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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

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Fest des hl. Thomas von Aquin

28/01/2013 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen GeistesZum Fest des großen Kirchenlehrers Thomas von Aquin schenkt uns die Liturgie eine Lesung über die Weisheit. Die Weisheit ist hingeordnet auf die Wahrheit. Der weise Mensch sucht die Wahrheit. 1244 war der junge Thomas in den Orden der Prediger eingetreten. Er tat das gegen den Willen seiner Eltern, durchstand einen schweren, gewaltreichen Konflikt mit seiner Familie. Der Wahlspruch der Dominikaner besteht aus einem einzigen Wort: Wahrheit. Die Priester des Predigerordens sollen die Wahrheit suchen, die Wahrheit betrachten und das so Geschaute an die Menschen weitergeben. Das bedeutet Predigen.
Viele suchen Wahrheit – besser müsste man sagen Wahrheiten –, um gerechter zu sein, klüger, effizienter, um mehr zu wissen und mehr Erfolg zu haben. Ein weiser Mensch sucht die Wahrheit um ihrer selbst willen. Er ist frei. Die Scheinweisheit will von den anderen bewundert werden; Anhänger gewinnen. So macht sie sich abhängig vom Lob, von den Moden, von konkreten Zielen. Sie sammelt Wissen. Aber Wissen allein bläst den Menschen nur auf; es baut nicht auf. Weder den, der weiß, noch die anderen. Der Weise ist frei, er baut auf und er kann kämpfen. Um die Wahrheit kämpfen, das tat der hl. Thomas. Der weise Mensch weiß aber auch, wann das Kämpfen sinnlos ist. Dann nämlich, wenn es dem anderen nur darum geht, Recht zu haben. Wo es nur ums Rechthaben geht, aber nicht um die Wahrheit, lohnt sich Streit nicht. Wahre Weisheit sucht die Wahrheit – aber nicht den Streit und nicht das Rechthaben. Wahre Weisheit ist friedliebend.
Wo findet der Mensch Frieden? Thomas findet Frieden in der Versenkung in Gott. Um sich aber in Gott zu versenken, braucht es die Weisheit. Die Weisheit ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Sie ist immer ein Geschenk. Der Mann, die Frau oder das Kind oder die Gemeinschaft. Wer immer die Weisheit empfängt, berührt den lebendigen Gott. Weil die Weisheit eine Gabe von Gott ist.
Was kann der Mensch seinerseits tun, um für die Gabe Gottes bereit zu sein? Lieben. Durch die Liebe wird der Mensch mit Gott vereint, durch nichts sonst. Die göttliche Weisheit erringt der Mensch also nicht zuerst durch vieles Lernen, sondern dadurch, dass er sich Gott aussetzt, in Liebe. Dass er Gott erleidet; übt, in allen Lebenslagen mit Gott eins zu sein.
„Heilige sie durch die Wahrheit“, betet Jesus in den letzten Stunden seines Lebens. Er betet für seine Jünger. Also für die Kirche. Dafür, dass Frauen, Männer, Kinder, Gemeinschaften sich Gott aussetzen. Der ihnen die Wahrheit zeigen wird. Wer sich dem Wort Christi aussetzt, wer es betrachtet, der lernt die Wahrheit über sich selbst, über die Welt, über Gott. Christus ist ja die Wahrheit.
Und Christus gehört uns nicht. Deswegen wird, wer sich der Wahrheit aussetzt, weise. Ein demütiger Mensch, der die Wahrheit nicht besitzt; kein Ideologe, sondern ein Schauender.
Wer an Gottes Weisheit teilhaben will, der muss ich von Gott gestalten lassen: nach dem Bild seines Sohnes. Gott gestaltet den Menschen nach dem Bild Christi. Je mehr aber das Antlitz Christi aus einem Menschen hervortritt, desto eindeutiger wird dieser Mensch zum Friedensstifter. Denn Christus hat – durch sein Sterben – die Welt mit Gott, ihrem Ursprung, versöhnt. Christus hat nach dem Chaos der Sünde die neue Ordnung gebracht. Wer also nach dem Bild Christi gestaltet wird, wer weise wird, der versteht, alles auf Gott hinzuordnen. Der Weise ist der Mensch, der mit Gott verbunden ist. Der Gottes Plan schauen darf und alles tut, um diesen Plan, die neue Ordnung zu verwirklichen.
Zum mündlichen Vortag bestimmt, verzichtet der Text auf exakte Zitierung und Angabe von Quellen. Er bleibt Eigentum des Autors. Jede Veröffentlichung und Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. C. Martin

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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