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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

Pfingsten 2019

09/06/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes 

Geist: Haben Sie alle! Sie alle haben Verstand, Gefühle, Wissen. Sie haben Ahnungen, Erfahrungen, Hoffnungen: alles Geist. Pfingsten ist das Fest des Geistes. Ihr Fest.

Aber an Pfingsten gibt es nichts zu sehen. – Die Christen feiern Einbildungen, Hirngespinste; Pfingsten ist wie die ganze Religion: Volksverdummung, Wunschdenken, Hysterie. Das sagen die Realisten, die „Bodenständigen“; die, die behaupten: Nur Vernunft und Wissenschaft zählen. Diese gescheiten Leute leben in einer kleinen Welt. Meine Welt ist mehr als das, was ich sehen kann. Ihre auch? Ihr Leben ist doch mehr als das Sichtbare und Messbare!

Die Leute verweigern sich dem Unsichtbaren – und kleben an den Bildern. Sie sagen: Was man nicht sehen kann, das gibt es nicht. – „Ich glaube nur, was ich sehe.“ Das ist immer noch ein Argument gegen den Glauben; ich habe es oft gehört, mit eigenen Ohren. Dieses Argument macht mir keine Angst. Sorgen kann ich nicht sehen und dennoch gibt es sie. Das Herz, die Liebe, die Gerechtigkeit, die Freundschaft: Alles das kann ich nicht sehen, dennoch ist es da. Diese Welt verweigert sich dem Geist. Oder versucht, ihn zu kontrollieren mit ihren Rechnern.

An Pfingsten gibt es nichts zu sehen, richtig. Aber etwas zu erleben! „Zungen wie von Feuer“, „Brausen“, „Getöse“, „Sturm“. – Sturm und Feuer, das sind die unheimlichsten unter den Elementen. Sturm und Feuer können gefährlich werden.

Wer eben die Apostelgeschichte gehört hat, sich sozusagen einen Moment lang zu den Aposteln gesetzt hat, zu diesen ängstlichen, zweifelnden, schüchternen, ungebildeten Männern, wie sie da beten, der erlebt mit, wie Gott angreift. Gott greift an, mit Feuer und Sturm. Da bleibt Einiges auf der Strecke: die Angst – weg! Leblosigkeit und Langeweile – weg! Selbstzufriedenheit – weg!

Gebrauchen Sie Ihre Fantasie (also Ihren Geist…). Zuerst bleiben Sie bei den Jüngern und den Frauen in Jerusalem; dann gehen Sie weiter. Weil auch der Geist weitergeht. Gehen Sie mit dem Geist mit. Der Hl. Geist ist hier genauso wie damals. Bereit anzugreifen und zu stören. Was könnte der Hl. Geist in Ihnen stören? Ihre Angst? Oder Ihre Sorglosigkeit? Ihren Glauben oder Ihren Unglauben? Ihr Beten? Oder Ihr träges Schweigen? Der Geist ist auf allen Seiten und über allem und in allem. Und treibt auf Gott zu. Der Geist greift an: Egoismus, Härte, Lüge, Kälte… Der Heilige Geist ist die reine, die absolute Liebe, und Liebe ist kein Getändel.

Liebe, Geist, Gemeinschaft, Angst, Sorglosigkeit, Glaube und Unglaube, Beten und Nicht-Beten: Alles innerlich. So schildern uns die Lesungen den Heiligen Geist: Er schenkt den Glauben. Der Glaube schafft Einheit; der Glaube nützt den anderen; der Glaube ist Macht, – die Macht zu vergeben (oder nicht zu vergeben). Alles das ist innerlich. Vom Inneren nach außen: Das ist die rechte Ordnung; so muss die Kirche gehen.

Sie beten um allerhand: Um Frieden oder für Ihre Kinder oder um gute Priester… Wie, meinen Sie, funktioniert das Gebet? Wir bitten um etwas, Gott vernimmt es, Gott beschließt, uns zu erhören (oder eben nicht) – und legt dann den Schalter um. Frieden – zack! Gesundheit – zack! Gott wirkt entweder Wunder, die in die Welt eingreifen oder er tut einfach gar nichts?

Nein. Gott handelt in unserem Inneren. Dort, wo die Freiheit ist. Der Heilige Geist bewegt uns innerlich, und dann handeln wir und versöhnen uns, damit Frieden wird und erziehen die Kinder, wie es recht ist und beschützen sie und helfen den Armen. Gott lässt keine Nahrung regnen und auch keine Wohnungen für Fremde; er rührt Herzen an, und Menschen geben Nahrung und Wohnung.

Die Welt verändert sich nur durch Geist. Unsere Ideen, Erkenntnisse, Intuitionen führen zu Entscheidungen. Diese führen zu Taten. In diesen Prozess tritt der Heilige Geist ein. Er heilt, er erhebt, er befeuert, er mildert… Ohne ihn nur Stückwerk, Brüchiges oder sogar Böses. Mit ihm: das Reich Gottes, das zuerst geistig ist und innerlich.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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