Auch mit 83 Jahren kümmert er sich noch immer um die „Unsichtbaren“
Ein pensionierter Arzt widmet sich auch mit 83 Jahren noch der Versorgung derer, die nichts mehr haben, und durchstreift die Straßen des Départements Hauts-de-Seine am Rande von Paris und der französischen Hauptstadt. Mit einem Stock in der einen Hand, einem Arztrucksack in der anderen und einem stets freundlichen Lächeln ist Dr. Guy Lessieux, Freiwilliger bei Ordre de Malte France, einer der Pioniere der Maraudes Médicales, der Gesundheitsrundgänge des Ordens. Diese wurden 1998 ins Leben gerufen, um Menschen, die auf der Straße leben, medizinisch zu versorgen und ihnen zuzuhören. Für seinen unermüdlichen Einsatz und sein vorbildliches Engagement wurde ihm im Juli die Légion d’honneur verliehen. Die offizielle Zeremonie findet Mitte Oktober statt. Die „maraudes“ médicales sind Einsätze vor Ort: An Bord eines ausgestatteten Fahrzeugs suchen ein Arzt und eine Krankenschwester, die beide ehrenamtlich tätig sind, Obdachlose auf. Sie bieten ihnen medizinische Grundversorgung, Medikamente, Orientierung im Gesundheitswesen und vor allem ein offenes Ohr und ihre Präsenz. „Wir versorgen Wunden, aber wir heilen auch die Verlassenheit“, sagt Dr. Lessieux gerne. Jedes Jahr organisiert Ordre de Malte France etwa 500 Einsätze dieser Art mit über 4.500 Konsultationen in ganz Frankreich. Der Orden zählt heute etwa 14.000 Freiwillige, die in 102 Delegationen und 43 Einsatzteams tätig sind. Neben den „Maraudes” betreibt der Orden Gesundheitseinrichtungen, bekämpft Armut und begleitet Menschen mit Behinderungen oder Suchterkrankungen. Seine Arbeit basiert auf einer einfachen Überzeugung: Niemand ist zu schwach oder zu isoliert, um erreicht zu werden. Ein Beispiel hierfür ist Guy Lessieux, der auch mit 83 Jahren noch Zeit, Energie und Menschlichkeit schenkt.


