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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

28. April 2019: 2. Sonntag der Osterzeit, Oktav von Ostern – Weißer Sonntag – Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit

28/04/2019 


Verlangen

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Ich mag keine Milch. Schon das Wort graust mich.

Also kann mir der Eingangsvers der heutigen Messe nicht gefallen. Er stammt vom Apostel Petrus und lautet: „Wie neugeborene Kinder verlangt nach der unverfälschten Milch des Wortes!“ – Ich wette, Sie reißt das auch nicht vom Hocker. Manchmal ist es aber gut, genau in die Richtung zu gehen, die einem gar nicht gefällt. Auf den wunden Punkt zu. Oft gewinnt man dabei mehr als auf dem gemütlichen Gedanken-Sofa.

„Verlangt!“ – Was verlangen Sie? Es gibt Leute, die verlangen eine Beerdigung oder Hochzeit zu einem ganz bestimmten Termin; was der Pfarrer dann predigt, ist wurst. Eigentlich schräg, oder? Oder sie verlangen, dass die Priester heiraten dürfen und die Frauen die Messe feiern; ob diese Priester und Frauen aber an Christus glauben: egal. Das ist auch schräg.

Was verlangen wir vom Leben? Von der Kirche? Was verlangen Sie von denen, die mit Ihnen leben? Ehrlichkeit? Lob? Treue? Spaß? – Wie ist es in Ihren Ehen? Wie sehen Sie Ihren Partner? Ist es okay, dass er da ist? Wäre es besser, er wäre weg? Oder verlangen Sie nach ihm? – Und in den Glaubensdingen? Haben Sie Verlangen nach Gott? So sehr wie ein neugeborenes Kind, das trinken will? Was brauchen Sie unbedingt? Wo ist die Leidenschaft in Ihrem Leben? Denn darum geht es ja beim Verlangen: um Leidenschaft. Das Baby will die Brust der Mutter leidenschaftlich: unbedingt, jetzt, sofort. Ich will Ihnen das Leben nicht noch schwerer machen, als es schon ist, aber Sie müssen auch in Glaubensdingen unbedingt etwas wollen.

Mit dem Verlangen allein ist es aber nicht getan. Wir müssen schon das Richtige verlangen. Leidenschaft und Verstand schließen sich nicht aus. Was ist das Richtige? Petrus nennt es „das Wort“. – „Verlangt nach der unverfälschten Milch des Wortes!“ Das Wort der Bibel. Etwas Geistiges also und Echtes. Passt, – keiner hier will nur Plattes, Blödes oder Falsches; so sind wir nicht.

Was hier gefordert ist, erreicht man nur durch Einsehen und Unterscheiden. Keine Angst! Etwas einsehen, das allein schon macht glücklich… Siehe Thomas im Evangelium: ein Mensch, der etwas neu versteht, dem etwas klar wird. Und wodurch wird das bewirkt? Erstens durch eine Begegnung (…). Zweitens durch ein Argument, besser: ein Zeichen (…). Achten Sie also auf Ihre Begegnungen und auf die Zeichen. Thomas verlangt etwas (so sehr, dass er Bedingungen stellt…). Er lässt sich auf etwas ein, und am Ende steht: Glück. Thomas ist glücklich. Wer sagt: „Mein Herr und mein Gott!“, der ist ja nicht traurig und kalt, sondern tief glücklich.

Vielleicht glücklich wie ein Kind. Sehen Sie: Ostern ist das Fest der Taufe. Was aber ist die Taufe? Die Taufe ist das Fest der Geburt: Der Mensch wird in der Taufe innerlich neu geboren, zu einem neuen inneren Leben. Dieses neue Leben kommt vom Auferstandenen. Von der Taufe an muss dieses Oster-Leben wachsen in Ihnen. Es braucht Nahrung. „Die unverfälschte Milch des Wortes.“

Seitdem dem alle auf Bio stehen, werden Sie einen Sinn für das Unverfälschte haben. Sie wollen doch in Ihrem Leben und in Ihren Beziehungen nicht immer falscher werden, sondern immer wahrer und echter, nicht wahr? Das erfordert Läuterung und inneres Wachstum: „damit ihr heranwachst und das Heil erlangt.“ Voller Verlangen, sehr leiblich, sehr fleischlich – und geistig. So sind echte Christen, so müssen Sie sein. Der Apostel Thomas ist ein leidenschaftlicher Mann; ein Mann, der berühren will, anfassen. Und er ist ein Mann, der einsieht. In dem Moment, den das Evangelium heute schildert, wächst dieser Mann. – „Wie neugeborene Kinder verlangt nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst und das Heil erlangt.“

Wer wachsen will, braucht Nahrung. Das neue Leben, das durch die Taufe in Sie gekommen ist, braucht Nahrung. Welche? Nicht die Bibel. Nicht ein Buch. Nein: Christus selbst. Wo geschieht das? Wie kommen Sie an die Nahrung für Ihre Seele? Sie und die Kinder unserer Pfarre? Im Evangelium. In der heiligen Kommunion.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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