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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Stephanitag 2018

26/12/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Stephanus sieht. Und in diesem Moment explodiert alles. Erst war da nur eine Debatte, ein Streitgespräch über den Glauben. Doch dann, als Stephanus sieht: den Himmel offen und Jesus zur Rechten Gottes, und sagt, was er sieht, da ist kein Halten mehr. Wenig später ist er tot. Stephanus war der erste Mensch, der für Jesus sein Leben ließ. Sehen ist gefährlich.

Und was sehen Sie? In der Heiligen Nacht sehen Sie das Kind. Und am Christtag? Erinnern Sie sich: „Im Anfang war das Wort…“ Sie sehen sich selbst. Ihr Inneres. Gott in Ihrem Inneren. Dort, wo das Wort ist, der Glaube und Ihre Liebe. Im Evangelium des Christtages sehen Sie Ihre Herkunft, Ihren Weg, Ihr Ziel – und Ihr Risiko. Sie kommen von Gott her, Ihr Weg geht durch diese Welt, hin zu Gott, und der Weg ist nicht leicht. Der leichte Weg führt in die Hölle.

Weihnachten: das Kind, Ihr Inneres und heute, am Stephanitag, sehen Sie die Kirche. Sie sehen den Glauben und wie er bekannt wird, die Feinde des Glaubens und seine Verteidiger. Stephanus sieht den Himmel offen und Jesus zur Rechten Gottes. Stephanus sieht die Kirche. Denn wo Christus ist, ist die Kirche. Die Kirche reicht bis in den Himmel. Wo Christus nicht ist, da ist auch die Kirche nicht, da sind nur Kirchenleute: Priester, die Verbrechen begehen, Päpste, die plappern, Laien, die gleichgültig sind und hochmütig und kalt. Wo solches ist, kann Christus nicht sein. Die heilige Kirche ist nur dort, wo Christus ist.

Weihnachten ist also das Fest des Sehens. Sehen, was vor mir ist: das göttliche Kind. Was in mir ist: Geist. Sehen, was oben ist: der offene Himmel. Sehen kann ich aber nur, was nahe ist. Genau das ist die Kernaussage des Weihnachtsfestes: die Nähe Gottes. Gott wird Mensch, um den Menschen zu erlösen. Gott kommt nahe. – Im Alten Bund war Gott nur zu hören: „Du sollst…!“ Im Neuen Bund ist Gott zu sehen: Jesus.

Längst nicht alle, die an Gott glauben, glauben auch an die Menschwerdung Gottes, auch nicht daran, dass Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Wer aber der Botschaft von Weihnachten glaubt, der erfährt Nähe. Gott hat jetzt ein Gesicht, eine Stimme, die mich ruft; Hände, die mich berühren. Gott wird sogar zur Nahrung der Seele in der Eucharistie: Sakrament der Nähe.

Wenn mir einer so nahe ist, was entsteht dann? Vertrauen. Weihnachten ist das Fest des Sehens; aus Weihnachten entsteht Vertrauen. Dem, den ich sehen kann, vertraue ich mehr als dem, den ich nicht sehen kann.

Vertrauen muss sich beweisen: Das ist die Geschichte des Stephanitages. Der Glaube des Stephanus wird erprobt. Ohne Erprobung bleibt der Glaube nur Gerede. Der Glaube begegnet dem Leben: So wird er erprobt. Das Leben ist so viel: alles zwischen Geburt und Tod, zwischen Einzelnen, Familie und Gesellschaft, alles zwischen Liebe und Wut. Die Christnacht zeigt uns eine Geburt und der Stephanitag einen gewaltsamen Tod: Weihnachten zeigt uns das Leben.

Gott wird nahe. Doch Nähe bringt auch Schmerz und Konflikt. Wer alles auf Distanz hält, wird nicht in Gefahr kommen, verletzt zu werden. Wer nur plappert, wird keinen Streit bekommen. Stephanus erfährt die Nähe Gottes; er sieht und redet – und damit steht er ihm Streit. Der Glaube bringt in Konflikt, – weil Sehen und Nähe eben auch Konflikt bringen. Wird Christus angenommen oder wird er abgelehnt? Das ist der Grundkonflikt. Von Stephanus bis hierher.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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