Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Hochfest Pfingsten 2026

25/05/2026 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Unter den Kirchgängern gibt es solche, die nie einen Gedanken an den Glauben verschwenden. Sie denken über den Pfarrer nach oder über irgendeine Nummer in der Gemeinde, aber nicht über die Glaubensdinge. Dann gibt es welche, die angefangen haben, sich Fragen zu stellen. Ihre Sorge ist oft: „Ich bete gerne zu Gott-Vater, aber nie zum Heiligen Geist, ist das nicht falsch? Ist der da nicht beleidigt?“ Das ist sehr menschlich gedacht. Im Himmel gibt es doch keine Konkurrenz! Eifersucht gibt es nur in dieser kranken Welt hier. Der Himmel denkt anders. – Sie müssen wirklich lernen, „himmlisch“ zu denken[1]. Also: Es ist eine Zeit, sich im Gebet an den Vater zu wenden. Dann kommt vielleicht eine andere Zeit, wo man sich Christus näher fühlt, dann ein Moment, in dem einem aufgeht, wie wichtig der Heilige Geist ist. Dreifaltigkeit bedeutet: Wo der Vater ist, da ist auch der Sohn, da ist auch der Heilige Geist. Nur wir Menschen setzen Akzente, denken das eine ohne das andere. Das liegt an unserem armen Kopf. Wir haben einfach Schwierigkeiten, Verschiedenes gleichzeitig zu denken. Wir müssen wandern, uns bewegen, auch in Glaubensdingen. – Wissen Sie, dass der Heilige Geist nicht nur Schöpfer ist, nicht nur unser Verteidiger und Anwalt, sondern auch der Beweger? Wenn sich Ihr Glaube im Lauf des Lebens nicht bewegt, ist er tot. Dann ist da kein Heiliger Geist.

Sprechen kann das Vaterunser jeder, Töne und Worte sind nicht schwer. Aber aufsagen ist noch kein Gebet. Um wirklich zu beten, braucht es den Heiligen Geist. Mit ein wenig Erfahrung spüren Sie selbst sehr gut, ob Ihr Gebet nur Reden war oder ob da der Heilige Geist wirkte.

ER betet in uns, er betet mit uns, er ersetzt sogar, was an unserem Gebet noch fehlt. Deswegen können wir das Vaterunser überhaupt erst beten: Der Heilige Geist verbindet uns mit Christus; so werden auch wir Söhne und Töchter Gottes und können beten „Vater unser…“.

„Empfangt den Heiligen Geist[2]“, sagt Jesus seinen Jüngern, also der ganzen Kirche. Das genau geschah in Ihrer Taufe und in Ihrer Firmung: Sie haben den Heiligen Geist empfangen. Haben Sie ihn wirklich aufgenommen in Ihr Leben oder haben Sie ihn bis heute ausgeschlossen? Sie wissen es nicht, Sie haben keine Erfahrung davon? Wer den Weg des Glaubens wirklich gehen will, muss lernen, über die Erfahrung hinauszugehen. Es mag sein, dass Sie den Heiligen Geist nicht spüren (welcher Firmling…?); das heißt aber nicht, dass er nicht da ist.

Sie beten: „Dein Reich komme!“ Das Reich Gottes kann doch nur ein Reich des Geistes sein. Gott gründet keinen neuen Nationalstaat, auch keine NGO. Das Reich Gottes, das sind Menschen, also Seelen, Körper, Biographien, die vom Heiligen Geist zusammengehalten werden. Die vielen Verschiedenen werden von dem einen Geist geeint[3].

Sie beten: „Dein Wille geschehe!“ So zu beten, heißt doch wohl: mitwirken wollen daran, dass Gottes Wille geschehe. Sie können ja nicht beten „Dein Wille geschehe“ und gleichzeitig unbeteiligt bleiben wollen.

Der Wille Gottes geschieht durch Sie nur mit dem Heiligen Geist zusammen. Wann immer Sie etwas Gutes tun, wann immer Sie lieben, wann immer Sie das Reich Gottes mit aufbauen, wirkt der Heilige Geist mit Ihnen zusammen. Das nennt man „Gnade“. „Dein Wille geschehe“, ist also auch eine Bitte um den Heiligen Geist.

„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ – Was bedeutet Nahrung? Nahrung bedeutet Leben. Der Heilige Geist ist aber der, „der lebendig macht“ (Credo). Natürlich nicht nur im körperlichen Sinn. Die Kommunion ist das „tägliche Brot“, das Ihre Seele nähren, sie am Leben erhalten soll. Ohne den Geist keine Verwandlung Ihrer Gaben Brot und Wein. Ohne den Heiligen Geist keine echte Kommunion. Ohne ihn verschlucken Sie bloß einen faden Keks. Es passiert nichts als dass die anderen Sie sehen und Sie sich wieder niedersetzen.

„Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben.“ – Was bewirkt die Vergebung? Neue Einheit! In dieser Bitte des Vaterunsers geht es um die Wiederherstellung der Einheit. DIE Bitte für heute, wo alle zerstritten sind. Das Evangelium heute ordnet die Vergebung ganz klar dem Heiligen Geist zu. Durch ihn gelangt die Vergebung zu uns, ER stellt die Gemeinschaft wieder her, ER hält sie zusammen. Ohne den Heiligen Geist werden Sie sich niemals wirklich aussöhnen. – Was bedeutet es da, dass keiner mehr zum „Sakrament der Versöhnung“, zur hl. Beichte geht?

„Führe uns nicht in Versuchung.“ – Hier geht es um den Kampf des Lebens. Wir kommen alle in schwierige Situationen, in „Versuchungen“ und sind nicht immer stark. Also bitten wir im Vaterunser um die Gaben des Heiligen Geistes. Sie führen uns durch die Prüfungen hindurch in das Reich Gottes. Der Heilige Geist gibt Ihnen Weisheit – Verstand – Rat – Stärke – Erkenntnis – Frömmigkeit – Gottesfurcht. Hier schließt sich der Kreis. „Dein Reich komme!“ Das Reich Jesu Christi, durch den Heiligen Geist, zur Ehre Gottes des Vaters.

[1] Cf. Kol 3,2.

[2] Joh 20,22.

[3] „Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.“ – „In dem einen Geist wurden (!) wir durch die Taufe alle zu einem einzigen Leib… und wir wurden alle mit dem einen Geist getränkt“ (1 Kor 12). – „Durch die Wiedergeburt und die Salbung mit dem Heiligen Geist werden die Getauften zu einem geistigen Bau und einem heiligen Priestertum geweiht.“ (LG 10) / „Wir sind Priester und Priesterinnen in Christus. Deshalb können wir Gott und den Menschen mit ganzer Hingabe dienen.“

FÜRBITTEN

Gebet zum Heiligen Geist: GL 7.4 (gemeinsam)

Dann trägt die Lektorin / der Lektor vor:
Gebet zur Firm-Erneuerung

„Herr unser Gott,

Du hast mir im Sakrament der Firmung die Kraft des Heiligen Geistes geschenkt.

Es ist meine Berufung, vor der Welt Zeugnis von der Botschaft Christi zu geben und seine Liebe weiterzutragen.

Hilf mir, unter der Führung Deines Geistes allen Menschen zu dienen,

so wie Christus es getan hat. Amen.“

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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