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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Osternacht 2018

31/03/2018 


In Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Schmeißen Sie Ihre Toten doch in den Wald!

Das werden Sie natürlich nicht tun. Und darauf will ich hinaus. Warum schmeißen Sie Ihre Toten nicht einfach irgendwo hin? Weil man es nicht tut. Bräuche und Regeln stehen dagegen. Und Sie haben Angst, Ihre Toten zu vergessen, selbst einmal vergessen zu werden.

Konventionen und Erinnerungen: nur deswegen? Oder ist da auch Hoffnung? Hoffnung, dass es irgendwas, irgendetwas! gibt, das größer ist als der Tod?

Die Frauen und Männer, die Jesus folgten, hatten irgendeine Hoffnung. Die meisten eine ziemlich falsche, etwas mit Politik und Umsturz, aber doch eine Hoffnung auf mehr, auf Veränderung. Die hatten die Priester, die Gelehrten, die Politiker nicht. Die waren Leute, die nur behalten wollten. Viele sind so. Das Einzige, was die noch hoffen, sind ein paar Jahre mehr. Fristverlängerungen. Und wenn das nicht geht, resignieren sie. Oder werden aggressiv.

*

Das Leben hier ist vom Tod gezeichnet. Aber wir spüren, dass Verzweiflung nicht richtig ist. Wir sagen: „trotzdem!“ Und hoffen.

Menschen hoffen auf Klarheit. Denn wir blicken nicht durch. Menschen verstehen die Welt nicht und sich nicht und ihre eigenen Kinder nicht. Menschen hoffen auf Klarheit.

Menschen mühen sich ab, halten viel aus, stecken viel ein, – und hoffen auf irgendeinen Lohn für das alles. Menschen hoffen auf Gerechtigkeit.

Menschen sind einsam – und hoffen auf Gemeinschaft. Auf Liebe. Liebe aber sagt: Ich bleibe. Keiner sagt: Ich liebe dich, – aber in einem Vierteljahr werden ich abhauen. Liebe hat einen Ruf: „Zukunft!“

Warum haben Sie Kinder gezeugt? Nur weil es Spaß macht? Warum tun sich Männer zu einer Kameradschaft zusammen? Warum denken sie noch an ihre Toten? Warum tun sich Menschen Schweres an? Warum denken Menschen nach? Weil sie Hoffnung haben.

Wie viel Hoffnung in Ihrem Leben steht! (Und, nebenbei, wo wird Ihnen das gezeigt? Nur in Ihrer Kirche!) Da ist also viel Hoffnung. Und das bedeutet: So absurd ist das mit der Auferstehung, mit dem neuen Leben nicht. Die Auferstehung ist die Antwort auf die Hoffnung.

Aber Klarheit, Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Zukunft: Woher wollen Sie das nehmen? Wer soll Ihnen das alles geben? Die Politik? Sie sich selbst? Ich will nicht von mir auf andere schließen, aber… Wir verstehen nichts, die Welt ist und bleibt so ungerecht wie das Leben selbst, unsere Gemeinschaften zerbrechen, weil wir streiten oder sterben, und diese Welt hier endet. Der Garten um die Kunigundenkapelle herum ist voller Welt-Enden.

Echte, echte! Hoffnung kommt von Gott. Von dieser Nacht. Christus, das ist: kein Weiter-so Kein Leben mehr mit angehaltenem Atmen: Welcher Hammer kommt als Nächstes? Christus, das ist: neue Zeit.

Erfolglosigkeit, Krankheit, Altern, Abschiednehmen – lauter kleine Tode. Das Leben stirbt nicht auf einmal, wir müssen es Stück für Stück hergeben. Der Tod ist nicht fern; er ist da. Aber Christus ist auch da. Die Aufhebung des Todes.

Weil das so neu ist, ist es auch kaum zu denken. Deswegen steigen viele aus und bleiben lieber beim Greifbaren: Haus, Auto, 70, 80 Jahre Leben, dann Abtreten. Unsere Pfarre muss so sein, dass es Sie weiter drängt. Dass Sie selbst weiter wollen. Dass Sie mehr wollen!

Es geht in der Auferstehung nicht um ein bisschen mehr vom alten Leben. Es geht um ein völlig neues Zeitalter. Jesus will das Ganze: die neue Existenz. Für alle. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Jo 10,10).

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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