Mittwoch der 2. Fastenwoche
Mittwoch der 2. Fastenwoche Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes Zorn. Schmerz und Traurigkeit. Kälte und ein Bruch: nichts davon. Nur ruhige Klarheit. So ist Jesus. Wieder denke ich: Der Jesus der Evangelien reagiert so wunderbar! So, wie ich es nie fertigbrächte. Im Evangelium geht es heute um die Apostel. Was sind Apostel? Nun, sie sind zusammen mit den anderen Jüngerinnen und Jüngern die ersten, die geglaubt haben. Sie sind die, von denen wir herkommen. Und die Apostel sind die Vorgänger unserer Bischöfe. Die Apostel begegnen Jesus hier dumm, herzlos, gierig, anmaßend. Doch er spricht weiter mit ihnen. Klar und ruhig. Er gibt nicht auf. Sie erinnern sich: „Ich bin bei euch alle Tage…“ Als sei es gleich, was wir tun. Jesus hat sich eine Blöße gegeben, er hat sich verwundbar gemacht. Jesus hat diesen Männern vertraut und sprach zu ihnen über sein Leiden und seinen Tod. Diese Männer rührt das null. Sie hören gar nicht zu, sie planen ihre Karriere, sie wollen Ehren und Macht, sie beäugen sich eifersüchtig, überschätzen sich total. Was für eine Bande! Hinter zwei von ihnen steht auch noch eine Frau, eine Mutter, der Jesus völlig gleichgültig ist, wenn nur ihre Buben gewinnen. Die Kirche, so war sie. Jesus hört sich alles an. Er stellt ein paar Dinge klar, aber weiter geht er auf den Blödsinn der Apostel nicht ein. Wunderbar! Drüberstehen, mit klarem Blick! Jesus spricht nun über die Macht, über das Herrschen und das Dienen. Im Grund sagt er diesen Männern: Wenn ihr zu mir gehören wollt, dann müsst ihr lernen, zu denken und zu handeln wie ich. Dann muss die Macht bei euch anders funktionieren als normalerweise. Ich bin der, der dient. Jesu sagt nicht: Ich helfe. Er sagt: Ich diene. Ich bin sicher, Sie alle sind hilfsbereit, Sie helfen, wo Hilfe gebraucht wird, Sie helfen im Großen wie im Kleinen. Sie helfen, an einem Werktag die Kirche zu füllen (das ist wirklich eine Hilfe!) und Sie helfen, die Gemeinde am Laufen zu halten. Doch Jesus dient. Von außen sehen Helfen und Dienen beinahe gleich aus. Aber innerlich macht es einen großen Unterschied. Wer hilft, packt an, fertig. Wer dient, beginnt mit einem Blick auf sich selbst. Er sieht sich anders. Er stellt sich nach unten, unter den, dem er dient. Wer dient, behauptet nichts, er wartet, er hört. Der Helfer checkt einfach die Situation; der Diener hört den anderen. Dann handelt er. So ist dieses Evangelium zuerst eine Lektion für unseren Alltag. Es geht um die Frage: Wie hält man was zusammen? Indem man unterscheidet zwischen unwichtig und wichtig. Vom weniger Wichtigen zum Wichtigen; von den unbeantwortbaren Fragen zu dem, was feststeht. Zu dem, was wirklich notwendig ist. Mit der Frage, wer einmal zu seiner Rechten sitzen wird, hält der Herr sich nicht auf. Wirklich wichtig ist es zu dienen. Jesus sagt den Apostel und der Kirche: Ich bleibe bei euch, auch wenn ihr widerlich und dumm seid. Und er sagt: Bleibt ihr bei mir, indem ihr dient wie ich diene. Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. Die Predigt zum Download finden Sie hier!Die Predigt zum Anhören
Predigt in Marktheidenfeld St.-Laurentius am 03. März 2026
