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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Dienstag der 3. Woche nach Ostern (gehalten Montag, 6. Mai 2019)

06/05/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus.“ Die Menge spricht, immer noch, ich kann sie hören. Sie redet von Missbrauch, dunklen Finanzen, Verschwörungen, Kreuzzügen, Inquisition… (von der katholischen Inquisition, nicht von der protestantischen und nicht von der kommunistischen). Sie hat Recht, die Menge. Alles wahr. Aber irgendetwas sagt mir, dass es nicht wirklich um Missbrauch geht oder um Kreuzzüge. Die Menge stößt sich in Wahrheit an etwas ganz anderem.

Es sprechen auch die, die Distanz zur Menge halten. Sie sagen: Die Kirche ist für zwei Dinge da: Kunst und Caritas. Die Kirche soll die Kultur erhalten (die des Abendlandes natürlich) und sozial tätig sein (sozial, aber nicht politisch). Die Gebildeten, die so aufgeklärt und wohlmeinend mit uns reden, geben uns einen Rat. Er lautet: Etwas wie „Gott“ braucht ihr doch gar nicht. Bach und Gotik reichen. Und hört auf, so raten sie uns weiter, diese absurden Lehren zu predigen. Dann seid ihr bei den Menschen von heute angekommen und man wird euch lieben.

„Welche ‚absurden Lehren‘?“, fragen wir unsere neuen Freunde. „Die Auferstehung von den Toten und die Eucharistie. Verabschiedet euch von dem, was Johannes schreibt, dann findet ihr den wahren Jesus.“

Solche Ratschläge sind eine intellektuelle und moralische Bankrotterklärung, aber sie wirken. Viele Katholiken denken genau so, – und sind damit keine Katholiken mehr. Die Auferstehung von den Toten und die Eucharistie sind das Zentrum des katholischen Glaubens. Unaufgebbar.

Die Leute wollen glauben, – zu ihren Bedingungen. Auf die wird Jesus nicht eingehen.

„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ Das sollen wir streichen und haben dann ein lebbares, modernes Christentum? Wir sollen also streichen, was irritiert? Das genau tun Verschwörungstheorien. In ihnen geht alles auf. Alles wird klar. Eliminieren, was irritiert: Das genau tun Ideologien. Sie errichten schlüssige, logische Systeme. Jesus geht nicht auf; er ist kein System: Er ist lebendig.

Was lebendig ist, passt nicht, es stört, es irritiert, es ist köstlich und hinreißend. Man kann erklären, was Jesus sagt, staunen über die Schönheit und Schlüssigkeit seines Lebens und seiner Lehre, – aber immer bleibt etwas offen. Offen und widerständig. Das Evangelium kennt keinen Ruhepunkt, an dem man sich erleichtert zurücklehnen könnte: alles kapiert, alles verstanden, alles getan.

„Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben…“ Schon das ist ein Angriff auf die Denkgewohnheiten der Zuhörer. Jesus schiebt Mose beiseite, den großen Führer und Gesetzgeber, die Figur der Geschichte Israels. „Nicht Mose, sondern mein Vater gibt euch…“ – Nächster Angriff: Jesus lenkt den Blick weg von Mose, auf Gott hin. Und stellt sich selbst in die Nähe Gottes. Er lässt die Geschichte, auf die die Menschen so stolz sind, und bietet ihnen stattdessen Gegenwart. „Mein Vater gibt euch.“ Jetzt. – Und Zukunft: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“

Nie mehr Durst haben… warum? Was gibt es zu trinken? Blut. – Es wird immer noch schlimmer für die, die Jesus anhören. Für uns heute noch schlimmer als für die damals.

Die Juden, die Jesus als Erste zuhörten, wussten: Blut gleich Leben. Das Leben des Menschen ist im Blut. So denkt das Alte Testament.

Wenn nun also Jesus sein Blut zu trinken gibt, dann bedeutet das: Er gibt sein Leben, seine ganze – göttliche! – Kraft weiter. Es geht nicht um den Stoff Blut, nicht um blutige, archaische Riten, es geht um die Übertragung von Leben.

Hier wird klar: Es geht Jesus nicht um Provokation, um Neues um des Neuen willen, es geht um die Weitergabe göttlichen Lebens. An uns. Und da sollen Kultur und gute Werke und ein bisschen Pädagogik mithalten können?

Die Eucharistie, die heilige Kommunion macht, dass das Leben des Auferstandenen in uns ankommt. Wenn wir diese Gabe annehmen, empfangen, kann sie Raum greifen in uns. Uns verwandeln. Nicht Erhaltung der Welt ist das Ziel, sondern Verwandlung des Menschen.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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