefahr. Deswegen machten sie die Rückkehr in die Heimat zu einem Fest, einem Gottesdienst, einem Unterricht im Glauben. So gaben sie ihrem Volk seine Identität. Die Leute konnten sich sagen: Unser Glaube, das sind wir. Das ist unsere Geschichte und unsere Zukunft. Unser Glaube ist unsere Heimat, egal, wo wir sind.

In Zeiten, wo vom Land und der Kultur so gut wie alles sich verändert und verloren geht, ist der Glaube mit seinen Bräuchen die letzte Art von Heimat. Und die beste. Denn der Glauben bietet beides: Freiheit und Geborgenheit.

Äußerlich ähnelt der Vorgang, den die Lesung beschreibt, bis ins Detail unserer Messe; genauer: dem Wortgottesdienst: Eine oder einer aus der Gemeinde trägt das Wort Gottes vor, die anderen hören aufmerksam zu. Dann wird das Wort Gottes erklärt. „Das ganze Volk lauschte auf das Buch des Gesetzes“, heißt es. Und: „Sie verneigten sich, warfen sich vor dem Herrn nieder“ – weil diese Menschen verstanden, dass da nicht irgendetwas vorgelesen wurde, sondern dass da Gott selbst zu hören war.

Wir sind also in jeder Hinsicht in einer ähnlichen Situation wie die Leute, von denen die Lesung erzählt. Auch wir sind in der Gefahr, unsere Heimat nicht wieder zu finden – und kommen hier zusammen, um im Glauben einen anderen, neuen Halt zu finden. Wir kommen zusammen wie die Menschen vor 2500 Jahren – und es funktioniert! Hier in der Kirche spüren wir immer wieder: Wir sind ein (heiliges) Volk. Wir glauben, – und nicht irgendetwas: Wir kennen unseren Glauben. Wir teilen Gefühle und Erfahrungen; wir feiern zusammen. Wir feiern, weil wir den Glauben lieben und die Kirche (das ist es, was denen fehlt, die nicht in die Kirche gehen: Sie lieben den Glauben nicht).

Wir sind hier beisammen wie die Juden, wie die ersten Christen, wie Katholiken überall auf der weiten Welt – und bilden unseren Glauben und unsere Heimat.

Mehr noch: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, sagt Jesus den Jüngern beim Letzten Abendmahl. Wir erfüllen hier also seinen Auftrag.

Und als Jesus sagte „tut dies zu meinem Gedächtnis“, setzte er nicht hinzu „wenn ihr mögt; wenn ihr Zeit habt; wenn euch danach ist; ganz wie ihr wollt.“ Er nahm auch nicht irgendetwas, sondern Brot und Wein; er sprach nicht irgendetwas, sondern „Das ist mein Leib“. Und dann: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Wir kommen hierher, weil wir Christen sind: Frauen und Männer, die zu Christus gehören. Ohne diesen Moment am Sonntag kann keiner Christ sein. Weil der Glaube sich verflüchtigt, wenn er nicht geübt, vertieft, neu belebt wird.

Ich sage Ihnen das, damit Sie wissen, was Sie antworten können, wenn einer im Büro oder im Dorf Sie fragt: „Warum gehst du eigentlich in die Kirche?“ – Antwort: Weil Jesus es so wollte. „Tut dies zu meinem Andenken.“

Sie müssen nicht herumlaufen und ungefragt Leute missionieren; aber Sie sollen den Mut haben, Antworten zu geben, wenn Sie gefragt werden.

„Tut dies zu meinem Andenken.“ Das ist der tiefste Grund, zur Messe zu kommen. Und zu wissen: Gott ist da. Hier haben wir Halt und Lebendigkeit.

Stärke, das muss hier zu spüren sein: „Macht euch keine Sorgen, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“, heißt es in der Lesung.

Weil alles hier so tief geht, so ans Herz geht, wenn es eine gute Messe ist, verstehen wir auch, dass es in der Lesung heißt: „Alle Leute weinten nämlich, als sie die Worte des Gesetzes hörten.“ Diese Menschen glaubten aus dem heißen Herzen heraus.

Seien Sie nicht kalt!

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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