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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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10. Sonntag im Jahreskreis (B), 10. Juni 2018

10/06/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Vier Blicke und ein Argument. Viermal wird Jesus angeschaut. Von seinen Anhängern, von den Schriftgelehrten, von seiner Familie – und von denen, die „im Kreis um ihn herumsaßen“.

Das Argument – „wie kann der Satan den Satan austreiben?“ – muss uns heute nicht interessieren. Jesus schlägt die schlauen Schriftgelehrten einfach mit Logik. Wichtiger für uns ist eine andere Frage. Ich will sie Ihnen stellen: Wie schauen Sie auf Jesus? Wie ist Ihr Blick auf ihn? Was halten Sie von ihm?

Sie „brachen auf, um ihn mit Gewalt zurück zu holen“, heißt es im Evangelium. Bis heute gibt es das in der Kirche: Leute, denen Jesus zu weit geht. Sie verstehen ihn nicht mehr; sie fragen sich: Wo soll das hinführen? Wo landen wir, wenn alle dem folgen, was Jesus sagt? Die Kirche, das ist auch ein Riesengebäude aus frommen Bildern, Regeln, Erklärungen, Windungen und Wendungen: alles, um Jesus zur Vernunft zu bringen, ihn berechenbar zu machen. Klein.

Denn wo kommen wir z. B. hin, wenn die Familie nicht mehr alles ist? „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter.“ Mit einem einzigen Satz sprengt Jesus die alten Familienmuster auf. Seine Mutter, seine Vettern, sie tun den Willen Gottes – oder sie können draußen bleiben. Wie Maria sich entschieden hat, wissen wir…

Anhänger, Familie – also doch Nahestehende! –, Schriftgelehrte: Alle haben einen skeptischen, ablehnenden Blick auf Jesus. Die, die sich gleich gar nicht für ihn interessieren, gibt es natürlich auch noch.

Und es gibt die, die „im Kreis um ihn herumsitzen“: „Das sind meine Mutter und meine Brüder.“ Sind Sie das? Sind Sie ein Bruder Jesu? Seine Schwester? Sind Sie die Mutter Jesu, weil Sie ihn unter dem Herzen tragen und zur Welt bringen wie Maria, geistig, so wie Maria damals körperlich? Mit jedem guten Werk, mit jedem Wort des Glaubens bringen Sie Jesus zur Welt. Wer ist Jesus für Sie – und wer sind Sie für Jesus?

Diese Frage ist entscheidend für die Bildung einer Gemeinde. Die Art wie Sie, wie wir zusammen Jesus anschauen, das ist der Glaube. Der Glaube aber prägt die Gemeinde. Jedenfalls ist das unser Ziel: dass der Glaube die Pfarre prägt.

Unser Ziel wird klarer, wenn wir den Ursprung kennen, den Anfang. Der aber ist Ihr Blick auf Jesus. Desinteressiert, skeptisch, ablehnend, ein klares Nein? Oder aufmerksam, hörend, fragend, verstehend, treu? M. a. W. gläubig? Der Blick auf Jesus ist der Anfang des Glaubens.

„Auch wir glauben und reden“, heißt es bei Paulus heute. Das ist die Beschreibung einer Pfarre. Wir glauben und reden. Und das nicht für uns. Sondern „damit immer mehr Menschen… den Dank vervielfachen“. Glaube führt zum Reden. Wie reden Sie mit Ihren Kindern über den Glauben? Ist es Ihnen ein Anliegen, dass „immer mehr Menschen“ Gott danken?

Glaube und Reden, das ist nicht einfach eine Option gleich neben anderen. Wie wir Jesus sehen, ob wir glauben oder nicht, ob wir reden oder nicht, ist entscheidend. Nicht für die Statistik, noch nicht einmal für die Zukunft der Pfarre, sondern für unsere Seele. Glauben Sie, dass Sie eine Seele haben? Dass diese ewig ist, nie mehr sterben wird? Dass Ihre Seele, dass Sie selbst eine Geschichte haben, die über diese Welt hinausreicht? Glauben Sie, dass ein Zusammenhang ist zwischen dem Zustand Ihrer Seele und dem Zustand der Gemeinde?

Die Schriftgelehrten blicken Jesus an. Sie sind die, die verstehen müssten, sie als erste, denn sie sind fromm, sie beten, sie studieren die heiligen Schriften. Ausgerechnet sie lehnen Jesus ab. Wenn ein Ahnungsloser, ein Schwacher ihn ablehnt, ist das nicht schlimm. Aber diese Männer? Sie handeln gegen ihr Herz und ihren Verstand. Sie erstarren im „Nein!“. Sie gehen verloren. Das sagt Jesus ihnen. Die Sünde gegen den Heiligen Geist ist die einzige, die nie vergeben wird.

Die heiligen Kirchenväter tasten sich an diesen Schrecken heran. Sie versuchen zu fassen, was das ist: die Sünde wider den Heiligen Geist.

Es ist die vermessene Gewissheit, gerettet zu werden. Mir wird schon nichts geschehen. Oder, schlimmer noch: Ich habe ein Recht auf den Himmel.

Die Sünde gegen den Heiligen Geist ist die Verzweiflung am Heil. Wenn der Mensch sicher ist, dass sogar Gott ihn nicht retten kann.

Das Widerstreben gegen die erkannte Wahrheit. Da erkennt einer ganz deutlich, was wahr und gut ist – und verweigert seine Zustimmung.

Auch das kann die Sünde gegen den Heiligen Geist sein: Neid auf die Gnaden des anderen. Verstockung in den Sünden. Unbußfertigkeit bis zum Tod.

Kurz gesagt: die Verhärtung des Herzens, das Herz, das dem Heiligen Geist Widerstand leistet, der Mensch, der das Erbarmen Gottes nicht will. Er zerstört sich und die Gemeinde.

Was beschützt uns davor? Der Blick auf Jesus. Ein offenes Herz. Der Glaube.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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