12. Sonntag im Jahreskreis 2026
12. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A: Röm 5,12) Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes Schwierige Stelle in der zweiten Lesung. „Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt / und durch die Sünde der Tod / und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen.“ Ein einziger Mensch ist verantwortlich dafür, dass alle Menschen sterben müssen. Gemeint ist Adam. Kein Wunder, dass viele denken, der Glaube sei schwierig; für den Verstand und für das tägliche Leben. Viele haben da eine einfache Lösung: Sie nennen sich weiter „Christen“, feiern Weihnachten, schicken ihre Kinder zur Firmung, aber in Wahrheit ist da nichts mehr von Christentum, gar nichts. Sie machen sich ihren eigenen Glauben. Der eigene Glaube ist nie schwer, denn in der Regel machen sich’s Menschen gerne leicht. – Wie zur Hölle kommt man auf die Idee, der Glaube müsse leicht sein? Welche Frau, welcher Mann in der Bibel hatte es leicht? Wer, der sich je wirklich auf Gott einließ, hatte es leicht? Nein, „leicht“ kann der christliche Glaube nicht sein. Vielleicht ist der Islamismus leicht; da weiß man ja immer, was richtig und was falsch ist. Frauen verschleiert, Homos tot, alles gut. Vielleicht ist die Esoterik leicht; da fühlt man sich nie schlecht. Vielleicht ist ein Auto-Kauf leicht oder das AFD-Wählen, aber Christ-sein ist nicht leicht. Es ist gut, richtig, es lohnt sich. Das ist der Punkt. Wer wirklich Christ wird, verplempert sein Leben nicht, muss am Ende nicht sagen: „Ach, hätte ich nur … mehr mit meinen Leuten gesprochen, weniger gearbeitet, stattdessen öfter gesehen, wie schön diese Welt sein kann und anderen geholfen!“ Anderen helfen z. B. ist nicht leicht. Aber es ist gut und es lohnt sich. Also, zu den schwierigen Gedanken der Lesung. Ich bin dazu da, Ihnen dabei zu helfen. Sie sind dazu da, es zu wagen. „Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten.“ Kurz: Was ein einziger Mensch getan hat, hat Auswirkungen auf alle. Was Adam und seine Frau verkackt haben, betraf nicht nur sie allein. Es betrifft alle nach ihnen. Die Geschichte von Adam und Eva ist ein Bild – kein historischer Bericht, sondern ein Bild – für den großen Zusammenhang unter allen Menschen. Das kehrt im Christentum dann wieder: Ein einziger Mensch, Jesus Christus, hat alle anderen Menschen erlöst. Adam – Jesus. Was spüren Sie, wenn Sie das hören? Befremden, Unbehagen, Empörung? Sie finden vielleicht: Jeder ist nur für sich selbst verantwortlich, jeder muss sein eigenes Leben leben; einer für alle, das ist doch absurd. – Aber elf für alle, das finden Sie genial. Deniz Undav einen Abend lang für ein ganzes Land: Das leuchtet Ihnen ein. Aber dass ein Mann – Jesus – für die ganze Menschheit steht, das finden die Leute überholten Christenquatsch. Sie sehen selbst… WM und Bibel haben hier dieselbe Message: nicht jeder allein für sich. Wir gehören zusammen. Keine Ahnung, wie die Geschichte der WM gehen wird. Aber unsere Geschichte, die der Christen, die geht ungefähr so: Es war etwas schief geworden mit der Welt, es fehlte etwas, es war was falsch, schlecht. Und wer wollte behaupten, die Welt so wie sie gerade ist, sei in bester Ordnung? – Da es nun 1.) Gott gibt, 2.) Gott diese Welt erschaffen hat (verdorben haben sie dann die Menschen), 3.) Gott sein Werk liebt, wird 4.) Gott etwas tun, um die Welt zu heilen. Hier kommt Jesus ins Spiel. Der Erlöser. Der, der heilt, der es gut macht: die ganze Welt, alle Menschen. Da sind wir an einem ultra-wichtigen Punkt. Die meisten Leute denken, Jesus sei ein großer Lehrer der Menschheit, wenn überhaupt. Wenn Jesus nur ein Lehrer ist, dann hat Jesus nur ein Wissen und Ansichten. Wieso sollten die Ideen Jesu wichtiger sein als unsere Ideen? Die Frage ist also: Führen die Kirchenmenschen von heute ein Gespräch mit Jesus bei offenem Ausgang, mal sehen, wer sich durchsetzt? Oder hören wir auf Jesus? Gehorchen wir ihm? Das frage ich die ins Angesicht, die gerade in der Kirche sehr trickreich alles daransetzen, die Lehre Jesu nicht zu bedenken, auch nicht neu zu bedenken, sondern sie zu erledigen und ihre eigenen Anliegen an die Stelle zu setzen. Mein Problem dabei: Irgendeine Oberin, irgendeine Präsidentin, irgendein Professor haben vielleicht gute Ideen; mag sein, dass sie richtig tolle Typen sind, mag sein, dass sie Recht haben in irgendwas. Aber sie erlösen mich nicht. Sie leben nicht in mir. Ich werde sie niemals anbeten. Noch nicht einmal lieben. Ich werde sie nur achten und respektieren und gut behandeln. Man kann auch das Liebe nennen. Wenn Jesus etwas stellvertretend für uns tut, an unser aller Stelle, dann hat er Autorität in unserem Leben. Hören Sie auf, Jesus Christus aus Ihrem Leben und aus der Kirche zu drängen! Stellen Sie ihn in die Mitte, mehr und mehr. Es geht also um Stellvertretung. Jesus für uns, wir Christen für die anderen. Also geht es um Gemeinschaft. Wir Christen bekennen: Von Anfang an sind die Menschen als Geschwister gedacht. Offenbar freut es Gott, wenn Menschen für einander einstehen. Baugesetz der Sünde: Ich für mich! Baugesetz der Erlösung: Einer für den anderen. Stellvertretung ist eine Form der Liebe. Jesus geht seinen Weg treu zum Vater und voll Liebe zu den Menschen. Er ist der einzige wirklich Gerechte. Er ist der Sohn, an dem der Vater „sein Wohlgefallen“ hat. Dieses Wohlgefallen des Vaters an Jesus überträgt sich auf alle Menschen. Jesus sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns alle ein. HIER beginnt die Einheit der Kirche! An Jesus lernen wir die Stellvertretung. Das bedeutet für Sie konkret: Sie können – müssen! – stellvertretend für andere beten, stellvertretend für andere leiden, vielleicht sogar stellvertretend für andere glauben. Sehen Sie Ihre Aufgabe in Ihrer Familie oder in Ihrem Freundeskreis oder in Ihrem Land doch einmal so… FÜRBITTEN In der ersten Lesung heißt es: „Doch der HERR steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen.“ Im Evangelium heißt es: „Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!“ „Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ Wir beten für die Regierung dieses Landes. Wir beten für unsere Kranken Verwandten und Freunde. Wir beten für die jungen Menschen in Marktheidenfeld. Wir beten für die Frauen und Männer in den Altenheimen. Wir schenken unsere Toten dem himmlischen Vater. Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. Die Predigt zum Download finden Sie hier!Die Predigt zum Anhören
Predigt in Marktheidenfeld St.-Laurentius am 21. Juni 2026
Wir beten für die verfolgten Christen. Für die verspotteten Christen. Für die einsamen Christen.
Heiliger Geist, erfülle uns mit Sorge um uns und unsere Lieben. Erfülle uns mit großem Vertrauen.
Christus, gib den gefirmten Christen Bekennermut.
