Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Um Ihnen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte und für Sie relevante Informationen bereitstellen zu können, werden auf dieser Website mithilfe von Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzungsverhalten gesammelt und gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Website-Server auf Ihrem Computer oder sonstigen Geräten zur Internetnutzung abgelegt werden. Ihr Webbrowser sendet diese Cookies bei jedem Besuch an die Website zurück. Dies ermöglicht es uns, Sie bei einem erneuten Besuch der Seite zu identifizieren und Informationen bzgl. Ihrer Präferenzen, zu speichern. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Funktionsweise finden Sie unter: https://www.aboutcookies.org/ Bei jedem Besuch unserer Website werden mithilfe der Cookies und anderen Technologien Informationen gespeichert. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer hier beschriebenen Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen

Close
Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

MENUMENU

Nachrichten

Donnerstag der 1. Fastenwoche. – Predigt gehalten Montag, 11. März 2019 (07)

11/03/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Bittet, dann wird euch gegeben.“ – Stimmt das? Ist der Rat Jesu gut? Hilft das Beispiel der verzweifelten und mutigen Königin Esther, die betet in ihrer Not? Lohnt es sich wirklich, Gott um etwas zu bitten? Ist das Gebet nicht ein einziger großer Schmarren? Nein, das ist keine rhetorische Frage, und Sie wissen das. Weil Sie die Frage selbst auch schon gestellt haben. „Ich bete, aber Gott erhört mich nicht!“ – „Ich habe den Blasius-Segen bekommen und trotzdem eine Angina!“ – „Ich war in Lourdes, aber mein Arm tut noch immer weh!“ Der Zweifel am Gebet ist sehr niederschwellig.

So viele Bitten, so unzählig viele Menschen, die auf der ganzen Welt zu Gott beten und ihn um etwas bitten, – und es wird ihnen nicht gewährt, was sie erflehen. Sie werden nicht gesund, nicht aus Lebensgefahr gerettet; sie kommen nicht in Freiheit, finden keinen, der ihr Leben teilt. Sie beten und nichts geschieht. Ihr Gebet war nichts als ein Selbstgespräch, so scheint es.

Sollen wir nicht lieber einfach tun, was wir tun können und es aushalten, wenn wir nichts mehr tun können? Sind wir nicht doch ganz allein, letztlich?

Man kann so denken. Und kann Gott fragen: Warum erhörst du mich und meine Freunde nicht? Denn jeder, der einem anderen schon geraten hat: Bete! Es hilft! steht da und muss sich anhören: Nichts hat es geholfen!

Aber da wird ein anderer aufstehen und sagen: Mich hat Gott erhört. Und andere werden aufstehen und sagen: Wir haben doch das Wort Jesu „Bittet, dann wird euch gegeben“, und wir haben das Vaterunser, das nichts als Bitte ist, und wir haben das Beispiel so vieler Heiliger, die fest daran glaubten, dass Gott hört und hilft. Und so bleibt, mitten in all dem Beten, ein Zweifel, ein Für und Wider.

Ist die Erhörung der einzige Maßstab? Geht es im Gebet ausschließlich darum, genau so erhört zu werden, wie wir uns das wünschen? Sind es also wir, um die sich alles drehen soll?

Es gibt noch ein paar gute Gründe mehr zu beten. Das Gebet führt den Menschen aus sich heraus. Wer bittet, wendet sich einem anderen zu; er bleibt nicht allein. Das aber ist immer gut, denn es entspricht seiner Natur. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ Das Gebet trennt nicht, es verbindet.

Das Gebet stiftet Gemeinschaft. Es verbindet uns mit allen anderen, die beten; mit denen, die weder verzweifeln noch stolz werden. Das aber ist immer gut, denn so ist die Kirche: die riesige Gemeinschaft derer, die beten.

Die beten, weil sie vertrauen. Trotz aller Zweifel. Jede Bitte, die wir an Gott richten, ist ein Beweis, dass wir ihm vertrauen. Das Gebet ist eine Übung des Vertrauens. Was braucht diese Welt mehr? Skeptiker, Zyniker, Verzweifelte? Oder Menschen, die vertrauen?

Mit jeder Bitte wird unser Vertrauen tiefer und stärker. – Und wenn ich das Evangelium richtig verstehe, dann will Jesus vor allem dies von uns: dass wir vertrauen. Er selbst ist reines Vertrauen in den Vater. Und er vertraut Menschen, solchen Menschen! seine Kirche an.

Indem wir bitten, immer und immer wieder, lernen wir, darauf zu vertrauen, dass Gott uns hört. Und dass er uns Gutes geben wird („wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten“). Er wird uns nicht immer geben, was wir wollen. Nicht immer zu der Zeit, die wir bestimmt haben. Aber Gott wird uns nie Schlechtes geben. Er wird uns nie schaden. – Und wenn wir das nicht gleich sehen, so bestimmt eines Tages: Es war gut für mich, dass ich nicht sofort erhört wurde und nicht so, wie ich es wollte.

Im Gebet stehen zwei gegen einander. Auf der einen Seite: Verzweiflung, höchste Not (wie die der Königin Esther), Hartnäckigkeit und Durchhalten wie im Evangelium, Vertrauen, Weitsicht. Auf der anderen Seite stehen Zweifel, Kurzatmigkeit, Egoismus, Misstrauen. In diesem Menschen-Kampf weist uns Jesus sehr klar unseren Platz zu. „Bittet, dann wird euch gegeben!“, das ist kein Rat, sondern ein Auftrag.

Jesus baut darauf, dass der Vater ihm niemals schaden würde. Jesus hört nicht auf zu beten. Jetzt, in diesem Moment. Für uns, an unserer Stelle.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

X