Donnerstag der 2. Fastenwoche
Donnerstag der 2. Fastenwoche (Jer 17,9) Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes Selbstvertrauen ist gut. Hätte ich Kinder, erzöge ich sie zu Frauen und Männern mit Selbstvertrauen. Niemals schüchtern, aber immer bescheiden. Nie laut, aber bestimmt. Fähig zu dienen und fähig zu herrschen. Selbstvertrauen ist also gut. Aber manchmal ist Selbstvertrauen auch dumm. „Arglistig ohnegleichen ist das Herz… Wer kann es ergründen?“ Dieses Wort der Lesung lehrt Sie, sich selbst auch einmal zu misstrauen. Nicht jede erste Regung ist gut, und was wie eine gute Tat aussieht, kommt vielleicht aus einem bösen Herzen. Sie sind zur Wahrheit verpflichtet: „Du sollst nicht lügen.“ Sie sind zum Guten verpflichtet. Denn Sie sind getauft. Also müssen Sie lernen, sich zu prüfen, denn nur so gelangen Sie vom Bösen zum Guten. Von selbst wird das nicht gehen. Stellen Sie also Ihre Gedanken und Taten zur Diskussion (wenn Sie schon nicht beichten gehen). Lernen Sie Selbstvertrauen, lernen Sie aber auch Selbstkritik. Gehen Sie gut um mit sich und seien Sie hart mit sich. Beides. Es braucht im Leben eine gewisse Schonungslosigkeit. Nicht allzu viel Rücksicht auf sich selbst! Die heitere Geringschätzung für sich selbst: Sie ist ein Zeichen der Stärke. Wer auch einmal über sich selbst hinweggehen kann, wird sich nicht von den Launen des Augenblicks jagen lassen. Er wird vielmehr bereit sein: Offenheit für Gott statt egoistischer Launen. Um dahin zu kommen, müssen Sie sich selbst misstrauen. Denn zunächst einmal lieben wir Menschen alles für uns, im Hinblick auf uns selbst. Wir freuen uns an unseren edlen Regungen; wenn wir Gutes tun, hoffen wir, dass die anderen uns bewundern. Uns! Das eigene Herz täuscht uns also. Es flüstert: „Wie gut du da warst!“ Dabei ging es doch nur um uns selbst. Wir tun gute Werke, aber nicht aus Liebe, sondern aus Eitelkeit, um gelobt, geachtet, geliebt zu werden. Was aber soll Gott, der die Liebe ist, mit lieblosen guten Werken anfangen? Sie bleiben Ihm fremd in Ewigkeit. Gott wird von uns nur das behalten, was aus Liebe geschah, wissen Sie das? Vielleicht bleibt nur sehr wenig von uns. Und wenn Sie gelernt haben, sich zu prüfen, was dann? Dann müssen Sie wieder damit aufhören. Sonst bleiben Sie ja bei sich selbst und werden nie aufbrechen. „Arglistig ist das Herz… Wer kann es ergründen?“ Das faule, selbstzufriedene Herz ist eine Falle. Faul ist der, der nichts angeht, alles lässt wie es ist. Sie müssen zweifeln, sich prüfen. Aber der Selbstzweifel ist ebenfalls eine Falle. Er kommt nämlich nie zur Gewissheit, weil wir uns selbst nie ganz durchschauen. Ich gebe es also auf, um mich zu kreisen und lasse Gott mein Leben ergreifen. Ich gebe zuerst die Trägheit auf und die Selbstzufriedenheit, dann die Kritik und den Zweifel. Ich lasse dieses undurchschaubare Herz von Gott ergreifen. Ich lasse Gott geschehen. Konkret bedeutet das: Abstand zu sich selbst, ruhig bleiben. Alles angeblich „Notwendige“ auch sein lassen können. Solcher Verzicht führt zu Gleichmut. Gleichmut, einfach weil wir nicht wissen können. „Arglistig ohnegleichen ist das Herz… Wer kann es ergründen?“ Nur Gott. Gleichmut bedeutet auch: Misstrauen Sie dem Ärger über die eigenen Fehler. Dahinter steckt Eigenliebe. Sie wollen toll sein, deswegen ärgern Sie sich über Ihre Fehler. Besser wäre es, Ihre Fehler würden Sie nicht ärgerlich machen, sondern kleiner. Und damit Gott größer. Gott die Macht geben. Jesus tut das auch: „Ich bin nicht gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 6,38). So sollten Sie Traurigkeit ebenso leben können wie Trost, Krankheit ebenso wie Gesundheit, Verachtung ebenso wie Ansehen. So ginge das Leben vorwärts in der ruhigen Gewissheit, in jedem Moment von Gott das Richtige zu erhalten. Was sollte Ihr Vater im Himmel Ihnen sonst geben, wenn nicht das gerade Richtige? Gott teilt zur rechten Zeit mit, was der Mensch lesen soll, wie er beten soll, wann er reden und wann er schweigen soll. Gott gibt Fingerzeige aller Art. Ein Leben von Augenblick zu Augenblick. – Manöver und Machenschaften sind für Herodes und die Pharisäer, die Weisen aus dem Morgenland folgen einfach dem Stern, ganz ruhig. Also die Grundfrage: Antworte ich Gott oder verweigere ich mich? Lasse ich mich von Gott ergreifen oder bleibe ich verkrümmt in mich selber? Aus dem Dilemma von Selbstvertrauen und Selbstkritik kann uns nur Gott erlösen. Gott macht, dass wir ihn lieben – durch die Liebe, die er uns ins Herz gibt. Dann geht das Herz auf und geht über sich hinaus. FÜRBITTEN Herr Jesus, lehre uns Dein Gottvertrauen. Dass wir wie Du dem Vater vertrauen: Stille. „Ich, der Herr, erforsche das Herz… um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient.“ „Es war einmal ein reicher Mann…“ „Vor der Tür … lag ein armer Mann…“ Wir beten um die richtigen Frauen und Männer im Pfarrgemeinderat. Wir beten für die Wahlen am kommenden Sonntag. Wir beten um Frieden in dieser Welt. Wir schenken Gott unsere Toten. Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. Die Predigt zum Download finden Sie hier!Die Predigt zum Anhören
Predigt in Marktheidenfeld St.-Laurentius am 04. März 2026
Herr Jesus, der Du einst jeden Menschen richten wirst: Sei uns bitte gnädig.
Wir beten für die Reichen dieser Erde: dass sie sich bekehren.
Wir beten für die Armen dieser Erde: dass sie Hoffnung schöpfen.
