Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Siebenter Sonntag der Osterzeit 2026

17/05/2026 


Die Predigt zum Anhören

Siebenter Sonntag der Osterzeit 2026 (Joh 17)
Predigt in Erlenbach am 16. Mai 2026

 

Predigt in Lenfurt am 17. Mai 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.“ Wie oft sagen Sie so in der Kirche!

Schönheit, Größe, Erhabenheit, Glanz, Majestät, Würde, Ehre, Kraft. Etwas Strahlendes. Erhebend. Überwältigend schön. Nicht starr, aber stark. Für uns noch zu stark. Klar und trotzdem voll Geheimnis. Größer… Immer größer. Und doch zärtlich. Gut. Durch und durch gut. Das alles ist Herrlichkeit.

Ob Sie heute wohl umdenken können? Sie kennen den Spruch: „Das war jetzt die ganze Herrlichkeit?“ Oder ich höre irgendeinen Kasper fragen: „Herrlichkeit? Gibt es auch Dämlichkeit? Herr, Dame, Sie verstehen… Ich kenne auch das Argument: „Herrlich – Herren – Herrenrasse – Nazi-Zeugs?“ Wer so denkt, verpasst alles.

Für mich ist herrlich mehr als gut, mehr als schön, mehr als glücklich. Mein Ziel ist die Herrlichkeit Auch wenn ich es mir kaum vorstellen kann. Ich weiß nur: Es geht mehr. Meine Seele ist viel größer als das alles hier. Ihre Seele auch. Ich brauche ein Wort wie „Herrlichkeit“, um über Gott nachzudenken. „Gut“ allein reicht nicht; bei „lieb“ wird mir geradezu übel. „Lieb“ sind junge Kätzchen. Gott ist nicht lieb. Gott ist herrlich.

Sie verstehen: Herrlichkeit hat zu tun mit Hoffnung. Mit dem Ziel. Was ist Ihre Hoffnung? Oder haben Sie gar keine echte Hoffnung mehr? Ist Ihre Hoffnung Herrlichkeit? Oder ist Ihr Himmel einfach nur „Wiedersehen mit unseren Lieben“? Reicht das für die Ewigkeit? Gott ist so viel mehr als nur ein Wiedersehen. Der Himmel wird uns den Verstand weghauen vor lauter Glück.

Nur wenn Sie lernen so zu denken: Gott ist viel mehr, nur dann hat die Rede vom „Ewigen Leben“ einen Sinn. Das Ewige Leben muss doch herrlich sein. Burschikos gesagt: Nur im Himmel tut sich etwas. Die Hölle ist kalt.

So, und nun können Sie das heutige Evangelium besser verstehen. Sie können besser glauben, besser christlich leben. Das Elend der Kirche ist ja, dass die Leute nicht verstehen und nicht gelehrt werden. So bleibt von der Taufe nichts als ein Familienfest, von der Kommunion nichts als ein Gemeinschaftskeks, von der Priesterweihe nichts als eine Macht-Frage, wer darf was?

Im Evangelium sagt Jesus zum Vater im Himmel: „Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben. Damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.“ – Ich muss es schaffen, dass Ihnen diese schwierigen Worte des hl. Johannes lieb werden. Kirchenleute, die meinen, wir könnten auf die Worte „Würde“, „Ehre“, „Herrlichkeit“ verzichten, haben nicht kapiert, dass die öffentliche Rede, der allgemeine Ton, unter dem wir alle leiden, dass der ganz anders wäre, wenn jeder vom anderen wüsste: Der hat eine Würde, ich muss ihn ehren. Dann erst streiten. Mein Mann, mein Kind, mein Pfarrer, ich, wir gehen auf die Herrlichkeit zu. Das klar zu haben, würde die Gesellschaft verändern.

Sie haben das Evangelium, das von Herrlichkeit spricht. Sie haben auch die Schöpfung (Blick über die Höhe bei Bischbrunn. „Schön“ zu wenig). Sie haben Menschen, die herrlich sind. Herrlich schön, herrlich begabt, richtig toll[1]. Sie haben die Geschichte Gottes mit den Menschen: Schritt für Schritt wird Gott klarer. Das ist der Sinn des Kirchenjahres und der Heiligen Schrift. Sie haben Christus. Er ist der herrliche Mensch und er wird verherrlicht. Am Kreuz. Denn am Kreuz wird die ganze Liebe klar. Liebe zum Vater, Liebe zu uns.

So viele Spuren der Herrlichkeit in Ihrem Leben! Gleichzeitig ist die Herrlichkeit verborgen. Wir haben und haben gleichzeitig nicht: eigentlich ein schöner Zustand. Die Hoffnung geht zusammen mit dem Schmerz. Das Licht leuchtet in der Langeweile und in der Routine. Ich bin überzeugt, die Sonntagsmesse muss so gefeiert werden, dass sie uns an die Herrlichkeit erinnert. Ohne Jesus ist die nicht zu haben. Jesus aber ist anziehend und irritierend, Jesus, der Unerkannte, Jesus, der Bestrittene, Jesus, der Gekreuzigte. Und dann: der Auferstandene. Der Verklärte. Der Sieger, beim Vater.

Was meinen Sie, dass sein wird? – Ich glaube, und deswegen geht es auf die Herrlichkeit zu. Dieses Evangelium handelt von dem, was sein wird. Jesus spricht hier im Angesicht seines Todes. Er weiß, dass er sterben wird. Er weiß aber auch, dass der Tod überwunden wird. Denn Jesus und sein Vater sind sich zugetan in der Liebe und sie sind herrlich. Gott, einer in drei Personen, ist herrlich.

Wir sind in der Welt, aber unterwegs zum Vater. Bis etwas sein wird – die offene, strahlende Herrlichkeit –, bis die sein wird, ist schon etwas: die Kirche. Sie. Durch Jesus erkennen wir den Vater, wir, die Berufenen. Der Vater im Himmel und seine Verherrlichung: Darum geht es Jesus. Darum muss es der Kirche gehen, also Ihnen. Sie müssen in Ihrem Alltag die Liebe Gottes zu den Menschen sichtbar machen. „Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den Du gesandt hast, Jesus Christus.“ Wenn Sie so glauben und handeln, wird Gott in dieser Welt erlebbar. Für die anderen. Damit möglichst viele, eine ganze weltweite Gemeinschaft zugeht auf die Vollendung. Sie ist herrlich.

[1] Psalm 8: „Du hast ihn [den Menschen] nur wenig geringer gemacht als Gott, * hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.“

FÜRBITTEN

Die Apostel, die Mutter Jesu und die Frauen: Das sind die Säulen der Urgemeinde. Alle an einem Ort beisammen, wie wir hier. Alle zusammen, um einander in der unsicheren Zeit nach dem Tod Jesu zu stärken und einen Weg zu finden. Ohne den Heiligen Geist werden sie es nicht schaffen.
Wir beten um die Gaben des Heiligen Geistes:

Weisheit –
Verstand –
Rat –
Stärke –
Erkenntnis –
Frömmigkeit –
Gottesfurcht –.

Im Evangelium sagt Jesus: „Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich.“
Wir leben in der Welt, aber die Welt ist nicht unser Ziel. Die Welt ist ohne Frieden und in großer, schmerzhafter Verwirrung.
Heiliger Geist, hilf uns, uns immer wieder für das Reich Gottes zu entscheiden und zur Not gegen die Welt.
Wir beten besonders für die Firmlinge –
und für den Katholikentag in Würzburg –.

In der zweiten Lesung heißt es: „Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt.“
Wir beten für unsere Kranken, für die Sterbenden und für unsere Toten.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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