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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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21. Sonntag im Jahreskreis (A), 27. August 2017

27/08/2017 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.

Wer steckt dahinter? Wer ist dahinter, wenn ein Mensch stürzt oder aufsteigt? Für den Propheten ist klar: Gott ist es. Gott greift ein. Gott stürzt die Schlechten, Gott erhöht die Guten. Auch Maria, das junge Mädchen, das Prophetin ist und Mutter Gottes wird, sieht es: „Gott stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“, singt sie, inspiriert vom Heiligen Geist. Es ist also wahr, was der Prophet sagt und wahr, was die Frau sagt.

Nur: Das sind Gesichte und Lieder aus sehr alten Zeiten… Können wir es auch so sehen? Nicht mehr. Nicht mehr so leicht. Wir wissen ja gar nicht mehr, wer die Schlechten sind und wer die Guten oder wir sind uns nicht einig über die Einteilung. Und wir erleben, dass Schlechte oben bleiben und Gute nie aufkommen. Wo ist da Gott? Was tut Gott?

Zweifel, Zögern, Fragen: Reicht das schon, um sicher zu sein, dass Gott nicht in die Geschichte eingreift? Dass Gott nichts lenkt?

Wenn das so ist, wenn Gott nirgendwo eingreift, wenn er vielleicht nur beobachtet, wartet, vielleicht gar nichts tut, was uns irgendwie angeht, wenn das so ist, dann steht auch die Frage im Raum: Was sollen wir mit einem so fernen Gott? Wieso sollte uns ein Gott interessieren, der nichts tut in dieser Welt?

Das wäre das Erste: Die Möglichkeit einräumen, dass es einen Gott gibt; dass er handelt in dieser Welt und allen anderen Welten. Das Zweite: Mit Gott rechnen. Also glauben, denn glauben bedeutet: mit Gott rechnen (und dies nicht erst, wenn es uns schlecht geht). Das Dritte wäre: Erkennen und bekennen. Petrus erlebt das. Er erkennt, wer Jesus ist und bekennt es öffentlich: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Wenn es aber so weit ist, kann es nicht mehr bei Worten bleiben. Es beginnt die Nachfolge, das echte Leben, der Auftrag. Und die Macht: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben.“ Schlüssel sind Macht-Zeichen: Wer sie hat, entscheidet, wer durch darf und wer nicht. Die Kirche hat Macht.

Als Petrus da vor Jesus steht und ruft: „Du bist der Sohn Gottes!“, passiert etwas ganz Neues. Mitten im Wirbel der Meinungen wird das Geheimnis erkannt. Es geht nicht mehr um Meinungen und Ansichten, Petrus kann nicht mehr sagen: Man kann Jesus so sehen, aber auch anders: als Sohn Gottes oder als Zimmermann. Viele können das, Petrus nicht mehr. Denn Gott hat ihm etwas gezeigt. Offenbarung. Petrus kann nur noch den Glauben bekennen und er wird jetzt sein Leben lang nichts anderes mehr tun. Christus ist ihm in den Weg getreten, er hat Christus erkannt und nun bekennt er. Mit Macht. Die Schlüssel zum Himmel.

Macht kommt also aus dem Glauben. Macht wird gegeben, nicht genommen. Wird sie missbraucht, wird die Macht entzogen: „Ich stürze dich von deinem Posten“, sagt Gott durch den Propheten. Die Macht wird anderen gegeben: „Ich bekleide ihn, den anderen mit deinem Amtsgewand und umgürte ihn, den anderen, mit deiner Schärpe.“ Die ihre Macht verlieren, fragen sich: warum? Ist es das Alter? Sind es die anderen? Oder ist es meine Schuld? Nimmt Gott mir meine Macht, weil ich schuldig geworden bin?

Was der Prophet sagt, gilt Einzelnen, Gesellschaften, Staaten, Orden – und der Kirche. Der Kirche, wofern sie in Politik, Besitz, Einfluss steht. Auch der Kirche sagt Gott: „Ich stoße dich von deiner Stellung.“ Wenn die Kirche heute keine Macht mehr hat, liegt das dann an den bösen anderen? Oder daran, dass sie früher ihre Macht missbrauchte? Sorgt Gott für Gerechtigkeit, schon in dieser Welt?

Macht wird gegeben, Macht wird genommen: den Eltern, den Männern, Reichen, Priestern, Adeligen… Und dann wird die Macht den Frauen genommen, den Armen, den Laien, den Bürgern… Gott nimmt Macht und gibt Macht. Aus Erbarmen wird Gericht. So ist alles in dieser Welt in Bewegung, alles unter Vorbehalt, keine Position ist sicher.

Man kann uns mit Recht fragen: Gott? Gott greift ein, sagt ihr? Das behauptet ihr, ihr Gläubigen, um euch selbst zu trösten. Ihr seid wie Kinder, die im Dunkeln pfeifen. In solchen Momenten können wir nur schweigen, nichts beweisen. Wir können nur warten – und zusehen, wie die Mächtigen stürzen: Hitler, Lenin, Stalin, Sadam Hussein… Präsidenten werden abgewählt, Bischöfe müssen ihr Haus verlassen, Intellektuelle werden des Irrtums überführt, und die von 68 kämpfen nur noch um ihre Posten. Ist das nur die Geschichte? Oder ist das Gott?

Da wir nichts wissen, können wir uns auch nicht erheben. Wir Gläubigen sehen, aber Genugtuung, das ist etwas für andere. Keine Rache (Pius VII., Napoleon). Wir vertrauen auf Gott, wir haben die Gewissheit: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Aber Sicherheit haben wir nicht. Es ist ein Unterschied zwischen der Gewissheit des Glaubens und der Sicherheit einer Bilanz… Wir glauben. Weiter werden in dieser Welt nicht kommen. „Wer ist Gottes Ratgeber gewesen?“, fragt Paulus in der zweiten Lesung. Gott teilt uns nicht mit, wie er unser Leben lenkt; auch nicht, wie er die Geschichte führt. Hier bleibt uns immer nur der Glaube: „Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin sind alle Dinge.“

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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