Zweiter Fastensonntag
Zweiter Fastensonntag (A) Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes Früher, da gab’s Sachen. Den „billigen Jakob“. Das war einer, der auf den Märkten lautstark seine Waren anpries: Nützlich! Billig! Neu! Die Typen konnten erzählen, Witze machen, Leute gewinnen und verkaufen. Lief super; Tiktok gab’s ja noch nicht, kein Onlineshopping. Ich erinnere mich, dass ich schon als kleiner Bub da nicht stehen bleiben mochte. Mir war der Krawall zuwider. Heute soll ich den Billigen Jakob machen. Ich soll – so die Erwartung – nette kleine Geschichten erzählen, Zeug wie „Gott ist wie ein Kissen“. Ich soll zeigen, wie nützlich Gott ist. „Kaufen Sie Gott, Gott kann man immer gut brauchen, Gott ist vielseitig einsetzbar und wenn mal nicht, lässt Gott sich gut einlagern.“ Wer dem Evangelium auch nur einmal wirklich zugehört hat, weiß, dass das nicht geht, auch wenn es mancher Grinsebischof versucht. Es kann nicht funktionieren, man verliert immer – entweder Leute oder Gott. Deswegen bin ich auf der Suche nach einem anderen Weg. Ich gehe nicht von dem aus, was die Leute gerne hätten oder brauchen, sondern von dem, was wir von Gott wissen. Dabei hilft mir die Hl. Schrift. Heute haben wir zwei berühmte Geschichten, die von Abraham und die von der Verklärung. Warum wählt Gott Sarai und Abraham und nicht andere Leute? Weil er Gott ist. Mehr werden wir nie wissen. Gott nennt uns keine Gründe. Abraham muss aufbrechen, beinahe 1000 km weit ziehen, er muss sein Land verlassen, seine Verwandtschaft, sein Elternhaus. Er hat keine Ahnung, wohin es geht. Es wird ihm „Segen“ versprochen, aber was genau ist das? Gott nennt keine Gründe. Glauben Sie nicht, das gehe nur Abraham so. Viele Menschen kennen das. Das ist die Geschichte der Seelen. Hören, sich lösen vom Bekannten und Bestehenden, immer weniger wissen, immer weniger verstehen. Menschen müssen lernen, sich auf Gott zu verlassen oder sie scheitern. Petrus, Jakobus, Johannes: Warum gerade diese drei? Es waren doch zwölf Apostel. Warum glauben Sie, aber Ihre Nachbarin glaubt nicht? Viele Theolog*innen mühen sich, Jesus als nützlich nachzuweisen, ihn verständlich zu machen. Jesus muss uns was bringen. Religion, so der Hintergedanke, ist nur dann gut, wenn sie der Gesellschaft nützt. – Jesus der gute Mensch, der Humanist, der Tolerante, der Menschenfreund, „unser Bruder“… Das geht, aber warum alles andere ausklammern? Die Gottesbeziehung Jesu z. B. Von der spricht niemand. Nur das Evangelium. Dabei ist doch alles, was Jesus tut, nicht seine moralische Leistung, sondern es rührt daher, dass in Jesus der Heilige Geist wirkt. Jesus ist „rein“ und gut, nicht weil er sich anstrengt, sondern weil Gott in ihm wohnt. Der Jesus der Evangelien kämpft für die Ausbreitung des Reiches Gottes. Also gegen das Böse. Hartherzigkeit gegen die Armen ist: böse. Die Bibel handelt nicht von Menschenrechten, Vernunft und Moral, sondern vom Ende der Welt, vom unsichtbaren Reich Gottes. Von Gott. Also vom Unfassbaren, von dem, das uns nicht gehört. Jesus gehört nicht zu einem Team, das nach demokratischen Regeln funktioniert. / Jesus ist ein autoritärer Entscheider, der sich nur vor dem Vater im Himmel rechtfertigt. / Nicht derjenige wird Apostel, der es selbst möchte, sondern nur der, den Jesus ruft. Und es sind keine Berufungen auf Zeit. Die Vollmachten, von denen das Neue Testament berichtet, werden alle von oben nach unten verliehen, und so ist es in der Kirche auch weiterhin. Selbst bei der Priesterweihe darf eben nicht jeder die Hände auflegen, sondern nur solche, denen selbst die Hände zur Weihe aufgelegt worden sind. Abraham muss sich auf Gott verlassen, die Apostel folgen Jesus nach und verstehen lange Zeit gar nichts. Kommt Ihnen da nicht auch der Gedanke, dass es mit uns und Gott auch so sein müsse? Mir ist die Existenz Gottes absolut einleuchtend; die Idee, es gebe Gott nicht, erscheint mir an den Haaren beigezogen, – und dennoch suche ich Gott. Wie kann ich Ihnen den Weg zu Gott nahebringen? Jedenfalls nicht, indem ich versuche, Ihnen die Nützlichkeit Gottes zu beweisen oder die Modernität Jesu. Nützlichkeit und Modernität müssen an Ihren Arbeitsplätzen eine Rolle spielen, vor Gott nicht. Gott IST. Punkt. Ich finde das nicht so schwer zu verstehen. Auch ein Baby ist nicht nützlich. Notre-Dame in Paris ist nicht nützlich. Die Bachstelze in der Regenpfütze auch nicht. Sie alle hier wären gekränkt, wenn man Sie auf Ihre Nützlichkeit reduzieren würde. Vielleicht probieren Sie es einmal so: Seien Sie allein mit sich, still. Dann sagen Sie: „Ich bin. Punkt.“ Der Punkt ist wichtig. „Ich bin.“ Lassen Sie das sinken wie einen Stein ins Wasser. Und dann sagen Sie: „Gott ist.“ Sie SIND. Dann erst sind Sie nützlich oder nutzlos. Ich bin. Nicht: Was denken die anderen von mir? Was muss ich tun? Sondern: Ich bin. Gott ist. Gott ist Gott, nicht weil er uns nützt, nicht damit wir „in den Himmel kommen“. Gott IST. FÜRBITTEN „Und es erschienen ihnen Mose und Elija.“ Warum gerade diese drei Apostel? Warum gerade Sarai und Abraham? Abraham und Sarai werden Nachkommen verheißen. „Und sie sahen niemand außer Jesus allein.“ Petrus glaubt an Jesus, aber das Leiden lehnt er ab. Doch es gibt keine Verklärung ohne Leiden. Wir beten um Frieden in der Welt. Wir legen unsere Toten in die Hand des Vaters. Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. Die Predigt zum Download finden Sie hier!Die Predigt zum Anhören
Predigt in Esselbach am 01. März 2026
Unser Erlöser war ein Jude. Wir beten für das auserwählte Volk Gottes.
Heilige Geist, lehre uns zu fragen und zu schweigen.
Wir beten für alle Paare, die sich ein Kind wünschen oder die ein Kind erwarten.
Vieles ist wichtig, vieles ist schön. Doch irgendwann zählt nur noch Jesus.
Heiliger Geist, gib uns Glauben.
Wie beten für die unter unseren Freunden und Bekannten, die leiden.
