Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Aktuelles

19. Sonntag im Jahreskreis 2026

09/08/2026 


Die Predigt zum Anhören

19. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A, Mt 14)
Predigt in Bischbrunn am 09. August 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Drei Themen hat dieses Evangelium: Gebet, Wunder, Glaube. Welches davon wählen Sie? Mir wurstegal! Umfragen sind manchmal einfach nur Quatsch. Selbst entscheiden, Konsequenzen tragen. Also: „Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um allein für sich zu beten.“ (Mt 14,23)

Jesus betet. Ist das nicht seltsam? Der Sohn Gottes betet? Gott betet?? Wenn Sie bedenken, was ein Gebet ist, werden Sie nicht mehr so fragen. „Gebet ist die Vereinigung mit Gott“, sagt der hl. Pfarrer von Ars, dessen Fest wir vergangene Woche feierten. Zusammensein mit Gott: Das ist Gebet. So gesehen, ist Jesus der erste Beter überhaupt. Keiner ist so sehr mit Gott wie Er. Er ist mit seinem Vater: Das ist sein Gebet.

Hier wird klar, dass das Gebet und das Wunder zusammengehören. Das Wunder auf dem See kommt aus der Stille droben am Berg. Im Wunder geht es nicht um Spektakel, sondern um Macht, göttliche Macht wohlgemerkt. Wunder sind nicht dazu da, möglichst auffällig zu sein. Wunder gibt es, damit wir Menschen etwas von Gott erkennen.

Dass Gott Wunder wirken kann, sollte Ihnen klar sein. Könnte er es nicht, wäre er nicht Gott. Wäre Gott gehindert oder gebunden, an Naturgesetze z. B., so wären diese Gesetze ja stärker, größer als Gott. Größer aber als Gott kann nichts gedacht werden. Überlegen Sie das, bevor Sie an der Jungfrauengeburt oder dem Wunder der Eucharistie herumnörgeln.

Einen Glauben ohne Staunen, ohne Irritation, ohne Wunder, ohne Widersprüche kann ich mir kaum denken. Denn wozu ist der Glaube da, zuerst einmal? Um Denkgewohnheiten zu sprengen wie eine marode Brücke und die Welt weiter zu machen. Wer sagt: Dieses Wunder kann Gott nicht wirken, der macht die Welt eng und Gott klein.

Da draußen auf dem See sind ein paar Menschen zwischen schweren Wassern, Nacht und Wind. Ihnen hilft kein Können mehr und kein Trick. Zwischen den dunklen Wellenbergen suchen sie nach Hilfe. Sie brauchen ein Wunder.

Und da ist jemand! Sie sehen einen Menschen auf den Wellen. Sie sehen den Herrn. Mitten in Elementen, die kein Mensch beherrschen kann. Sie ahnen ein Herz, wo Kälte und Untergang sind. Sie erkennen, wer Jesus ist.

Wunder sind nicht eine Glaubensprüfung. Wunder kündigen an, dass etwas mit uns geschehen wird. Die Wunder deuten an, dass Gott bis in die körperliche Welt gehen wird. Wunder sind Hinweise auf die neue Schöpfung. Wenn Jesus z. B. eine Kranke heilt, dann, damit wir erkennen können, was Gott im Großen vorhat. Die große Heilung. Auf dem See steht Jesus den Jüngern gegenüber als Mensch und Gott zugleich. Zuerst in der Ferne, dann ganz nahe bei ihnen. Die Wunder sind Gottes eigenste Taten und weil sie von Gott kommen, zwingen die Wunder nicht. Die einen glauben, die anderen glauben nicht. Auf dem See tut Jesus etwas, was nur Gott kann. Er gebietet den Elementen. Der Jünger findet Halt, wo weit und breit kein Halt ist: an Jesu Hand.

Ganz wichtig aber dies: Das Wunder kommt aus dem Zusammensein Jesu mit dem Vater im Himmel. Ich bin schier fassungslos, dass die modernen Erklärer*innen Jesus hier hinstellen nicht als einen Mann, der betet, sondern als einen, der auch mal seine Ruhe braucht. Das geht so komplett an den Evangelien vorbei!

Das macht aus Jesus einen gestressten Kindergärtner, der endlich auch mal an sich denken muss. Also Fertigpizza für die Kinder, Chips, Cola und Tablett und selber mal die Beine hoch, abschalten.

Jesus schaltet da oben auf dem Berg doch nicht ab! Wer so denkt und schreibt und uns lehrt, hat keine Ahnung vom Beten. Für diese Leute ist Gebet Freizeit, irgendwie wie Ausspannen. Deswegen meinen die Leute ja auch, dass die im Kloster, die „siebenmal am Tag“ zum Gebet zusammenkommen, eigentlich nichts tun, Faulenzer sind.

Das Evangelium endet mit dem Glaubensbekenntnis der Jünger: „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“ Das ist offenkundig nicht nur das Bekenntnis oder gar die Meinung der Menschen im Boot. Nein, das ist das Bekenntnis aller Frauen und Männer, die Jesus folgen[1]. „Du bist Gottes Sohn.“

Glaube heißt nicht „irgendwie katholisch sein“ und dies und das meinen. In diesem Evangelium wird klar: Glaube ist Begegnung mit Gott. Sie kommt, vertrauen Sie mir. Und beten Sie, dass Sie es merken und Gott nicht verpassen.

[1] Es ist also vielleicht gar nicht nötig, ausdrücklich auch Jüngerinnen in das Boot von damals zu setzen und aus dem Ganzen einen Betriebsausflug der AOK zu machen. Waren die Jünger so anders als ihre Umgebung, wo die Frauen doch eher unter sich blieben und die Männer unter sich? So wie bei uns noch vor 50 Jahren, als Frauen nicht ins Wirtshaus gehen konnten, weil dort die Männer beisammensaßen? Ist das im Orient nicht immer noch so? Ich weiß es nicht. Um den Frauen heute zu ihrem Recht zu verhelfen, muss man sich die Frau von damals nicht aneignen und zurechtfabulieren. Wer so etwas will, soll ins Kino gehen. Im neuen Christopher-Nolan-Film „Odyssey“ reden die alten Griechen wie New Yorker Hipster. Netter Versuch. Mit Geschichte hat das nichts zu tun.

FÜRBITTEN

„Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm.“
Hl. Geist, gib, dass wir Gott erkennen, wenn er sich nähert.

Elias erkennt die Gegenwart Gottes in der Stille.
Hl. Geist, lehre uns, die Stille zu lieben. Lehre uns, die Liebe zur Stille weiterzugeben an unsere Kinder.

Marktheidenfeld feiert in diesen Tagen seinen Schutzpatron, den hl. Märtyrer Laurentius. Er ist auch der Schutzpatron der Armen, der Köche, Bierbrauer, Winzer, Feuerwehrleute und Bibliothekare.
Wir beten für die Katholiken in Marktheidenfeld und der Pfarreiengemeinschaft.
Wir beten um eine gesegnete Laurenz-Messe, die die Menschen in Freude zusammenbringt und vielen ein Auskommen sichert.

(Anmerkung des Zelebranten: Widerstand und Erstaunen wegen dieses Vorschlags?)

Wir beten für die Regierung dieses Landes

Herr Jesus, Vergilt den Menschen, die uns Gutes getan haben und schenke ihnen einmal das ewige Leben in der Seligkeit des Himmels.
Gib unseren Toten nach allem Kampf die ewige Ruhe beim himmlischen Vater.

SCHLUSSBETRACHTUNG

DIE JUDEN

Heute, 9. August, ist das Fest der hl. Theresia Benedicta vom Kreuz, in der Welt Edith Stein. Die deutsche Philosophin war Jüdin, konvertierte zum katholischen Glauben, trat in der Karmel ein und wurde Nonne. Am 9. August 1942 wurde sie in Auschwitz vergast. Papst Johannes Paul II. erhob sie zur Patronin Europas.

In der zweiten Lesung jubelt Paulus über die geistlichen Schätze Israels. Die Vorzüge Israels bleiben, auch wenn die Juden Jesus nicht als Messias anerkennen.

Den Juden wurde so viel von Gott geschenkt:

„Sie sind Israeliten“: Sie sind das Volk Gottes, von Gott auserwählt, geliebt, begleitet von Anbeginn.

„Ihnen gehören die Sohnschaft“: „So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn.“

Gottes „Herrlichkeit“ wohnt in Israel: im Offenbarungszelt und im Tempel; sie ist mit dem Volk unterwegs.

Da sind auch die Bundesschlüsse. Immer wieder neue Bundesschlüsse Gottes mit Israel, seinem Volk: mit Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, Jakob, Lea und Rahel, mit Mose, mit dem Haus David…

„Ihnen ist das Gesetz gegeben“: Die Tora ist für Israel nicht Last und Pflicht, sondern Geschenk. Das Gesetz und die Gebote ermöglichen ein gutes Zusammenleben der Menschen.
Gott schenkte den Juden auch den Gottesdienst: Erinnerung an alle die Taten Gottes im Tempel und in den Synagogen – bis heute.

Gott schenkt den Juden die „Verheißungen“: die immer neue Verkündigung von Prophetinnen und Propheten, dass ein Leben in Gerechtigkeit und Gottesfurcht eine Zukunft hat.

Den Juden entstammt Christus dem Fleische nach: Jesus war Jude und ist zeitlebens Jude geblieben.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | E: smom@malteser.at

X