Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Um Ihnen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte und für Sie relevante Informationen bereitstellen zu können, werden auf dieser Website mithilfe von Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzungsverhalten gesammelt und gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Website-Server auf Ihrem Computer oder sonstigen Geräten zur Internetnutzung abgelegt werden. Ihr Webbrowser sendet diese Cookies bei jedem Besuch an die Website zurück. Dies ermöglicht es uns, Sie bei einem erneuten Besuch der Seite zu identifizieren und Informationen bzgl. Ihrer Präferenzen, zu speichern. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Funktionsweise finden Sie unter: https://www.aboutcookies.org/ Bei jedem Besuch unserer Website werden mithilfe der Cookies und anderen Technologien Informationen gespeichert. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer hier beschriebenen Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen

Close
Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

4. Fastensonntag (Lesejahr C), 31. März 2019

31/03/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Lasst euch mit Gott versöhnen!“, ruft der Papst. „Haben wir denn ein Problem mit ihm?“, rufen wir zurück.

Die Geschichte vom Vater mit den zwei Söhnen mag einleuchtend sein, sogar anrührend. Sie kann zeigen, wie das geht: sich versöhnen. Aber sie klärt das eigentliche Problem nicht: unser Problem mit Gott.

Wenn die Katholiken Wiens das Problem mit Gott sähen, wären die Kirchen voll und vor den Beichtstühlen stünden lange Schlangen. So ist es aber nicht. Wer hier würde wirklich sagen: Ich habe ein Problem mit Gott? Wer? Antwort: ich. Ich setze nicht mein ganzes Vertrauen in Gott. Ich liebe Gott nicht mit ganzer Seele und all meiner Kraft. Ich will mein eigenes Ding machen. Ich weiß nicht einmal, ob ich wirklich bete; um nur so viel zu sagen. Ich habe ein Problem mit Gott. Aber Sie, Sie haben das nicht. Ihnen ist auch die Idee völlig fremd, dass ein Kind ein Problem mit Gott haben könnte. Sie verstehen nicht, dass die Kinder zur Beichte müssen, bevor sie zur Kommunion gehen. Die Kinder beichten, die Erwachsenen nicht. Merken Sie, wie schief das alles ist? Auf der einen Seite Sie: gläubig, ein wenig gläubig, manchmal gläubig, gar nicht gläubig. Wenn Sie lügen, wenn Sie sich mit Ihrem Nachbarn nicht versöhnen, wenn Sie andere ausrichten, – dann ist das vielleicht nicht gut, aber was soll das bitte mit Gott zu tun haben? Sie haben kein Problem mit Gott. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite: einer, der stirbt, nur um Sie mit Gott zu versöhnen. Ich spreche von Jesus.

Das ist die Grund-Erzählung des Christentums, der Kern: Zwischen Gott und Mensch ist Krieg. – Gott will Frieden schließen (aber die Menschen?). Die Versöhnung wird bewirkt durch die vollkommene Liebe eines einzigen Menschen: Jesus stiftet Frieden zwischen Gott und den Menschen. Gott sieht Jesus, der aus wahrer Liebe stirbt – und ist versöhnt. Das ist das Christentum – und das greift nicht mehr, nicht hier, nicht bei Ihnen, und ich weiß nicht, was ich tun soll.

Vielleicht einfach fragen. Erinnern Sie sich an einen Moment, in dem Sie erkannt haben, dass in Ihnen auch Böses ist? Nicht nur Gutes, nicht nur Harmloses? Gab es einen Moment, in dem Sie gespürt haben, dass ihr Kind fähig sein könnte, auch Böses zu tun? Ahnen Sie Ihre eigenen Abgründe? Ahnen Sie, dass es das Böse gibt und dass es das genaue Gegenteil von Gott sein muss? Ahnen Sie, wohin das Böse letztendlich führt? Zu biederen Angestellten, die am Abend nach Hause kommen und mit ihrer Familie bei Tisch sitzen, obgleich sie tagsüber kleine Kinder ins Gas geschickt haben. Das Böse nicht leugnen, das wäre vielleicht das Erste. Hier, in dieser Kirche, wird nicht verdrängt. Woran erkennt man das Böse? Es zerstört den Menschen. Überlegen Sie: Was zerstört mich, vielleicht ganz langsam, schleichend? Der Neid? Die Trägheit? Die Gier?

Ahnen Sie jetzt, dass diese Welt die große Versöhnung braucht? Einen Versöhner? Wenn Wien versöhnt wäre, sähe es anders aus hier, oder? Wenn diese Welt mit Gott versöhnt wäre, – können Sie sich das vorstellen?

Das Evangelium von den drei verlorenen Männern – Vater und zwei Söhne, die alle verloren gehen, die sich selbst verlieren und einander und sich wiederfinden – dieses Evangelium zeigt wunderschön, was es zur Versöhnung braucht, was wir tun können. Nämlich reden. Miteinander. Sich bewegen. Nachgehen und nachgeben. Und bitten.

Es geht bei all dem nur um dieses Eine: dass Sie gute Menschen werden. Nicht einfach brav und schon gar nicht langweilig-korrekt. Nein, gut bis ins Innerste hinein. Das aber – und hier werden wir vielleicht die größte Meinungsverschiedenheit haben –, das aber ist ohne Gott nicht möglich. Der Mensch kann ohne echten Glauben nicht gut werden. Er kann nicht wirklich lieben. Deswegen muss es die Kirche geben, die Taufe, die Kommunion: Innere Hilfe, damit wir nicht verloren gehen. Hilfe zum Gut-werden.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

X