Ostern 2026
Ostern 2026 Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes Nacht und Tod, erstmal. – Haben Sie Angst vor dem Tod? Nicht alle haben Angst. Die Helden nicht; die Nüchternen nicht, die, die sagen: „G‘hört halt dazu.“ Die Jungen haben keine Angst; der Tod gehört nicht zur Jugend. Die Gläubigen haben keine Angst, die, die wirklich glauben, die so selten sind. Vielleicht haben die meisten einfach auch nur Angst vor dem Sterben, also vor Schmerzen, Abschied, Krankenhäusern und Beerdigungsunternehmern. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: In dieser Nacht wissen wir um den Tod, aber wir feiern das Leben. Und das ist ganz bestimmt nicht unser süßer kleiner Privat-Traum. Was wir hier tun, ist Widerstand. Wir hier stehen gegen eine Welt, der der Tod egal ist. „Warum haben wir die feindlichen Schiffe nicht übernommen?“, fragt der US-Präsident. „Weil es mehr Spaß macht, sie zu versenken“, lacht der „Kriegsminister“ mit dem Verstand einer Hantelbank. Dass Menschen dabei sterben – Wurst. Der Tod ist egal. Die Kinder, die abgetrieben werden – egal. Die Alten – „wann stirbt die endlich?“ Die Parteien. „So schlimm war der Weltkrieg nicht. Vielleicht braucht es wieder einen Krieg.“ Sie wissen, dass viele wieder so daherreden (s. Würzburger Residenz). Wir Christen denken täglich an den Tod. „Maria, bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Aber wir tun das nicht, um das Leben schwer und düster zu machen, sondern weil wir den Schritt über die Schwelle einüben. Den Schritt ins Licht. Nichts ist Gott so entgegengesetzt wie der Tod. Denn Gott ist das Leben. Und Er ist die unbedingte Liebe. Die Liebe anzuzweifeln, ist eine Gotteslästerung. „Aber wenn es Gott wirklich gibt und Er uns doch liebt, kann er dann nicht verhindern, dass unsere Liebsten sterben?“ Der Tod wie wir ihn kennen, kam nicht durch Gott in die Welt, sondern durch die Menschen, die ihre Freiheit missbrauchten und sein wollten wie Gott. So fing das Leid an. Gott greift nicht von oben her ein und macht alles wieder gut; stattdessen geht Er mit uns durch den Tod hindurch ins Leben. Das ist die ganze Geschichte von Jesus Christus. Er geht mit uns in den Tod und dann ins Neue Leben. Alles Leid der Welt ist kein Beweis dafür, dass Gott nicht existiert oder dass Er uns nicht liebt. Der Zustand der Welt ist vielmehr der grauenerregende Beweis, dass wir nicht wollen. Wir wollen Gott nicht. Oft und oft denke ich: Die Leute wollen Chips, Urlaub in Domrep und keinen Krebs, aber sie wollen kein ewiges Leben bei Gott. Wir wollen das Geschenk Gottes nicht. Wir wollen den Glauben nicht wirklich. Nicht mit aller Kraft. Vielleicht ist es gar nicht die Dunkelheit, die uns Angst macht, sondern das Licht? Wir sind alle dazu bestimmt zu leuchten. So, wie die Kinder leuchten. Wir sind dazu geboren, den Glanz Gottes, der in uns ist, leuchten zu lassen. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind durch den Glauben, wenn wir endlich unser Licht erscheinen lassen, dann werden andere in unserer Gegenwart frei. Überlegen Sie: Werden die anderen in meiner Nähe frei? Werden sie hell? Bringe ich Menschen zum Strahlen? * Ja, aber ist das alles denn wahr? Ist diese Auferstehung die Wahrheit? Viele meinen, bei Wahrheit gehe es um Erkenntnis, Logik, wahre oder falsche Sätze usw. Die Bibel versteht Wahrheit anders: als Kraft, die sich zeigt. Der wahre Gott zeigt sich so klar, so überwältigend, dass die vielen anderen Götter der Menschheit sich als Nichtse herausstellen. Entscheidend ist nicht das Argument, sondern die Wirkung. Christen glauben nicht an Jesus, weil er die besten Argumente hat, sondern weil er unüberwindlich lebendig ist, weil er mächtig ist. So lebendig, so wahr, dass man Ihm nachfolgen will. Die Wahrheit tun, darum geht es. Also Leben weitergeben und nicht zerstören. Es geht nicht darum, das Evangelium von Ostern wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen. Es geht darum, dem Auferstandenen zu begegnen mit dem Herzen, dem Körper und mit dem Verstand. Also, Frage dieser Nacht: Was braucht der, der gestorben ist? Neues Leben. Wollen Sie neues Leben? Wir sterben nicht in einem einzigen Moment, wir sterben in vielen kleinen Toden. Das Leben wird einfach immer weniger, es stirbt ab und irgendwann ist halt ganz Schluss. Christen aber begegnen dem neuen Leben: in der Taufe und in der Eucharistie. Denn dort ist Er: Christus. Der Mächtige, der Lebendige. Christen gehen auf das Licht zu; Licht ist das, was uns erwartet. Christentum ist keine Plagerei, sondern die Gemeinschaft der Heiligen, die Gemeinschaft im Licht. Wir Christen sind nicht ängstlich, wir werden nicht immer müder, nein: Wir haben eine große Erwartung! Wir haben Sehnsucht nach Leben, sogar dann noch, wenn wir älter werden. Denn wir sind hineingerufen in das Licht und in die Liebe. Wer diesen Weg geht, geht ihn zusammen mit Christus und mit Freunden hier und mit Fürbittern im Himmel dort, mit den Heiligen. Mit all den Frauen und Männern, die fest geglaubt haben: Jesus lebt! Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. Die Predigt zum Download finden Sie hier!Die Predigt zum Anhören
Predigt in Lengfurt am 04. April 2026
