Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Sechster Sonntag der Osterzeit 2026

10/05/2026 


Die Predigt zum Anhören

Sechster Sonntag der Osterzeit 2026
Predigt in Bischbrunn am 10. Mai 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

So Gott es will, wird diese Sonntagsmesse übergehen in den Bischbrunner Bittgang. In meiner Pfarrei habe ich seinerzeit den Bittgang abgeschafft, weil kaum noch wer mitging, Keiner mochte mehr bitten. „Lieber etwas Neues beginnen“, dachte ich mir damals, „Traditionen, die in Wahrheit tot sind, gehören ins Altpapier. Man muss auch weiterziehen können.“

Wenn man einen Bittgang hält, soll man es richtig machen. Nichts regt mich mehr als das Falsche und das Blöde. Falsch und blöd ist z. B., dass ich so viel Zeit auf Instagramm verbringe. Es tut mir nicht gut. Dieser Tage dort eine Frau, die sich ins Zeug legt gegen den Glauben. Ständig würden einem Bedingungen gestellt im Glauben. Du sollst, du darfst nicht, du musst dieses tun und du musst jenes bereuen. „Die Liebe Gottes muss doch“, so die zornige Frau, „bedingungslos sein. Egal, was ich tue, Gott muss mich lieben.“ – „Blöde Kuh“, denke ich mir. Denn die Frau, der man keine Bedingungen stellen darf, stellt selbst Bedingungen. Sie will sich nur unter der Bedingung auf Gott einlassen, dass Gott keine Bedingungen stellt. Sie darf, Gott aber nicht. So blöde!

Wer betet – was wir hier zusammen tun – muss richtig beten. Genau wie der, der Fußball spielt, richtig Fußball spielen muss: kein Handspiel, nicht würfeln, sondern schießen.

Es gibt im Evangelium eine Reihe ganz klar formulierter Regeln für das richtige Beten. Es gibt Bedingungen dafür, dass Ihr Gebet erhört wird. Ich nenne Ihnen drei davon. Oder vier.

„Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst“ – betend natürlich – „und dir einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so… geh und versöhne dich zuerst… Dann komm und opfere deine Gabe.“ So im Matthäusevangelium (Mt 5). Wer unversöhnt betet, riskiert also, dass sein Gebet nicht erhört wird.

Die zweite Bedingung: Wer nicht hartnäckig betet, viel, mit Nachdruck, mit Vertrauen, der wird nicht erhört (s. Lk 18). Eine 50-Cent-Kerze und Gott macht, dass die OP gelingt? Träumen Sie weiter.

Die dritte Bedingung kennen Sie aus der Messe. Die drei Gebete der Messe, Tagesgebet, Gabengebet und Schlussgebet enden alle mit den Worten „darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn“. Das geht zurück u. a. auf ein Wort Jesu im Johannesevangelium (Joh 14): „Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, das werde ich tun.“ Sie müssen also bei jedem Gebet überlegen: „Könnte Jesus auch so beten?“ Könnte Jesus auch darum beten, dass jede Kugel den Gegner trifft? So hat neulich ein Kriegsminister gebetet. Also ohne Christus kein Gebet, gegen Christus schon gar kein Gebet.

Und schließlich: Der Anfang Ihres Gebetes muss immer das sein, was Sie aus dem Vaterunser kennen: „Dein Wille geschehe.“ Wenn Sie nicht wollen, dass der Wille des Vaters geschehe, wenn Sie nur Ihren Willen wollen, ist Ihr Gebet falsch. Sie können nicht gegen Gott beten. Gott ist nicht Ihr Callboy.

Soweit die Lehren des Evangeliums. Ist das nur Schikane? Ist das eine Drohbotschaft? Wie vertrauenskrank muss man sein, wenn man dem Evangelium so etwas unterstellt? Jesus lehrt uns, wie das geht: richtig beten.

Sie wissen alle: Es gibt Regeln. Es braucht Regeln. Aber keiner will Regeln gehorchen. Menschen sind wirklich komisch. Ich für meinen Teil versuche, den Regeln Jesu zu gehorchen. Ihm vertraue ich. Die Regeln der Leute sind mir oft fremd.

Sie können alles sagen, Sie können alles denken, aber wie immer und überall führt das eine zum Ausschluss des anderen; man kann nie alles zugleich haben. Sie können nicht ständig in der Welt umeinander fliegen und das Klima retten. Sie können nicht blond sein, Highheels tragen, einen Cupra fahren und Präsidentin der Katholischen Frauenbewegung werden. Das geht nicht. Die KFB nimmt keine Makeup-Schönheiten, eher wählen die Kardinäle eine Frau zum Papst (ich kenne keine exklusivere Gesellschaft als die derer, die ständig von Buntheit, Vielfalt und Offenheit reden). Sie können nicht Christin sein und sagen: Christus ist mir komplett egal. So sind die Regeln des Lebens.

Sie können vergessen, nicht verstehen, missverstehen, es nicht schaffen; Sie können sogar sündigen. Aber niemals können Sie die Worte des Evangeliums einfach aufheben. Das ist die Grundregel der Kirche.

Was Gott aus den Worten des Evangeliums macht, ist die Sache Gottes. Sie müssen sich, wenn Sie Christen sein wollen, an das Evangelium halten. Wenn Sie wollen, dass Ihr Gebet erhört wird, müssen Sie gleich jetzt beim Bittgang richtig beten: Versöhnt – hartnäckig – mit Christus zusammen – den Willen des Vaters tun: So geht richtig beten. Ich muss Gott bitten, nicht ihm diktieren. Ärgert Sie das? Jesus sagt im heutigen Evangelium: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Voilá.

Anders gesagt: Sie müssen irgendwann einmal zwei Dinge einsehen:

Erstens: Es gibt Gott.

Zweitens: Ich bin es nicht. Ich bin nicht Gott. Ich bin ein Mensch. Nur ein Mensch. Der bitten muss.

Fürbitten

Es naht das Hohe Pfingstfest. Die Welt ist ohne Frieden und in großer, schmerzhafter Verwirrung.
Wir beten zusammen zum Heiligen Geist. Das Gebet steht im Gotteslob auf Nummer 342; wir beten die Strophen abwechselnd zwischen Lektorin / Lektor und Gemeinde.

Dann:
Heute wird auch der Muttertag gefeiert. Wir beten zusammen für die Mütter ein „Gegrüßet seist du, Maria“. Besonders für die Mütter in Not und für die alten Mütter.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

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