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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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23. Sonntag im Jahreskreis (A), 10. September 2017

10/09/2017 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Ich bete für Sie. Beten Sie für mich? Die Eltern hier, beten sie für ihre Kinder? Und die Kinder? Lernen sie, für die Eltern zu beten? Das ist heute das Thema des Evangeliums: das Gebet. Ein frustrierendes Thema. Man betet, – aber immer zu wenig. Man betet, – aber ehrlich gesagt nur, wenn es einem schlecht geht. Man betet eh, – aber der Pfarrer ist trotzdem nicht zufrieden. Ein heikles Thema, für Männer zumindest. Ein Mann darf den Arbeitskollegen nicht erzählen, dass er regelmäßig betet: Wer betet, ist eine Betschwester.  Ein ärgerliches Thema: Man betet, – aber das Gebet wird nicht erhört.

Doch!, sagt Jesus. „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem Vater im Himmel erhalten.“ Eltern, die gemeinsam etwas erbitten, werden es also von Gott erhalten. Wirklich? So stimmt das nicht. Es stimmt offenbar nicht, was Jesus sagt. Entweder er irrt sich oder er lügt – oder er meint es anders als wir. Was denken Sie? In Zweifelsfällen hilft es, das Ganze zu hören. Jesus fügt hinzu: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Es genügt also nicht, dass zwei gemeinsam beten. Sie müssen im Namen Jesu zusammen sein. Mehr noch: Jesus muss bei ihnen sein. Unsere Gebete werden erhört, weil Jesus bei uns ist: der geliebte Sohn des Vaters im Himmel. Unsere Gebete werden erhört, wenn Jesus bei uns ist.

Jetzt werden wir schon vorsichtiger. Haben wir immer gewollt, dass Jesus mit uns betet? Könnte Jesus jedes unserer Gebete auch sprechen? Ist ihm wichtig, was uns wichtig ist? Ist er unser Maßstab? Er, der sagt: „Sucht vor allem das Reich Gottes…“? Wir lernen in diesem Evangelium: Zum Gebet gehört Gemeinschaft. Wenn man nur dieses Evangelium nimmt, müsste man sogar sagen: Alleine kann man gar nicht beten. Wer nur für sich betet, ohne jeden Blick auf die anderen, der betet gar nicht wirklich. Was Jesus da sagt, hilft gegen den Egoismus in uns. Was Jesus da sagt, ist auch eine Beschreibung unserer Versammlung hier: Gemeinsam bitten wir den Vater. Das nehmen Sie sich vor, wenn Sie am Sonntag in die Kirche gehen…

Die Taufe begründet unsere Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der Christen untereinander – und mit Christus. Die Taufe nimmt den Menschen in die Kirche auf. Und was ist die Kirche? Eine Gemeinschaft des Betens, und Jesus ist Teil dieser Gemeinschaft. Ihr Oberhaupt, aber auch Mitglied. Jesus ist Mitglied der Kirche – und das ist die Bedingung dafür, dass Gebete erhört werden. Wer ohne Jesus betet oder gar gegen Jesus, wird nicht erhört.

Nicht jedes Gebet gelingt also. Weil es sich an den Falschen richtet, weil es um das Falsche bittet, weil es aus dem Egoismus kommt. Wir müssen uns also fragen: Um was bitte ich? Wen bitte ich? Mit wem zusammen bitte ich? Wir müssen wissen, dass wir Gott alles sagen können, – ihn aber nicht um alles bitten können. Die meisten Leute machen es aber genau anders: Sie sagen Gott nur ausgewählte Dinge (lassen ihn also nicht an ihrem Leben teilhaben) und bitten ihn um alles Mögliche (ohne also zu überlegen, ob ihre Bitten Gott gefallen können). Beten bedeutet immer auch: über Gott nachdenken, Gott kennenlernen.

Und sich selbst kennenlernen: „Was zwei von euch gemeinsam erbitten…“ Bitten kann nur der, der seine eigene Lage erkannt hat: Ich schaffe es nicht alleine. Wer bittet, anerkennt die Position des anderen: Du bist stark. Stärker als ich. Also hilf mir. Wer bittet, muss ein Anliegen haben, wirklich etwas wollen, nicht bloß träge dahin treiben, nicht längst aufgegeben haben.

Jesu sagt uns heute: Eure Bitten werden erfüllt, wie er uns ein andermal sagt: Ihr werdet belohnt werden. Wenn wir ihm vertrauen, dann gibt uns sein Wort Halt in dieser egoistischen, absurden Welt, – „auf Erden“. Jesus sagt es ausdrücklich: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten…“ Wer auf Erden ist, muss bitten, denn er entbehrt. Im Himmel werden wir nichts mehr entbehren. Dort ist alles gut.

Aber wir sind schon auf dem Weg, im Übergang. Im Vaterunser beten wir „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.“ Und im heutigen Evangelium verbindet Jesus alle, die bitten, mit sich und mit dem Vater: Das Gebet verbindet Himmel und Erde. Die Gemeinschaft des Gebetes wird sehr weit. Wer getauft ist, darf in diese Gemeinschaft eintreten.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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