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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

30. Sonntag im Jahreskreis (A), 29. Oktober 2017

29/10/2017 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Von euch aus ist das Wort des Herrn nicht nur nach Mazedonien und Achaia gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden.“ Das war damals.

Und jetzt heute: „Von euch aus ist das Wort des Herrn aber nicht nur nach Obritz und Seefeld und nach Retz gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden.“ Wäre es nicht schön, wenn man das eines Tages von Mailberg sagen könnte?

Was viele nicht bedenken: Der Glaube ist von Natur aus dynamisch. Der Glaube bewirkt etwas; er verändert die Dinge. Mein Glaube verändert mich. Unechter Glaube bleibt hocken; echter Glaube kann das gar nicht: Er muss wirken. Deswegen ist es widernatürlich – gegen die Natur der Glaubens –, wenn nach einer Erstkommunion oder Firmung nichts weiter geht.

Paulus schreibt an die Christen in Thessaloniki: „Ihr habt das Wort mit Freude aufgenommen.“ So beginnt der Glaube.

Wie und wo und wann geschieht das bei uns? Wo nehmen Sie und Ihre Kinder das Wort Gottes auf? – Ich setze offen gestanden wenig Hoffnung in die Schulen; keine große Hoffnung in die Familien. Dazu spüre ich zu sehr die Hilflosigkeit der Eltern, die einen guten Willen haben – und die Verstocktheit der anderen. Ich setze gar keine Hoffnung in die Öffentlichkeit, in den Staat, die Gesellschaft und die Politik. Gar keine. Das alles nehme ich ziemlich nüchtern: so wie es ist. So sind die Zeiten; das soll Christen nicht drausbringen.

Ich setze alle Hoffnung in unsere Gottesdienste. Hier können Sie „das Wort“, das Wort Gottes hören, garantiert. Die ganze Liturgie ist komponiert aus Worten der Hl. Schrift; die Lektorinnen und Lektoren tragen das Wort vor, sie verkünden es. Im Evangelium spricht Jesus selbst. Sonntag für Sonntag können Sie ihn hören, ist Ihnen das klar? In der Predigt wird das Wort erklärt. Und am Ende der Messe heißt es: „Geht! Ihr seid gesendet!“

Und dann gibt es immer wieder Momente, wo Sie spüren: Was Jesus da sagt, ist wahr. Es tut gut, – weil es die Wahrheit ist. Wo Sie spüren: Ich, ich bin gemeint. Wo Sie merken: Durch das Wort geschieht etwas, in mir; etwas wirkt, in die Woche hinein. Und das freut Sie.

„Ihr habt das Wort trotz vieler Schwierigkeiten mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt“, schreibt Paulus. Wo spüren Sie diese heilige Freude? Droben in der Kunigundenkirche? In der Christmette? In der Stille der Anbetung? Im Gespräch mit einem Menschen, der auch gläubig ist? Ich spüre sie, wenn die Ministranten am Altar laut singen…

Was können Sie von sich aus dazu tun, dass das Wort bei Ihnen ankommt und wirkt? Sagen Sie als Erstes, jeden Sonntag: „Jetzt will ich hören.“ Hören Sie, lesen Sie, sprechen Sie. Lesen Sie in der Bibel; sprechen Sie: Christen müssen reden, im richtigen Moment. Damit es nicht nur beim Gottesdienst bleibt…

So also beginnt es: „Ihr habt das Wort mit Freude aufgenommen.“ Und so beschreibt Paulus, wie es weiter geht. Da heißt es: „Wie ihr euch zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.“ Gott zu dienen: eigentlich sehr einfach. Gott dienen bedeutet zuallererst: auf Gott ausgerichtet sein. Gott nicht vergessen. Dann bedeutet Gott dienen: Gottes Werk tun. Tun, was er uns aufträgt. Die Zehn Gebote z. B. sind einfach ein Auftrag Gottes. Er gibt ihn uns, damit wir seine (!) Welt danach gestalten.

… um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.“ Dem lebendigen Gott: Paulus setzt das mit Absicht dazu. Er erlebt ja um sich tote Götter. Damals glaubte niemand mehr an die Götter Griechenlands oder Roms, Zeus, Hera, Venus…, aber es gab noch immer Feiern zu ihren Ehren. Gottesdienste, die nur noch Rituale sind, in denen keiner mehr glaubt, was er tut, die längst nicht mehr bedeuten, was sie eigentlich bedeuten sollten.

Gott ist dort tot, wo der Mensch sich nicht fordern lassen will und wo der Mensch sich nicht retten lassen will. Wo nichts mehr passiert zwischen Gott und Mensch. Wer in Mailberg lässt sich von Gott fordern? Die Eltern der Kommunionkinder? Wer wünscht sich, gerettet zu werden? Wer spürt, dass er in Gefahr ist? Wo in Mailberg lebt Gott und wo ist er tot? Gehen Sie die Häuser durch… Gibt es noch eine Chance?

So weit es an Ihnen liegt, vielleicht. „So wurdet ihr ein Vorbild“, schreibt Paulus seiner Gemeinde. Vorbilder wirken. Vorbilder können wecken, was schläft. „Von euch aus ist das Wort des Herrn aber nicht nur nach Obritz und Seefeld und nach Retz gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden.“

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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