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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Taufe des Herrn 2016

19/01/2016 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Hl. Geistes

Zu wem stellt er sich da? – Jesus stellt sich nicht zu den Besseren; er geht zu den Schlechteren. Er tut, was nur Sünder tun: Er lässt sich taufen. Die Taufe ist nicht für die, die okay sind… Die Taufe ist für schlechte Menschen, die auf Gott hoffen. Bedenken Sie, wer sich da am Jordan sammelt: die, die erkannt haben, dass sie ihr Leben ändern müssen. Weil es nicht gut war.

Wer das spürt: Ich bin in Gefahr, mein Leben zu verpfuschen; ich bin dabei, mich innerlich zugrunde zu richten, ein Scheintoter zu werden oder ein Kotzbrocken, wer das spürt, ist in einer Krise. Schwach, unsicher. Er fragt sich: Was wird da kommen? Sehe ich richtig? Werden die Kräfte reichen? Gibt es noch eine Chance für mich?

Und dann noch das: Wer zugibt, mein Leben war nicht gut, bis jetzt, der macht sich verletzlich. Die anderen stehen schon bereit: die Starken, Tadellosen, Selbstsicheren. Die, die nie einen Fehler machen; die in den letzten zehn Jahren nie jemanden um Verzeihung gebeten haben; die nie ein schlechtes Gewissen hatten; sie alle sind sofort da und sehen auf den peinlichen Schwächling herab. Das macht einen ja noch stärker: Sagen zu können, ich bin besser als der da! Solche Menschen meiden den, der in einer Krise ist. Die gehen nicht hinunter ans schlammige Flussufer. Sie bleiben oben stehen und schauen nur zu. Vielleicht lächeln sie. Aber ohne Mitgefühl.

Wer in einer Krise ist, wer sein Leben ändern muss, der braucht einen, der ihm sagt: Ich bin bei dir. Ja, du hast Fehler gemacht, aber ich bleibe bei dir, ich gehe nicht weg. Ich stelle mich nicht hinauf, um nicht schmutzig werden, in schlechten Ruf zu geraten, wenn ich mit einem wie dir gesehen werde. Jesus bleibt nicht droben. Er kommt herunter zu dir.

Die Taufe Jesu am Jordan versteht der, der zugeben kann, dass er geliebt werden will; der zugeben kann, dass er Angst hat, die Liebe seines Lebens, die Liebe seiner Kinder oder meinetwegen seines Vereines zu verlieren. Das Fest der Taufe Jesu kann der feiern, der Schuld kennt, ein Gewissen hat – und die Sehnsucht, mit Gott gut zu sein. Wer verstanden hat und – wenigstens vor sich selbst – zugeben kann, dass er sich tatsächlich wünscht, brennend tief wünscht, öffentlich, „im Angesicht der ganzen Schöpfung“, anerkannt zu werden, der hat verstanden, worum es im Leben mit Gott geht: Himmel, das bedeutet, öffentlich zur Kenntnis genommen werden, gelobt zu werden durch Gott selbst. Mehr kann ein Mensch nicht wollen. Der Weg dorthin geht über Jesus.

 

Jesus kommt uns nahe, wenn er sich in eine Reihe mit all den Gescheiterten stellt, die da zu Johannes kommen. Jesus kommt uns wieder nahe, wenn er am Kreuz hängt. So wie wir an unsere Kreuze genagelt sind, jeder an seines. Jesus ist da – eine immense, gute Nähe.

Jesus nimmt in seiner Taufe unser Leben an – und fängt an, es zu erlösen. Er akzeptiert alles das, was wir auch akzeptieren müssen – um uns dann von den alten Gesetzen zu befreien. In seiner Taufe wurde das Wasser rein, nicht er. Das von der Macht Jesu gereinigte Wasser hat die Kraft, uns zu taufen und zu heilen. An seinem Kreuz bleibt er nicht das Opfer, sondern er verwandelt das Leiden in etwas, das gut machen kann. Jesus Kraft kommt durch die Sakramente – Taufe, Kommunion – bis herauf zu uns. Wir werden erlöst.

Und das heißt: Wir müssen nicht meinen, wird bräuchten niemanden und keine Liebe. Wir müssen auch nicht kindisch sein und uns pausenlos Bestätigung von allen Seiten wünschen. Wir können einfach unser Leben so zu führen, dass es in die Herrlichkeit mündet. Dass es bekräftigt werden kann durch Gott, den Liebenden, der immer zuerst liebt. Wir können mit der Kraft Jesu so leben, dass Gott einmal im Angesicht der ganzen Schöpfung sagen und bewirken kann: Es ist herrlich, dass du der bist, der du bist.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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