Welttag gegen Menschenhandel: Der Botschafter des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens fordert entschlossenes Handeln gegen dieses Verbrechen
Wien, 30. Juli 2026 – Anlässlich des Welttages gegen Menschenhandel macht der Botschafter des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens bei der Republik Österreich, S.E. Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath, auf die dramatischen Dimensionen eines der schwersten und zugleich verborgensten Verbrechen unserer Zeit aufmerksam. Menschenhandel zählt zu den profitabelsten Formen organisierter Kriminalität weltweit und stellt einen massiven Angriff auf die Würde und die Freiheit des Menschen dar. „Die Bekämpfung des Menschenhandels ist für den Souveränen Malteser-Ritter-Orden ein zentrales Anliegen. Es geht um ein Kernthema des Christentums: die unveräußerliche Würde jedes einzelnen Menschen. Diese Würde darf niemals zur Ware werden“, betont der Botschaft des Ordens. Schätzungen internationaler Organisationen zufolge sind weltweit mehr als 50 Mio. Menschen von Menschenhandel und moderner Sklaverei betroffen. Nach dem Waffen- und Drogenhandel gehört Menschenhandel mit einem geschätzten jährlichen Umsatz von rund 240 Mrd. US-Dollar zu den lukrativsten Geschäftsfeldern der organisierten Kriminalität. Hinter diesen Zahlen stehen Millionen Einzelschicksale von Menschen, die ihrer Freiheit beraubt, ausgebeutet und deren grundlegenden Rechte missachtet werden. Verschiedene Facetten des Menschenhandels Die Erscheinungsformen des Menschenhandels sind vielfältig. Frauen und Mädchen werden zur Prostitution gezwungen oder sexuell ausgebeutet. Männer geraten häufig in Arbeitssklaverei – auf Baustellen, in Fabriken, in der Landwirtschaft, oder auf Fischerei- und Containerschiffen – oftmals ohne Lohn, unter Gewaltandrohung und ohne Möglichkeit zur Flucht. Besonders erschütternd sind die Verbrechen an Kindern. Minderjährige werden zum Betteln gezwungen, als Kindersoldaten missbraucht, oder für kriminelle Aktivitäten instrumentalisiert. Mit großer Sorge beobachtet der Orden zudem den rasanten Anstieg digitaler Formen des Menschenhandels, wie des sogenannten „Groomings“. Kinder und Jugendliche werden dabei manipuliert und erpresst, intime Bilder oder Videos von sich zu erstellen, die anschließend für kommerzielle Zwecke verbreitet oder zur fortgesetzten Erpressung verwendet werden. Die Folgen für die Betroffenen sind oft lebenslang und reichen von schweren psychischen Traumata bis hin zu sozialer Ausgrenzung. Auch der internationale Organhandel stellt eine alarmierende Form der Ausbeutung dar. Menschen in existenzieller Not werden unter Druck gesetzt, Organe zu verkaufen, während kriminelle Netzwerke enorme Gewinne erzielen. In besonders gravierenden Fällen werden Menschen sogar entführt und als unfreiwillige Organspender missbraucht. Österreich als Staat im Herzen Europas und mit Wien als Sitz zahlreicher internationaler Organisationen ist in besonderer Weise gefordert, diesem grenzüberschreitenden Verbrechen entschlossen entgegenzutreten. Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden versteht seine Aufgabe dabei in der Sensibilisierung, Aufklärung und internationalen Zusammenarbeit. Durch den Dialog mit staatlichen Institutionen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft setzt sich der Orden dafür ein, das Bewusstsein zu stärken, Opfer besser zu schützen und Präventionsmaßnahmen auszubauen. „Menschenhandel ist kein fernes Problem, sondern eine globale Herausforderung, die auch Europa und Österreich betrifft. Nur durch gemeinsames Handeln, internationale Kooperation und eine konsequente Orientierung an der Würde jedes Menschen kann diesem Verbrechen wirksam begegnet werden“, so Botschafter Prinz von Schoenaich-Carolath. Anlässlich des Welttages gegen Menschenhandel ruft der Malteserorden die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu auf, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und entschlossen gegen jede Form von Ausbeutung und Menschenhandel vorzugehen. Der Schutz der Menschenwürde muss oberste Priorität haben. Rückfragen und Kontakt Für weitere Informationen und für Interview-Anfragen wenden Sie sich bitte an: Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden, entstanden in Jerusalem in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, ist ein primäres Völkerrechtssubjekt und ein katholischer, religiöser Laienorden. Seine Aufgabe ist es, den Glauben zu bezeugen und den Armen und Kranken zu dienen. Heute ist der Malteserorden vor allem im Bereich der sozial-medizinischen und humanitären Hilfe tätig und in über 120 Ländern präsent. Gemeinsam mit 13.500 Mitgliedern arbeiten 100.000 Freiwillige, die von rund 60.000 Ärzten, Pflegepersonen, diplomierten Pflegekräften und Sanitätern unterstützt werden. Der Orden betreibt Krankenhäuser, medizinische Zentren, Ambulanzen, Einrichtungen für ältere und behinderte Menschen, Zentren für unheilbar Kranke sowie soziale und psychologische Betreuungsprojekte für Migranten und Flüchtlinge. Malteser International, das weltweit tätige Hilfswerk des Malteserordens, leistet Nothilfe bei Naturkatastrophen und in Kriegssituationen. In der Ukraine ist der Orden derzeit an über 70 Orten sowie in den Nachbarländern tätig. Im Nahen Osten unterstützt er die von den Konflikten Betroffenen, insbesondere im Libanon und im Gazastreifen (in Zusammenarbeit mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem), und betreibt das einzige Krankenhaus mit einer Neugeborenen-Intensivstation in Bethlehem. Das italienische Ambulanzkorps des Malteserordens beteiligt sich an Rettungsaktionen für Migranten im Mittelmeer. Der Malteserorden ist neutral, unparteiisch und unpolitisch. Er unterhält diplomatische Beziehungen zu 115 Staaten, offizielle Beziehungen zu fünf weiteren Staaten und Botschafterbeziehungen zur Europäischen Union. Er hat ständigen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen und ist in den wichtigsten internationalen Organisationen vertreten. Seit 1834 hat die Regierung des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens ihren Sitz in Rom. Fra‘ John Dunlap ist der 81. Großmeister. www.orderofmalta.int/de

Jochen Ressel | Leiter Kommunikation
Souveräner Malteser-Ritter-Orden – Großpriorat von Österreich
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