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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

Ostermontag 2019

22/04/2019 


Unbemerkt

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Ich kenne Sie nicht. Sie kennen mich nicht. In Wahrheit haben wir keine Ahnung von einander.

„Ihre Augen waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten.“ Die beiden kennen ihn nicht; da gehen Blinde nach Emmaus. Das, was wichtig ist, sehen sie nicht. Die beiden Männer glotzen auf die Vergangenheit (manchmal ist schon vorgestern Geschichte, lange her); sie schauen immer noch auf das, was war – und verstehen nicht, was jetzt ist, jetzt gerade. Sie kennen ihn nicht.

Warum wird dieses Evangelium verkündet, Jahr für Jahr am Ostermontag? Was haben uns zwei Männer zu interessieren, die irgendwann vor langer, langer Zeit von A nach B gingen? Weil wir sind wie sie. Wir brechen irgendwo auf, um irgendwo anzukommen. Völlig belanglos in Wahrheit. Wir reden, wir denken nach, wir sind traurig oder verstört oder froh, – und alles das ist falsch. Wir sind vielleicht daran, völlig in die Irre zu gehen. Die beiden denken, sie gehen heim, in ihr altes Leben – und wissen nicht, dass ihr neues Leben gerade beginnt. Sie denken: Alles ist aus. Doch in Wahrheit beginnt alles. Der der tot war, lebt.

Wir wissen nicht, was geschieht. Wer sind Sie in Wirklichkeit? Wer bin ich wirklich? Was bedeutet der Moment? Das ist der Tag der Ahnungslosen.

Von falsch zu richtig, darum geht es in diesem Evangelium. „Da wurden ihnen die Augen aufgetan und sie erkannten ihn.“ Erst sehen sie nicht, dann sehen sie. Sie erkennen ihn nicht, dann erkennen sie ihn. Sie verstehen nichts, dann geht ihnen auf. Sie verstehen das Leiden nicht, das Scheitern nicht – und dann, durch die Hl. Schrift, gibt es einen Sinn.

Ostern ist hier das Fest des Erkennens, des Aha-Effekts, wenn Sie wollen: Das ist also möglich? Ja! Das gibt es? Ja! So war das also? Ja, so war es, – „versteht Ihr jetzt?“ Eine Geschichte vom Umdenken. Zwei Männer, die umdenken. Eine Pfarre, die umdenkt.

Und eine Geschichte vom Erkennen. Umdenken ist nur im Kopf. Erkennen ist zwischen zweien. Erkennen ist eine Beziehungsgeschichte. Und ich würde noch lieber sagen: Erkennen ist eine Liebesgeschichte. Die beiden sind nicht verliebt in Jesus; vielleicht sind sie noch nicht einmal befreundet mit ihm. Aber wenn wir hören, wie der eine zu anderen sagt: “Brannte uns nicht das Herz?“, wenn wir erfahren, dass sie „noch in derselben Stunde“, also am späten Abend, aufbrachen und zu den anderen eilen, dann wird doch klar, dass es hier um Gefühle, um Leidenschaften, um das Herz geht. – Wie können Sie Christen sein, ohne dass Ihr Herz wehtut? Ohne dass Ihr Herz jubelt?

Zuallererst geht es in der Emmaus-Geschichte um Erkennen im Sinn von Identifizieren: Er ist es! Aber das reicht nicht. Reicht es, wenn ein Mann seine Frau identifiziert? Die Liebe geht auf das Erkennen hin, das Verstehen bedeutet. Ein Mensch, der weiß, was ich meine. Was ich brauche. Einer der weiß, wer ich bin… Das ist Liebe.

Die Emmaus-Geschichte fragt auch nach Ihrer Liebe. Sie identifizieren, Sie wissen Bescheid, Sie reden über andere, – aber wen erkennen Sie? Von wem wissen Sie, was er meint, was er braucht, wer er ist? Und haben Sie jemanden, der Sie erkennt? Und wissen Sie nur Bescheid über Jesus aus Nazareth oder erkennen Sie ihn mehr und mehr? – „Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist…!“, ruft Jesus. Sind Sie das?

Er ist da, der Auferstandene. Und wir bemerken ihn nicht. Christus ist der Nicht-Bemerkte, der Nicht-Erkannte; der, der dazu kommt, mitgeht, Fragen stellt, erklärt, genau das richtige Wort hat.

„Da wurden ihnen die Augen aufgetan und sie erkannten ihn und er entschwand ihren Blicken.“ Sie brauchen ihn nicht mehr zu sehen, denn sie haben ihn erkannt.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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