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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

24. Dezember 2018. Messe am Tag – Ewigkeit

24/12/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Die meisten Menschen leben entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Die Vergangenheit weckt das Bedauern oder den Groll oder die Sehnsucht; alles zwischen „Hätte ich nur!“ und „komm zurück!“ Die Zukunft weckt Hoffnungen. Oder Ängste.

Es gibt aber einen Tag, an dem wir ganz in der Gegenwart leben. Der 24. Dezember. „Heute!“ Vielleicht noch morgen, – aber weiter mag der Blick diesmal nicht gehen. Rückblick auf das Jahr? In ein paar Tagen! Pläne oder Sorgen für 2019? Zu Sylvester vielleicht, nicht jetzt. Natürlich funktioniert das nicht; es ist viel zu künstlich. Wirklich in der Gegenwart leben nur ganz wenige. Die Kinder vielleicht. Ihnen sagt „übermorgen!“ kaum etwas und „vor einem Jahr“ gar nichts. Ein Kind lebt jetzt.

Der Tag des 24. Dezember offenbart nicht nur unseren schwierigen Umgang mit der Zeit, sondern auch ein Problem mit der Geschichte. Offiziell ist es immer noch „das Jahr 2018 nach Christi Geburt.“ Die meisten halten das aber inzwischen nur für eine Laune, eine missliche Konstruktion, die eine Religion favorisiert vor den anderen, den Westen vor dem Rest der Welt. Die Zeitenwende ist für die meisten nur noch eine Konvention. Was hat Christus denn wirklich gewendet? fragt die Welt, – und die Kirche stammelt ihre Antwort nur noch.

Selbst den Gläubigen beschert Weihnachten ein Problem mit der Zeit und der Geschichte: Das Ereignis, das wir in dieser Nacht feiern werden, wirft uns in die Vergangenheit und in die Zukunft. Es ist Erinnerung, aber auch Zukunft. Denn der, der da geboren wird, wird wiederkommen. Für die Christen ist Weihnachten nicht bloß eine Erinnerung, sondern auch ein Ausblick.

An Weihnachten begegnen wir der Zeit. Ratlos. Befangen.

Das Evangelium vom Tag führt uns in die Vergangenheit: „Denn er hat sein Volk besucht. Und ihm Erlösung geschaffen.“ Damals, in jener Nacht.

Und es führt uns in die Zukunft. „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“ Dann, wenn er wiederkommt.

Es führt uns aber auch in die ewige Gegenwart: „Er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit.“ Das ist jetzt und zugleich eine Beschreibung des Ewigen. Des Himmels.

Die Vergangenheit formt uns, die Zukunft haben wir zu bestehen. Jetzt leben wir. In der Gegenwart. Wir sind Zeit, – aber auch Ewigkeit. Ewigkeit ist nicht die lange Dauer, sondern die Nicht-Zeit.

Was wir feiern, ist die Aufhebung der Zeit. Das Kind damals ist jetzt. Heute Nacht. Die Messe hier ist die Messe des Letzten Abendmahls. Das Opfer hier ist das Opfer am Kreuz. Das allein schon lehrt uns: Wir sind nicht nur Zeit, nicht nur Lauf, nicht nur Vergehen und Werden. Wir sind auch: immer. Still. In uns ist Ewigkeit und wir begegnen der Ewigkeit. Wir handeln. Aber bevor wir handeln und nachdem wir gehandelt haben sind wir.

Diese Wahrheit können Sie tatsächlich leben. In der Stille des Gesprächs, während Sie warten auf den nächsten Satz: Ewigkeit. In der Warteschlange, auf dem Weg irgendwohin; wenn Sie am Fenster stehen und hinausblicken in den kommenden Abend: Ewigkeit. Wie heißt es am Ende unserer Gebete? „Von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Sie müssen nicht nur tun und leisten und werten: nicht mehr bewegen, an nichts mehr denken, nur noch sein.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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