Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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12. Dezemberr 2022 – Predigt in Bischbrunn im Spessart

12/12/2022 


Die Predigt zum Anhören

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Hl. Geistes

Ist Ihr Advent offen oder zu?
Haben Sie alles im Griff?
Oder sind Sie überfordert?
Oder sind Sie gespannt?

*

„Ich sehe ihn, aber nicht jetzt. Ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe.“ So der Prophet Bileam in der Lesung.

„Ich sage euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.“ Jesus im Evangelium.

Nicht jetzt, nicht in der Nähe. Keine Antwort für euch. – Wer so spricht, der entzieht sich. Der lässt etwas offen. Das heute sind Worte der Gespanntheit.

Ist unser Advent so? Offen? Gespannt? Nicht zu greifen?

Wie ist Ihr Advent bis jetzt?

Der Advent in unserer Gegend ist offenkundig eine Zeit der Vorbereitung. Vorbereitungen aller Art. Sie machen etwas. Sie machen sogar viel. Sie werden müde sein am Heiligen Abend.

Damit ist ein Akzent verschoben. So wird es schief. Denn die Worte der Hl. Schrift erinnern uns wieder daran: Advent ist nicht Vorbereitung, sondern Warten. Nicht handfestes, vorzeigbares Tun und Machen, sondern: Warten.

Tun und Machen machen müde. Warten tut weh. Das ist der Unterschied (…)

Wer nur vorbereitet hat, ohne zu warten, dem wird das Feiern an Weihnachten schwer werden. Denn wie soll sich einer freuen, der nichts erwartet? Oder das Falsche?

Die Menschen in der Bibel warten. Maria neun Monate lang. Mit ihr wartet Josef.

Die Juden warten, seit Jahrhunderten. Sie erwarten den Messias. Den Erlöser.

Die Weisen aus dem Morgenland schauen zum Himmel und warten auf ein Zeichen. Sie warten auf ein Zeichen von oben.

Und Sie? Warten Sie auf einen, der Sie erlöst von all der Scheisse, in der wir stecken?

Auf was warten Sie?

Wir warten. Auf so viele verschiedene Dinge. Und was wird uns gegeben? Ein Baby.

Das ist nicht leicht zu verstehen; da ist die Enttäuschung greifbar. Wir geplagten Menschen erwarten doch mehr als ein Baby! Wir erwarten die Große Lösung. Doch sie kommt nicht, so scheint es.

Aber nicht umsonst ist es Nacht, als Jesus zur Welt kommt. Nacht heißt: Dunkel. Eine Zeit, in der man nur schlecht sieht.

Nicht umsonst ist das Zeichen so bescheiden: eine Frau, ein Mann, im Stall, in der Nacht. Und ein Kind.

Das sind Zeichen, die keinen zwingen. Zeichen, die man so oder so verstehen kann: als etwas ganz Alltägliches oder als die einzige Antwort auf alles Warten der Menschen.

An Weihnachten werden Sie gezwungen. Von der Familie, von den Medien, von der Werbung, von den guten Sitten. Verwandte besuchen! Noch ein Stück Kuchen?

Gott zwingt Sie nicht. Von Gott wird keiner gezwungen.

Aber jeder wird gefragt: Glaubst du, dass dieses Kind die Antwort für dich ist?

Glaubt Ihr das?

FÜRBITTEN

Wir beten…
um die Kraft, das Warten auszuhalten.

Kinder warten darauf, dass sie endlich groß sind.
Wir beten um den guten Lebensweg für unsere Kinder.

Arbeitslose warten darauf, dass er wieder gebraucht werden.
Wir beten um Menschen, die es mit ihnen versuchen wollen.

Verliebte warten auf einander.
Wir beten um Geduld und Verstand in der Liebe.

Wer etwas falsch gemacht hat, wartet, dass ihm verziehen wird.
Wir beten um Vergebung unter den Nationen.

Wer vor einer großen Entscheidung steht, wartet, dass von irgendwoher ein Rat kommt.
Wir beten um den Heiligen Geist.

Wer krank ist, wartet, dass er endlich geheilt werde.
Wir beten für unsere Kranken.
Und für die vielen, die darauf warten, endlich sterben zu können.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

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