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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Fest des hl. Augustinus, 28. August 2017

28/08/2017 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Nur einer ist euer Lehrer: Christus.“ Und das am Fest eines der wichtigsten Lehrer der Kirche. „Nur einer ist euer Lehrer. Du bist es nicht.“ Das sagt die Kirche dem großen Augustinus ins Gesicht; dem, den sie heute feiert. „Christus ist mehr als du.“

„Ihr sollt euch nicht Rabbi, Meister nennen lassen. Und nicht Vater. Und nicht Lehrer (auch nicht Meisterin, Mutter, Lehrerin). Denn das alles seid ihr nicht. Ihr seid auch nicht oben, sondern unten. Und ihr seid nicht unten, sondern oben: wenn ihr dient. Der Größte ist der, der dient.“ Was betreibt Jesus da? Verunsicherung. Warum? Damit etwas aufbricht. Damit wir tun, was wir nicht tun möchten; anfangen, was wir uns nicht trauen.

Es muss einer schon sehr blasiert sein oder kleinmütig oder gleichgültig, um nicht zu spüren: Ich sollte mich ändern. Augustinus spürt, dass sein Leben unhaltbar ist. Erfolg hat er, aber das kann ihm nicht einreden, dass er wirklich in Ordnung ist. Er hat sich verstrickt; er ist zerrissen, er verachtet das Leben, das er führt und kann es doch nicht hinwerfen und ein anderer werden. Und er spürt, wie die Zeit vergeht.

Wenn wir dies bedenken: Der Mensch ist von Gott erschaffen und er ist für Gott bestimmt, dann geht uns auf: Kein Leben ist, wie es sein könnte. Jedes Leben ist unhaltbar. Der Mensch ist erschaffen als Bild Gottes und bestimmt zur ewigen Seligkeit, zur Anschauung der Dreifaltigkeit. Auch das anständigste Leben bleibt dahinter zurück. Jeder braucht Bekehrung: Hinwendung zu Gott.

„Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt“, heißt es in der Lesung. Das ist beunruhigend. Haben wir geliebt? Wirklich geliebt? Lieben wir noch immer? Mit aller Kraft? Oder nebenher, beiläufig? Ob ein Mensch auf Gott hin ist, also richtig ist, erkennt man an seiner Liebe.

Eines Tages, in einer Mischung aus Verzweiflung, Langeweile, Überdruss und Sehnsucht greift Augustinus nach der Bibel. Er schlägt sie irgendwo auf; er will es darauf ankommen lassen. Er gerät auf die Seite, wo es heißt: „Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf… Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes! Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt den Herrn Jesus an…“ (Röm 13,11-14). Und Augustinus erinnert sich: „Weiter brauchte ich nicht zu lesen, denn nun wusste ich, was ich zu tun hatte. Ich musste aufstehen zu Jesus Christus hin.“ Aufstehen.

Bekehrung bedeutet also: mehr Liebe. Aber woher nehmen? Diese Welt hilft uns ja nicht zu mehr Liebe, im Gegenteil.

In der Lesung heißt es: „Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat.“

Wir hören das und sehen zwei vor uns, neben einander: Gott und Mensch. Und wir sehen den Moment, in dem Gott beginnt, den Menschen zu lieben. Wir sehen ein Vor-der-Liebe und ein Von-jetzt-an-Liebe. Wir sehen falsch. Gott und Mensch sind nicht zuerst neben einander. Sie sind ineinander. Der Mensch ist aus Gott. Und deswegen setzt die Liebe nicht irgendwann ein; sie tritt nicht sozusagen zum Leben hinzu. Die Liebe ist die Ursache unseres Lebens. Sie ist immer da. Der ewige Gott beginnt nicht zu lieben, er ist Liebe.

Die Schöpfung ist kein Mechanismus, kein Prozess, keine Laune, erst recht nicht Bosheit. Keiner wirft uns ins Leben und lässt uns dann. Die Schöpfung ist ein Liebesakt. Liebe trifft uns nicht von außen, eines Tages. Sie ist immer da, wirkt von innen, gestaltet unser Sein.

„Ich bin. Und ich weiß. Und ich will“, schreibt Augustinus in seinen Bekenntnissen (lib. XIII). „Ich bin und ich weiß und ich will.“ Drei: Sein, Wissen und Wollen. Wir sind drei in einem. Ein Bild des dreifaltigen Gottes. Wir lieben. Mann und Frau lieben sich und einander – und werden drei. Vater, Mutter, Kind. Drei in Liebe. Ein Bild des dreifaltigen Gottes.

Und doch kann Gott niemand schauen, „er hätte denn Frieden“. Das ist der Sinn der Bekehrung: Gott zu schauen und so zu schauen, wer wir wirklich sind.

Wer sind wir? Wer sind wir geworden? Woher sind wir? Wir sind aus der Liebe – und sind doch nicht Liebe geworden. Bekehrung ist Heimkehr zur Liebe. „… und wir hatten Missfallen an unserem Dunkel und wir haben uns hingewendet zu dir und es ward Licht.“ Noch einmal Augustinus.

Der Glaube lässt uns werden, was wir wirklich sind. Deswegen werden wir getauft „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Ein Bild des dreifaltigen Gottes.

Und ein drittes Mal aus den Confessiones: „Jetzt war mein Geist ledig aller nagenden Sorgen des schmeichelnden Werbens, des Raffens, des unsicheren Überlegens, des Kratzens im Aussatz der Wollust, und nun konnte ich plaudern mit dir, meiner Helle, meinem Reichtum und meinem Heil, mit dem Herrn, meinem Gott“ (lib. IX).

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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