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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Lesungen vom Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis – Predigt gehalten am Montag, 25. 2. 2019

25/02/2019 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.

Die Lesung muss ich Ihnen nicht erklären: „Wenn du dem Herrn dienen willst, dann mach dich auf Prüfung gefasst… aber vertrau auf Gott, er wird dir helfen.“ Gottvertrauen. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht.

Ob es funktioniert, hängt (unter anderem) davon ab, ob einer mit Gott in Kontakt ist. Ob zwischen ihm und Gott etwas geschieht. Einer, der Gott nie hört und nie wirklich spricht zu Gott, der vertraut ja nicht. Der ist bloß katholisch.

Das Gespräch mit Gott: Dazu gibt es im Evangelium zwei, drei interessante Dinge zu finden. Jesus sagt seinen Leuten, seinen Freunden!, das Wichtigste, das er überhaupt zu sagen hat. „Sie werden mich töten. Ich aber werde auferstehen.“ Das ist alles, was ein Mensch wirklich von Jesus wissen muss. Jesus legt seinen Jüngern den Sinn seines Lebens vor. Er vertraut sich ihnen an. Und sie? „Sie aber verstanden nicht“, steht da. Und sie fragen auch nicht. „Sie scheuten sich, ihn zu fragen.“ – Was fragen Sie Gott nicht?

Welche Einsamkeit Jesu! Statt ihn zu hören, statt wirklich zuzuhören und zu fragen, streiten diese Männer. Worüber? Wer der größte von ihnen sei. Der große Streit in der Kirche seit 2000 Jahren: Wer ist der größte? Werden die Medien uns fertig machen oder bleiben wir die Sieger?

Was läuft da ab, bei den Jüngern? Ein System wird erhalten. Das „Ich-bin-größer-als-du“-System, das jeder kennt und die meisten bedienen. Das, was das Leben wirklich verändert, die Auferstehung, das kennt keiner und will keiner. Die Typen haben Angst vor dem Neuen, sie haben ein kaltes, kleines Herz und sie hören nicht zu. – Ich sage Ihnen: In 50 Jahren mit der Kirche habe ich keine zehn Menschen getroffen, die mir wirklich zugehört hätten; gefragt hätten. Die Kirche hört nicht zu. Das wäre der allererste Schritt zur Reform: zuhören und fragen. Genau das ist nicht geschehen: Man hat die Kinder nicht gefragt, man hat ihren Worten nicht zugehört und ihrem Schweigen nicht.

Die Jünger wollen ihr vertrautes System erhalten. Und das Gleiche wollen jetzt wieder welche. Sie sagen: „Woanders werden doch auch Kinder missbraucht. Es wird alles maßlos übertrieben. Es ist ein Hype. Es muss doch auch mal gut sein. Die Presse will uns fertig machen. Die Kritiker haben böse Absichten.“ Natürlich gibt es Kritiker mit bösen Absichten in der derzeitigen Debatte. Ja und? So ist die Welt. Die Kirche tut Böses und man tut der Kirche Böses, basta. Kein Grund zu jammern. Was soll dieses verlegen-genervte Argumentieren? Es würde genügen, ein Kind anzusehen. Und die Klappe zu halten. Und etwas zu ändern. Denn das kann man.

Man muss nicht den Zölibat abschaffen. Aber die vielen Geistlichen, die in ihrem vertrauten Kreis bleiben wollen, die ein freiwillig abgeschottetes Leben führen, anstatt sich dem Leben zu stellen. Wer sich ein Kind greift, stellt sich dem Leben nicht. Er macht sich ’s leicht.

Warum sollte ich, warum sollte einer nur im kirchlichen Milieu bleiben? Da trifft man ebenso selten Menschen, mit denen man über Gott reden kann, wie draußen. Die in der Kirche sind selten frömmer als die draußen, sie wissen nur besser wann Ostern ist und wann man aufsteht im Gottesdienst. Und amüsanter als die draußen sind sie auch nicht. Und wer mir nicht glaubt, der komme einmal mit zu einer PGR-Sitzung.

„Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Das ist furchtbarste Wort zur dem, was die Kirche heute erschüttert. Was wäre hier das Erste? Aushalten. Nicht sich fort diskutieren.

Vielleicht hätten die Jünger genau das tun sollen: Jesus ansehen, ihn nicht verstehen und das aushalten. Glauben Sie nicht, dass es besser ist, hilflos bei dem Menschen auszuhalten, den man nicht versteht, als ihn einfach stehen zu lassen? So bekäme man vielleicht eine Ahnung von der Einsamkeit Jesu. Und der Einsamkeit des Kindes.

Grauenvolle Einsamkeit Jesu. Entsetzliche Geduld des Herrn. Bis heute. Die Jünger haben ein kaltes, kleines Herz, sie hören nicht zu. Doch Jesus lässt sie nicht stehen! Jesus bricht nicht ab, er geht nicht weg. Er erklärt, geht ein auf sie, lässt die Zeit kommen. Er bleibt bei diesen Idioten, denen er die Kirche anvertrauen wird. Jesus wird niemals aufgeben.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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