Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Aktuelles

Freitag der 3. Osterwoche 2026

24/04/2026 


Die Predigt zum Anhören

Freitag der 3. Osterwoche 2026 (Joh 6,53)
Predigt in Hafenlohr am 24. April 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Die Erstkommunion wird mit großem Aufwand gefeiert, noch immer. Eltern, die an Ostern – Fest der Auferstehung Jesu von den Toten, wichtigstes Fest der Christen – Eltern, die an Ostern nicht zur Kirche kommen, die Gemeinde also nicht unterstützen, sind acht Tage später alle in der Kirche versammelt, um ihr Kind zu feiern. Ihr Kind – und ganz bestimmt nicht Christus. Warum ist das so?

Sie hier gehen alle oder fast alle zur Kommunion, in jeder Messe. Aber warum? Warum ist das so?

In den Wochen nach Ostern denkt die Kirche immer und immer wieder über die Evangelien nach, in denen es um die Eucharistie geht, also um Brot, Blut, Leben. Das sechste Kapitel des Johannesevangeliums enthält die wichtigsten Texte dazu. Heute heißt es da: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.“

Es wird also entfaltet und erklärt, was Jesus beim Letzten Abendmahl tat und was die Kirche in jeder Messe tut; was Sie tun, wenn Sie die Kommunion empfangen; was Ihre Kinder tun, wenn sie zum ersten Mal zur hl. Kommunion gehen: Sie essen das Fleisch des Menschensohnes. Wenn Sie den Kelch nehmen, trinken Sie sein Blut. – Die Juden waren außer sich, als sie dies das erste Mal hörten. Die Kommunionhelfer*innen sind in der Regel sehr gefasst, wenn ich ihnen den Kelch reiche und dazu sage: „Das Blut Christi!“ Dann nehmen sie diesen Kelch, sagen „Amen“, also „So ist es“ und trinken ihn leer. Erstaunlich, oder?

Sie merken selbst, wie seltsam schief das alles ist. Ich suche die Lösung und finde sie in den Texten selbst. „Dann habt ihr das Leben nicht in euch.“ Es geht also um das Leben. Hier müssen wir ansetzen. Ist aber schwierig.

Weil Sie nicht gerne leben. Das Leben lockt Sie nicht wirklich, das „ewige Leben“ schon gar nicht. Kinder leben gerne. Dass sie manchmal traurig sind oder Angst haben, nimmt ihnen nicht die Lebensfreude. Kinder können vor lauter Freude am Leben zwanzigmal laut schreiend um den Kaffeetisch rennen. Wir Erwachsenen tun das nicht, wir haben noch nicht mal Lust, das zu tun. Wenn Erwachsene wieder anfangen zu rennen, wird gleich ein Sport daraus mit Equipment, wenn sie mal wieder tanzen gehen, sieht es doof aus. Vielleicht weil wir längst gecheckt haben, dass das Leben richtig schwer sein kann und dass es zu Ende geht. Also misstrauen wir der Lebensfreude, also zucken wir bei der Osterbotschaft die Achseln. „Ja, schön wär’s…“ Aber mehr ist da nicht.

Der Evangelist Johannes überliefert das Wort Jesu: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben[1].“ Und wir sagen: „Och nö, Danke“ und genauso gehen wir zur Kommunion. Genauso wollen wir unsere Kommunionkinder. Wer wünscht sich ein Kommunionkind, das glüht vor Glauben, Frömmigkeit und Liebe zu Christus?

Stimmt, vom Leben Christi wie es wirklich ist, können wir uns gar keine Vorstellung machen. Wie sollten wir wissen, was das Leben des Auferstandenen ist? Das Leben Gottes? Deswegen ist das alles wirklich schwer zu glauben. Aber nähern können wir uns doch. Wir könnten verstehen, dass das Wort vom „Fleisch des Menschensohnes“, das wir essen, zuallererst ein Gleichnis ist. Nur die Jüngerinnen und Jünger Jesu können die Gleichnisse verstehen; die anderen bleiben draußen. Wir haben die vier Evangelien, wir können uns dem Jesus, von dem sie berichten, nähern.

Dann müsste uns doch mindestens dies aufgehen: Dieser Mann ist wirklich lebendig. Nicht Malle-Ballermann-lebendig, sondern ein Mensch, dessen Seele und Geist lebendig sind, also einfach, nicht verzwickt, / himmlisch statt niedrig, / entschlossen gut statt schief böse, / voll ruhiger Kraft statt lahm. In den Gesten Jesu, in seinen Worten, in den Heilungen, in den Wundern, in seiner Verklärung wird ein wenig (!!) deutlich, was dieses Leben ist. Für den Rest ist Ihr Glaube gefordert. Sind Sie bereit, Ihren Glauben zu geben?

Ohne Ihren Glauben geschieht: nichts. Rein gar nichts. Mit Ihrem Glauben könnten Sie entdecken, dass es eine Verbindung gibt zwischen Christus – der Kommunion – dem Leben und Ihnen. Das müssen Sie lernen: Ihre Kommunion mit dem Leben zu verbinden. Mit dem Leben des Auferstandenen. Dann empfangen Sie und die Kommunionkinder nicht eine Hostie, sondern den Auferstandenen. Das würde die Welt merken.

[1] Joh 10,10: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | E: smom@malteser.at

X