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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

Montag der 4. Woche im Jahreskreis

04/02/2013 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.Glaube, das ist Sache des Einzelnen. Der Einzelne entscheidet, ob er glaubt oder nicht. Der Einzelne tritt einer Gemeinschaft bei, der Kirche, einem Orden; oder er lässt es bleiben. Der Einzelne behält seinen Glauben für sich, oder er gibt ihn weiter. Eine andere Meinung sagt: Der Glaube ist Sache der Gemeinschaft. Dieser Gemeinschaft hier. Der Menschen, die hier, jetzt leben, die mit mir glauben, die ich kenne oder kennen könnte. Alles wir und hier und jetzt. Das letzte Wort der heutigen Lesung gibt uns eine ganz andere Perspektive: „Denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden.“ Der Hebräerbrief zeigt uns, dass es viel zu spärlich ist, den Glauben allein im Einzelnen oder allein im Hier und Jetzt anzusetzen. Die Gegenwart ist zu eng; der Einzelne ist einzeln, allein, mehr nicht. Nicht dass wir nicht allein sein könnten, und wir träumen uns auch nicht weg von hier, hinaus in eine bessere Geschichte. Die Geschichte, das ist ja nicht das Bessere. Christen träumen nicht von guten alten Zeiten, Christen restaurieren nicht. Aber in der Geschichte sind unsere Wurzeln. Wir sind keine Einzelnen. Wir haben Vorfahren. Und wenn wir das Wort der Lesung ernst nehmen, dann geht uns auf, dass wir für die Geschichte sogar Verantwortung tragen: „Denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden.“
Im Hochgebet der Messe ist die Rede von „unserem Vater Abraham“, von den Gaben Abels und dem Opfer des Priesterkönigs Melchisedeks. Von den Glaubenden der Vorzeit. Im Stundengebet beten wir die Psalmen: das Gebet der Juden mehr als 2000 Jahren. Das Gebet Jesu und der Apostel und fast aller Heiligen. Alles, was wir beten, wurde schon durchbetet vor uns. Im Credo bekennen wir „die Gemeinschaft der Heiligen“. Das ist doch nichts anderes als der Blick über das hier hinaus, in die Vergangenheit (und in die Zukunft). Wir sind nicht allein und wir sind nie Anfänger und wir sind nicht die Letzten. Der Hebräerbrief spricht von den Glaubenden der Vergangenheit. Von unserer Vorgeschichte. Wir sehen, welche Kraft Gott Menschen gibt; wir sehen auch, was Gott Menschen zumutet und dass der Glaube keine Garantie für Erfolg ist, eher das Gegenteil („notleidend, bedrängt, misshandelt“). Der Text nennt die Staunen erregenden Helden des Glaubens, die ganz großen Szenen. Aber Glaube ist für alle schwierig. Der eigene Charakter, die ernüchternde, ermüdende, entmutigende Erfahrung des Lebens, die Argumente der Wissenschaft, die Verachtung der öffentlichen Meinung… jeder, der heute glaubt, hat das alles auszuhalten und zu bestehen. Und selbst die, die keinen Glauben bekennen, in keine Kirche gehen, sind doch alle Menschen, die Träume haben und sie begraben müssen; die sich wünschen, geliebt zu werden und oft keinen finden, der das tut. Da gibt es eine große Gemeinschaft in den Hoffnungen wie in den Enttäuschungen. In der Menschheit, in der Geschichte, in der Kirche sind wir geborgen. Und da tragen wir auch Verantwortung. Wir brauchen Geborgenheit, weil wir schwach sind, und haben Verantwortung, weil wir stark sind: So sind Menschen, schwach und stark. Wo wir schwach sind, gehören wir zu denen, denen Jesus sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.“ Wo wir stark sind, übernehmen wir Verantwortung für andere. Sogar für die vor uns: „Denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden.“ Da gilt uns, was Paulus schreibt: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“ (Kol 1,24). Die, von denen der Hebräerbrief heute spricht, alle vor uns, alle vor dem irdischen Jesu, alle, die sich je auf dieser Welt Gott zugewandt haben, alle gehören zu uns und für alle tragen wir Verantwortung. Jedes Gebet, jedes Opfer, jede gute Tag, jede Liebe wirkt mit an der Erlösung der Welt, an der Erlösung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft durch den, von dem es heißt: Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit.
Zum mündlichen Vortag bestimmt, verzichtet der Text auf exakte Zitierung und Angabe von Quellen. Er bleibt Eigentum des Autors. Jede Veröffentlichung und Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. C. Martin

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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