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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Montag der 29. Woche im Jahreskreis, 21. Oktober 2018

21/10/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Erstens: planen. Zweitens: arbeiten. Drittens: genießen. Perfektes Konzept. Erst umsichtig überlegen, dann richtig ranklotzen, dann kannst du einen exzellenten Weinkeller anlegen. Erst eine gute Schule und bestes Network, dann ein paar Jahre lang die 60-Stunden-Woche (natürlich mit sozialen Einsätzen), dann Start-up-Millionär. Mit 37. So wäre das der Stolz der Eltern; so wird das im Wirtschaftsteil gepredigt, betrieben und bewundert. Nicht von Jesus. – Und schon wachen wir wieder einmal auf in einer Kirche, die nicht nur moralisch verkommen ist (Missbrauch), sondern auch noch total weltfremd. Die sich entweder von selbst erledigt oder einfach abgeschafft gehört. So der Tenor aller Leserbriefe in der Zeitung heute morgen.

Wie aber, wenn man das Evangelium einmal von dieser Kirche trennen würde? Nur als Gedankenexperiment? Wenn man vom aktuellen Zustand der Kirche absähe, um zu schauen: Was geschieht, wenn ich das Evangelium ernst nehme? Wenn man das Evangelium wirklich für einen sinnvollen Lebensentwurf hielte, für eine echte Konkurrenz zum herrschenden Konzept?

„Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?“ – Mit anderen Worten: Du wirst sterben. Das ist die Superkeule der Kirche. Stimmt immer, wirkt aber nicht. Weil die meisten in Österreich heute sagen: Stimmt. Und nach dem Tod ist nichts mehr. Also jetzt leben und ans Sterben denken, wenn es so weit ist. Wer glaubt noch, dass er einmal vor dem Gericht Gottes landen wird? Vor dem Zeitgeist steht das Evangelium auf schwachen Füßen.

Also noch einmal. Wie können wir Jesus verstehen? Können wir wirklich nach seinen Vorstellungen leben? Oder bleibt das Evangelium der Sonntagskuchen in einer Welt, die ganz anders funktioniert? Woher nehmen Christen ihr Lebenskonzept? Und wie lautet es? Planen – Arbeiten – Genießen: Wie der reiche Mann im Evangelium? Oder Planen – Arbeiten – Gutes tun? Ist das die Lösung? Gute Werke statt Genuss und wir sind auf der sicheren Seite?

Schon die ersten Worte des Evangeliums sollten uns nervös machen. „Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?“ Jesus interessiert sich nicht für unser System. „Hütet euch vor jeder Art von Habgier!“ Vor jeder Art. Auch vor der geistigen Habgier. Sie besteht darin, sich abzusichern. Sich selbst zu trösten statt auf Trost zu hoffen. Reichtum ist dann dazu da, von jedem Schmerz abzulenken. Ich rede von den Menschen, die sich bemühen, überlegen zu sein, materiell, der Intelligenz nach, den guten Werken nach. Wer so lebt, verliert die Fähigkeit zu leiden. Er braucht keinen Trost mehr, Erlösung schon gar nicht. Jede Frage, jedes Scheitern, das Leiden schaffen könnte, wird aufgefüllt mit selbst beschafften Tröstungen, materiellen oder geistigen. Irdisch sind sie alle. Denn wir Menschen haben Zugriff nur auf das Irdische. Das Andere, das Himmlische, kann uns nur geschenkt werden. „Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft.“ Paulus kommentiert das Evangelium. Nicht aus eigener Kraft, das ist das Schlüsselwort.

Was tun wir, was tun wir nicht? Was können wir, was können wir nicht? Was hält uns das Leben zusammen? Die Leistung? Unsere Initiative und der Lohn für unsere Anstrengungen? Ich bete, ich helfe, ich tue Gutes… ICH: Ist es das, was das Leben zusammenhält? Oder ist es das Geschenk? Auf das wir antworten? Sind wir Macher oder Antwortende?

Was schenkt uns Gott? Gesundheit, Erfolg, Familienfrieden. So sehen es die meisten. Keine Gesundheit, eine Serie von Missgeschicken und schon ist sie da: die Enttäuschung über Gott.

Was schenkt uns Gott? Das, was wir zum Heil brauchen. Das, was wir brauchen, um zu ihm zu kommen. Gott schenkt uns Glauben und Gnade. Und Glaube bedeutet hier nicht das katholische Credo, sondern die Grundhaltung des Vertrauens.

Wir können nicht unser eigenes Heil bewirken. Unsere guten Werke sind nicht Bedingungen des Heils, sondern Konsequenzen. Wir tun Gutes, nicht um erlöst zu werden, sondern weil wir erlöst sind.

Wir sind seit Adam und Eva dermaßen gebrochene Existenzen, dass wir gerade noch manches Gute erkennen und tun können. Mehr nicht. Wir sind nicht völlig zerstört, nicht nur Sünder, aber sehr schwach. Wer je versucht hat, zu lieben und zwar vollkommen zu lieben, rein zu lieben, der weiß das. Zum Heil aber führt nur die Liebe. Und die wird uns geschenkt. Die Liebe des Heiligen Geistes. Die Herausforderung ist also nicht die Leistung, sondern die Annahme. Realisierung dessen, was wir empfangen haben. Der Motor ist nicht Ehrgeiz, sondern Dankbarkeit. Wir tun Gutes nicht, weil wir etwas erreichen wollen. Wir tun Gutes, weil wir dankbar sind. Wir führen keinen Handel, sondern wir leben mit Gott.

Vielleicht haben Sie geplant und geschuftet und hoffen, eines Tages zu genießen. Und hätten doch vor allem Planen und Wirken einfach nur Gott danken müssen. Dafür, dass er ihnen alle Gnaden schenkt, die es braucht, damit Ihr Leben gut wird. „Seine Geschöpfe sind wir… dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.“ Wir müssen keine Welt erschaffen und keine Welt retten; wir brauchen nur zu tun, was Gott in uns bereitgelegt hat. Wir brauchen nur zu antworten.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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