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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Hochfest der Dreifaltigkeit, 16. Juni 2019

16/06/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Was ist Ihnen lieber: zwei oder drei?  – Frisch verliebte werden antworten: „zwei. Wir beide reichen uns.“ Aber ein Mann und eine Frau, die gerade ihr erstes Kind bekommen haben, was werden die antworten? Sie werden auf das Kind, auf ihr Kind schauen und sagen: „drei! Drei ist viel besser als zwei. Es ist noch richtiger.“

Ein Bürgermeister wird mit zweien nicht zufrieden sein; er braucht mehr am Tisch, damit aus der Gemeinde etwas wird. Ein Dorf, eine Feuerwehr, eine Pfarre brauchen zwei, drei, viele, Vielheit, Verschiedenheit. Der Traum des Diktators ist: Einer muss wie der andere sein, keiner etwas Besonderes wollen, keiner anders denken, alles einheitlich, alles eins, alles meins. Die Diktatoren wollen ein Volk, aber keine Schichten, keine Gruppen, keine Regionen, keine Vielfalt.

Aber eins, nur eines, das geht für uns Menschen gar nicht. „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei“, sagt die Bibel. Zwei, das ist der Anfang zur Vielfalt hin, zum echten Leben. Das echte Leben ist: viele! Viel aber beginnt mit dreien.

Wenn zwei alleine bleiben, ohne Kinder, ohne Freunde und ohne Interesse und Dienst an den anderen, werden sie verrückt. Beziehungen von zweien, die nicht vor die Tür gehen dürfen, weil man sie nicht zusammen sehen darf, ersticken.

„Dreifaltigkeit.“ Ich höre das und mein Herz schlägt höher. Ich liebe dieses Fest, einfach weil da drei sind, nicht bloß zwei. Drei, aber nicht drei identische. Ich freue mich, dass es Unterschiede gibt und Zuneigung. Der Heilige Geist ist die Zuneigung zwischen Vater und Sohn. Ich freue mich, dass der eine aus dem anderen hervorgeht und dennoch bei ihm bleibt. Das ist ein Bild der Liebe! Ich freue mich, dass es so etwas gibt in der Welt der Produkte, die vom Fließband fallen, alle gleich; dass es so etwas gibt in der Welt der Vereinzelung und Einsamkeit. Das Fest der Dreifaltigkeit erzählt von Gott. Es zeigt uns, was Liebe ist: Einheit und Unterschied. Gegenüber ohne Trennung. Es erzählt vom Anfang aller Dinge und vom Ziel. Davon, wo unsere Heimat ist; davon, wie es sein soll. Das ist wichtig in Zeiten, wo der Halt und der Sinn und der Zusammenhalt verloren gehen. Das Fest erzählt von unserer Welt, wie sie gedacht ist: eine Bewegung der Liebe.

Heute dürfte Ihnen klar werden, dass Jesus uns ein Geschenk macht, wenn er Gott seinen Vater nennt und den Heiligen Geist ankündigt. Die Einheit und die Drei, das ist eine Offenbarung. Ein Auftrag. Gegen alle Engführung, gegen Gleichmacherei, gegen Verzweckung. Auch gegen die Verzweckung Gottes, das Laster der Frommen: Gott muss uns dieses geben und jenes. Gott muss herhalten als Argument für den Krieg und als Argument für die Flüchtlingshilfe und als Argument für den Unterschied zwischen Männern und Frauen. Gott wird das Werkzeug im Kasten. „Bei Bedarf.“ Das Fest der Dreifaltigkeit sagt da hinein einfach nur: Gott ist. Einer in drei, drei in Einem. Wer sich darauf einlässt, findet Frieden. Dazu braucht es einen Schritt. Feste sind Schritte!

Bei uns sind Beziehungen etwas, das man macht. Das vergeht. Das schmerzt oder gelingt. Eine Art besseres Net-Working. Ein endloses Gezappel. Nichts davon in Gott. Gott – ist – Beziehung. Das ist alles. 

Vielleicht ist Frieden dann, wenn es nicht um uns geht. Wenn wir einmal nichts anderes tun als Gott bekennen und verehren. Wie am kommenden Fest Fronleichnam. Wer sich allem immer nur mit der Frage nähert: „Was habe ich davon?“, der greift zu kurz; der lebt mit kurzem Atem, hektisch, gierig. Das Fest der Dreifaltigkeit ist das genaue Gegenteil. Es geht einmal nicht um uns, sondern um Gott. Das ist ein Geschenk an eine Welt, wo sogar die Kinder Krieg spielen, nie Frieden. Wo kämpfen leichter ist als stille Liebe. Wer kämpft, kann ja gewinnen, und wer verliert, hat immer noch das Ziel, für das er gekämpft hat. Gott will nicht gewinnen; Frieden hat kein Ziel, er ist ein Ziel. Frieden bedeutet: Alles ist gut. Frieden wird nicht langweilig. Gesundheit wird ja auch nicht langweilig. Und Jugend nicht. Schönheit nicht. Gott wird nicht langweilig. Denn in ihm ist Leben, Zuneigung, Bewegung, und „seine Freude ist es, bei den Menschen zu sein“.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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