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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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2. Fastensonntag (Lesejahr C), 17. März 2019 (98)

17/03/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Hl. Geistes

„Glaubst du das?“ Jesus fragt immer wieder. Was er am anderen bewundert, ist der Glaube. Die Zeichen, die er tut – dienen dem Glauben.

Seine Erscheinung nach der Auferstehung? Damit die Frauen und Männer, die mit ihm zusammen waren, zum Glauben kommen: Jesus lebt! Pfingsten? Der Hl. Geist wird gesandt, um den Glauben der ersten Christen zu formen. Die Kirche hängt am Glauben. Nur daran. Das ist längst nicht allen klar.

Was wir für eine von vielen Optionen im Leben halten, der Glaube, ist für das Evangelium existentiell.

Heute zeigt sich Jesus drei Aposteln verklärt. Diese Erfahrung, so verstörend sie ist, soll ihren Glauben stärken für das, was kommen wird. Nach dem, was sie auf dem Berg gesehen haben, können sie Jesus endgültig nicht mehr als einen Menschen wie jeden anderen sehen. Sie schauen ihn herrlich. Was bis jetzt nur eine Ahnung war, wird dort droben klar, fast schon eine Gewissheit: Er ist es. Der Messias. Der Erwartete. Der Gesalbte. Gottes Sohn.

Jesus ist einer, mit dem sie durch die Städte und Dörfer ziehen, mit dem sie essen und trinken, den sie reden hören, den sie bei den Kindern und den Kranken sehen. Ein Mensch. Dort oben, im Licht, wird klar: Wahrer Mensch – und wahrer Gott. Staunen, Verwirrung, Furcht… stärken also den Glauben.

Glauben kann man nur, wenn man es will. Kein Argument, keine Tat kann uns zwingen zu glauben; noch nicht einmal die Verklärung. Die drei Männer bleiben frei, zu glauben oder nicht. Und so bleibt es bis zum letzten Atemzug: Wir bleiben frei vor Gott, frei vor der Wahrheit, frei vor denen, die uns lieben und unsere Liebe wollen.

Hier wird auch klar: Das gute Beispiel, das wir unseren Familien oder Freunden geben, die Worte und Argumente, unser inständiges Gebet, – nichts davon kann den Glauben in anderen bewirken. Immer bleiben sie frei zu glauben oder nicht. Es mag sein, dass ein Wort von uns, eine einzige Geste das Herz des anderen trifft genau in dem Moment, in dem es offen ist, bereit, sehnsüchtig. Unsere Geste trifft, der andere glaubt, – aber wollen wir ernstlich behaupten, wir seien die Ursache dieses Glaubens?

Es gibt Menschen, die sind überzeugt, was das Christentum lehrt, sei vernünftig und gut. Aber sie glauben nicht. Es gibt Menschen, die zugeben: In den Worten Christi ist mehr Licht als in jedem anderen menschlichen Wort. Aber sie werden dennoch keine Christen. Warum das so ist, darf keiner beurteilen. Da kann ein schuldiges „Nein!“ sein oder es ist der falsche Augenblick oder wir selbst sind falsch, taugen einfach nicht zum Glaubenszeugen, jetzt, bei diesem Menschen. Die Seele – denn sie ist der Ort des Glaubens – bleibt ein Geheimnis.

Dass wir hier in dieser Kirche beisammen sind, muss ich nicht glauben, das sehe ich. Wer glaubt, der vertraut einem anderen. Dem Zeugen. Er glaubt, weil er spürt: Es ist gut, diesem anderen zu glauben. So glauben wir an die Auferstehung nicht, weil wir dabei waren oder den Auferstandenen selbst gesehen haben, nicht weil es einleuchtend ist, sondern weil wir den ersten Zeugen, den Frauen und den Aposteln vertrauen. Wir sagen ja nicht: alles Lügner! Alles Idioten! Wir hier glauben den ersten Christen. Glaube ist nicht ohne Vertrauen.

Wir glauben nicht, weil wir etwas einsehen, sondern weil wir etwas Gutes wollen. Was geglaubt werden soll, müssen wir auch erhoffen; es darf uns nicht gleichgültig sein. Was erhoffen die Menschen? Kann die Kirche ihnen geben, was sie erhoffen? Das wären die ersten beiden Fragen überhaupt. Derzeit lautet die Antwort: Nein, die Kirche gibt den Menschen hier nicht, was sie erhoffen. Kann sie nicht? Oder will sie nicht?

Wenn wir wollen, dass andere (z. B. in unserer Familie) an Christus glauben, dann müssen wir so leben, dass sie Sehnsucht nach diesem Glauben haben können. In der Weitergabe des Glaubens haben wir also Verantwortung. Es ist nicht gleich, was wir tun – und dennoch sind wir nicht Herren über den Glauben. Der Glaube ist frei.

Die Fastenzeit ist geprägt vom Verzicht. Wozu ist der Verzicht da? Um neue Klarheit zu gewinnen, sich wieder zu konzentrieren. Aus was? Auf Christus. Damit wir Zeugen werden, denen die anderen glauben können. Die ersten Christen waren das. Amen.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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