Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Allerheiligen 2019 – Der bessere Weg: die Seligpreisungen

01/11/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Das eben waren mit die berühmtesten Worte Jesu. Die Zusammenfassung des Christentums. So sollten Christen sein. Und was hat es gebracht? Jesus wurde ermordet; die Kirche ist in den Augen vieler nur Mittelmaß, viele Schandtaten und ein paar Heilige. Die Kirche ist kein Argument, das für die Lehre Jesu spricht. Und die Welt seit den Seligpreisungen? Immer noch unglücklich. Die Lehre Jesu ist also nutzlos. Viele Menschen denken das. Und trotzdem: Immer wieder gehen diese Worte Menschen ins Herz. „Selig, die arm sind vor Gott…selig, die hungern nach der Gerechtigkeit…“ Immer wieder verändert das, was Jesus sagt, ein Leben. Diese Worte haben Kraft.

Die arm sind vor Gott: Das sind die, die sich nicht aufspielen. Die bitten können und empfangen können. Die einfach dankbar sind, wenn ihnen jemand etwas Gutes tut. – Haben Sie bemerkt, dass viele Leute, denen man etwas Gutes getan hat, aggressiv werden? Weil es sie ärgert, dass sie einem anderen etwas verdanken. Sie sind nicht arm vor Gott, sondern stolz. – Wir hier brauchen einander…

Die Sanftmütigen, das sind die, die keine Gewalt anwenden, nicht in Gedanken, nicht in Worten und schon gar nicht in Taten. Die warten können. Sanftmut ist nicht süßliche Langweiligkeit, schon gar nicht Schwäche. Sanftmut ist mild gewordene Kraft. Die Sanftmütigen werden „das Land erben“ heißt es; d. h. sie werden in der kommenden Ordnung die Herren sein. Wenn Sanftmut regiert, dann ist das eine gute Herrschaft!

Die Barmherzigen sind die, die nicht immer ihr Recht durchsetzen müssen. Die nicht auf das Prinzip schauen, sondern auf den Menschen. Gott ist barmherzig und die, die zu Gott gehören, sind es auch: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben…“

Reinheit des Herzens meint Lauterkeit, den guten Willen vor Gott. Die rein sind im Herzen, sind einfach, ohne Hintergedanken und Tricks.

„Selig, die Frieden stiften.“ Einen Kampf zu entfesseln ist leicht, Frieden zu stiften, ist schwer. Kämpfe bringt das Leben ganz von selbst; um Frieden aufzubauen, braucht es echte schöpferische Kraft. Friedenstifter sind starke Menschen.

Jesus zeigt uns einen Weg durchs Leben. Den besseren Weg. Er zeigt ganz konkret, was wir tun und ändern können. Aber wohin führt sein Weg? Was ist das Ziel? Was ist Ihr Ziel? Geld? Familie? Anerkennung? Sicherheit? Talent?

Geld, – würde ich verstehen, wenn reiche Leute glücklich wären. Oder innerlich frei.  Sind sie aber offenkundig nicht. –– Anerkennung – bekommt man nur, wenn man den Leuten gefällt. Will man sich wirklich ein Leben lang anstrengen, den anderen Leuten zu gefallen? Wäre man dann frei? Oder der Depp der Leute? –– Familie – schon besser. Aber reicht das private Glück wirklich aus, wenn die Welt rings um das schöne Haus vor die Hunde geht? Gibt doch noch viel mehr als die eigenen vier Leute! –– Talent, eine Aufgabe, ein Können: Das klingt gut. –– Was ist das Ziel? Frei sein. Echt sein. Etwas können. Andere lieben und von ihnen geliebt werden. Zu all dem findet, wer nach der Lehre Jesu lebt. Er wird nicht unbedingt reich werden, nicht berühmt, nicht bei allen beliebt, aber froh. Und die Welt wird besser.

Aber reicht das? Es kommt ja der Tag, an dem die Welt für uns zu Ende geht. War ’s das dann? Jesus gibt uns eine viel größere Perspektive als nur dieses Leben und nur diese Welt. Er gibt uns etwas ganz Neues. Aber um daran teilzuhaben, muss der Mensch sich öffnen. Schluss mit dem ängstlichen Klammern. Das ist das Hauptziel der Seligpreisungen. Wer sich auf Jesus einlässt, muss die Idee aufgeben, diese Welt sei das einzig Richtige. Er muss vor sich selber zugeben, dass sein Dasein so wie es ist, nicht gut ist. Nicht reicht. Nicht froh macht. Wer Jesus folgen will, muss loslassen. Von sich selber weggehen.

Denen, die es gut haben in dieser Welt, fällt das besonders schwer: den Mächtigen und Reichen, den Satten, den Lachenden, den Angesehenen. Die Armen aber, die Trauernden, die Sanftmütigen, die, die hungern nach echter Gerechtigkeit, die lassen leichter los. Weil sie leichter erkennen, dass es mehr gibt als diese Welt.

Allerheiligen sagt: Es gibt mehr als diese Welt. Und es gibt einen besseren Weg. Allerheiligen ist das Fest der Frauen und Männer, die mutig genug waren loszulassen und Jesus zu folgen, Schritt für Schritt. Ihr Lohn im Himmel wird groß sein.

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