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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

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20. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C), 18. August 2019

18/08/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Und Jeremia versank im Schlamm.“ Dieses Bild ist unappetitlich. Dann, in der zweiten Lesung, mühsame Bilder: Widerstand, Wettkampf, Kampf bis aufs Blut. Und im Evangelium aggressive Bilder: Streit überall. Und Feuer. Ich weiß, dass Sie nicht in die Kirche gehen, um so etwas zu hören. Ich weiß aber auch, dass ich zwischen der Hl. Schrift und Ihnen vermitteln muss. Ich will das wirklich: Ihnen die Schrift nahebringen, anstatt bloß etwas wegzuplappern.

„Und Jeremia sank in den Schlamm.“ Das ist zunächst nur normal: In einer Zisterne, einem Brunnen also, gibt es drunten am Grund Wasser, Dreck, Schlamm. Aber keine Menschen. Hier beginnt das Problem. Da kommt etwas zusammen, was nicht zusammengehört. Jeremias gehört da nicht hin, ist aber trotzdem dort, und es geschieht, was nach den Gesetzen der Natur geschehen muss: Er versinkt im Dreck. Die Schwerkraft. Es muss ihn einer retten. Weil er sonst verreckt da unten.

Wenn Sie alles das zusammennehmen, sehen Sie: Die Welt ist grundsätzlich unversöhnt; in der Welt passt vieles nicht zusammen. Schlamm und Menschen passen nicht zusammen. Wir passen mit manchen Tieren nicht zusammen; Städte passen nicht mit Erdbeben zusammen. Die Welt kann gar nicht glatt gehen; das ist ihre Natur. Zudem gibt es in der Welt Schlechtes und Böses: Leute, die andere Leute töten wollen. Einfach aus Bosheit, oder weil sie es für richtig halten. Manche wollen Jeremias beseitigen, weil er die ganze Stadt verrückt macht mit seinem Gerede. So bringt er sie in Gefahr. Es ist ja Kriegszeit.

Es gibt dann auch noch schwache Menschen wie den König und solche, die gar nichts damit zu tun haben und solche, die versuchen, etwas zu retten. Vielerlei Menschen, viele Sichtweisen, eine Menge Probleme. „Und Jeremia versank im Schlamm.“ So ist die Welt. Überall Menschen, denen die Scheiße bis hier steht. Weil sie am falschen Ort sind, zur falschen Zeit, weil sie eine Krankheit trifft, weil andere ihnen übelwollen, weil wieder andere sich nicht kümmern. Warum auch immer.

In einer solchen Welt kann man sehr ungeduldig werden. Wie Jesus. Ein ungeduldiger Mann. Man kann kämpfen wie Paulus. Was machen Sie, wenn es Ihnen bis hier steht? Hinnehmen wie es ist, einfach schauen, dass Sie einigermaßen heil durchkommen? Sollen wir hoffen, dass Gott schon alles richten wird, eines Tages? Sollen wir saufen? Oder Rosenkranz beten? Oder arbeiten wie die Blöden? Oder sollen wir sehnsüchtig sein wie Jesus? Wie Paulus streiten gegen das Böse? Sollen wir uns raushalten oder sollen wir uns die Hände schmutzig machen?

Es geht also um Mut. Anders gesagt um das Kreuz. Man kann auch wie Jesus sagen: Es geht um Feuer. Etwas muss brennen. Nicht Scheiterhaufen, nicht Häuser, nicht Länder: Das Herz muss brennen. Sind Sie Christen, in denen etwas brennt? Eifer? Oder besser noch Liebe? Liebe zu wem? Ich glaube wirklich: Man kann nicht nahe bei Christus sein und kühl bleiben oder neutral. „Wer nahe bei mir ist, ist nahe beim Feuer; wer fern von mir ist, der ist fern vom Reich Gottes“, sagt Christus (Origenes).

„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden.“ Jesus spricht hier von seinem Leiden und vom Feuer des Heiligen Geistes. Ist das allein seine Sache? Nein. Die Sakramente, die Sie empfangen bedeuten genau das: Feuer und Leiden.

Ein Christ kann sich nicht heraushalten und Jesus machen lassen. „Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich.“ Das muss man lernen; das muss man akzeptieren. Das fängt damit an, dass man den Gedanken an sich heranlässt. Man muss dem Leiden nicht nachlaufen, aber wenn es kommt, dann ja sagen. Denn dann ist man bei Christus. Dann erlöst man diese Welt.

Wer die Kommunion empfängt, empfängt das Leiden und die Auferstehung Jesu. Ich mache mir Sorgen, wie selbstverständlich viele zur Kommunion gehen. Als ob das einfach dazu gehörte. Wenn die Sakramente selbstverständlich werden, verändern sie nichts mehr. Da ist kein Feuer mehr. Und die anderen merken das… Taufe, Kommunion, Beichte: Das ist immer eine Begegnung mit Christus. Also auch mit seinem Leid, denn das gehört zu ihm.

Der Auferstandene ist nicht allein. Um ihn ist die heilige Kirche. Wenn einer ein Sakrament will, die Ehe z. B., sich aber nicht für die Kirche (Pfarre) interessiert, ist etwas grundfalsch. Eine Trauung ist Sache der ganzen Gemeinde. Wir müssen ja helfen, dass die geschlossene Ehe gelingt.

Diese Welt ist meistens schief und dunkel. Sie gelingt nicht. Um sie zu ändern, reichen Feuer und Kampf allein nicht. Das gibt nur Hitzköpfe und Querköpfe. „Ohne mich könnt ihr nichts“, sagt Jesus. Er hat eine Gegengeschichte begonnen. Mitten unter den Völkern hat er seine Kirche gegründet. Die Getauften – wir – sollen sichtbar machen, wie die Welt sein muss: Sie sollen die Schönheit der Schöpfung offenbar machen. Jede Hilfe, jede Treue, jedes unserer Feste tut das: Die Schönheit der Welt zeigen. Jede Messe ist der Anfang des ewigen Festessens mit Gott.

Die Sakramente ziehen den heraus, dem es bis hier steht.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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