Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Ostermontag 2026

06/04/2026 


Die Predigt zum Anhören

Ostermontag 2026
Predigt in Trennfeld am 06. April 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Helden haben keine Angst. Nüchterne auch nicht. Die sagen: „Der Tod gehört halt dazu.“ Die Jungen haben keine Angst. Der Tod passt nicht zur Jugend. Die Gläubigen haben keine Angst, die, die wirklich glauben. Vielleicht haben die meisten auch nur Angst vor dem Sterben, also vor Schmerzen, Abschied, Krankenhäusern und Beerdigungsunternehmern. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Wir Christen wissen um den Tod, aber wir feiern das Leben. Nicht nur an Ostern.

Und das ist ganz bestimmt nicht unser süßer kleiner Privat-Traum. Das ist Widerstand. Wir hier stehen gegen eine Welt, der der Tod anderer egal wird. Der US-„Kriegsminister“ ruft die Amerikaner dazu auf, im Namen Jesu [!] „auf gebeugten Knien“ für den Sieg über jene zu beten, „die keine Barmherzigkeit verdienen … Lass’ jede Kugel gegen die Feinde … unserer großen Nation ihr Ziel finden.“ Gebet eines mächtigen Politikers. Wir nennen das: Gotteslästerung.

Der Tod ist egal. Auch der Tod der Kinder, die abgetrieben werden, ist egal. Manche Parteien halten mit. „So schlimm war der Weltkrieg nicht; vielleicht braucht es ja wieder einen Krieg.“ So wird wieder geredet.

Wir Christen denken täglich an den Tod. „Maria, bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Aber wir tun das nicht, um das Leben schwer und düster zu machen. Wir üben einfach den Schritt über die Schwelle ein. Den Schritt ins Licht.

Nichts ist Gott so entgegengesetzt wie der Tod. Denn Gott ist das Leben. Und Er ist die unbedingte Liebe. Die Liebe anzuzweifeln, ist eine Gotteslästerung.

„Aber wenn es Gott wirklich gibt und Er uns doch liebt, kann er dann nicht verhindern, dass unsere Liebsten sterben?“ Der Tod wie wir ihn kennen, kam nicht durch Gott in die Welt, sondern durch die Menschen, die ihre Freiheit missbrauchten und sein wollten wie Gott. So fing das Leid an.

Gott greift nicht von oben her ein und macht alles wieder gut; stattdessen geht Er mit uns durch den Tod hindurch ins Leben. Das ist die ganze Geschichte von Jesus Christus. Er geht mit uns in den Tod und dann ins Neue Leben.

Der Zustand der Welt ist nicht ein Beweis gegen Gott. Sondern der grauenerregende Beweis, dass wir nicht wollen. Wir wollen Gott nicht. Die Leute wollen Chips, Urlaub in Domrep und keinen Krebs, aber sie wollen kein ewiges Leben bei Gott. Wir wollen das Geschenk Gottes nicht. Wir wollen den Glauben nicht wirklich, nicht mit aller Kraft. Vielleicht ist es gar nicht die Dunkelheit, die uns Angst macht, sondern das Licht?

Wir sind alle dazu bestimmt zu leuchten. Etwa so, wie die Kinder leuchten. Wir sind dazu geboren, den Glanz Gottes, der in uns ist, leuchten zu lassen. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind durch den Glauben, wenn wir endlich unser Licht erscheinen lassen, dann werden andere in unserer Gegenwart frei. Überlegen Sie: Werden die anderen in meiner Nähe frei? Werden sie hell? Bringe ich Menschen zum Strahlen?

Ja, aber ist das alles denn wahr? Ist diese Auferstehung die Wahrheit? Viele meinen, bei Wahrheit gehe es um Erkenntnis, Logik, wahre oder falsche Sätze usw. Die Bibel versteht Wahrheit anders: als Kraft, die sich zeigt. Der wahre Gott zeigt sich so klar, so überwältigend, dass die vielen anderen Götter der Menschheit sich als Nichts herausstellen.

Entscheidend ist nicht das Argument, sondern die Wirkung. Christen glauben nicht an Jesus, weil er die besten Argumente hat, sondern weil er unüberwindlich lebendig ist, weil er mächtig ist. So lebendig, so wahr, dass man Ihm nachfolgen will. Die Wahrheit tun, darum geht es. Also Leben weitergeben und nicht zerstören. Neid z. B. oder üble Nachrede zerstören Leben.

Es geht nicht darum, das Evangelium von Ostern wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen. Es geht darum, dem Auferstandenen zu begegnen mit dem Herzen, dem Körper und mit dem Verstand.

Osterfrage: Was braucht der, der gestorben ist? Neues Leben. Wollen Sie neues Leben? Wir sterben nicht in einem einzigen Moment, wir sterben in vielen kleinen Toden. Das Leben wird einfach immer weniger, es stirbt ab und irgendwann ist halt ganz Schluss. Christen aber begegnen dem neuen Leben: in der Taufe und in der Eucharistie. Denn dort ist Er: Christus. Der Mächtige, der Lebendige.

Christen gehen auf das Licht zu. Licht ist das, was uns erwartet. Christentum ist keine Plagerei, sondern die Gemeinschaft der Heiligen, die Gemeinschaft im Licht. Wir Christen sind nicht ängstlich, wir werden auch nicht immer müder, nein: Wir haben eine große Erwartung! Wir haben Sehnsucht nach Leben, sogar dann noch, wenn wir werden. Denn wir sind hineingerufen in das Licht und in die Liebe. Wer diesen Weg geht, geht ihn zusammen mit Christus und mit Freunden hier und mit Fürbittern im Himmel dort, mit den Heiligen. Mit all den Frauen und Männern, die fest geglaubt haben: Jesus lebt!

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

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