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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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18. Sonntag im Jahreskreis (B), 5. August 2018 – Vom Fleischtopf zur Liebe

05/08/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Ein Fleischtopf: Jeder weiß, was das ist. Keiner weiß, was das ist: die Eucharistie, die Kommunion, Christus, Gott.

Eine ganze Gemeinde, die „ganze Gemeinde der Israeliten“, Frauen, Männer, Kinder wird binnen 24 Stunden vom Handfesten zum Rätsel geführt. Eben haben die Leute noch an ihre Fleischtöpfe gedacht: damals in Ägypten. Dort waren sie zwar Sklaven, sie waren nicht frei, aber sie hatten Essen sicher. Jetzt ist alles unsicher geworden. Das Essen, der Weg, das Ziel. Die Leute werden geführt, das spüren sie. Sie sind nicht allein. Aber werden sie den richtigen Weg geführt? Und wohin?

Der Weg heute geht vom handfesten Fleischtopf zu einem Rätsel. Ein Rätsel, das ihr Leben rettet. – „Was ist das?“, sagten sie zu einander. „Denn sie wussten nicht, was das war. Da sprach Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.“ Und so überlebten sie die Wüste.

Heute gibt die Kirche den Leuten zu essen, in jeder Messe. Brot, nach dem keiner Hunger hat. Ein seltsames Brot, ein „komisches Plätzchen“, wie neulich ein Kommunionkind sagte, dem es offenkundig niemand besser erklärt hatte, sein Pfarrer nicht, seine Eltern nicht, keiner. Ein kleines, weißes Stück Brot, das sie nehmen und ratlos in den Mund stecken, eben so, halb im Weggehen. Die Kirche lehrt, dies sei Brot vom Himmel, „um der Welt das Leben zu geben“. Denn so hat Jesus es gesagt.

Gott schickt nicht nur Einzelne auf den Weg, sondern ein ganzes Volk: die Israeliten, die Pfarre, den Orden, Sie und mich gemeinsam. Der Weg beginnt mit einer Befreiung. Ein versklavtes Volk wird befreit (von was befreit die Kirche Sie heute?) Nach der Befreiung geht es um Zeichen. Das Brot in der Wüste, der Bund am Berg Sinai, die Tafeln der Zehn Gebote, der Papst und die Bischöfe, diese Kirche hier: alles Zeichen, die auf Gott hinweisen sollen. Doch Befreiung wie Zeichen sind nur Vehikel, nur Mittel zum Zweck, Etappen. Bleiben Sie nicht dabei sitzen! Am Grund von alldem geht es um den Bund zwischen Gott und dem Menschen. Um eine Beziehung also. Das ist das Ziel.

Leicht ist der Weg nicht. Wenn es weggeht vom Fleischtopf, hinaus in ein Rätsel, dann murren sie. Sie. Alle. Die Kirche ist auch die große Murrende. Alles, was man ihr vorwirft in der Geschichte – Reichtum, Inquisition, Verkennung der Frau, Missbrauch von Kindern, Politik – , kommt aus dem Murren, aus den Momenten, wo die Leute ihr eigenes, sicheres Ding machen wollen, wo sie handfeste Resultate brauchen, wo sie erhalten wollen. Die „Fleischtöpfe in Ägypten“, das ist: Versorgung, Sicherheit, ein gefülltes Konto, guter Sex, Gesundheit, Ferien in Frieden, Beziehung, cooles Auto, zweites Haus, Politik, Instagramm… Die Eucharistie, das ist einfach nur: Liebe. Ein Stück Brot, etwas Wein, ein paar Worte, mehr nicht. Das reicht, um göttliche Liebe zu transportieren in diese Welt.

Liebe. Das ist doch Treue, nicht wahr? Gegenwart, Verständnis, Zärtlichkeit und Leidenschaft. Liebe, das sind Kinder. Liebe, das ist Dauer, denn flüchtige Liebe gibt es nicht. – Stimmt alles, stimmt alles nicht. In der Eucharistie ist Liebe nur eines: Einem anderen Leben geben. Den anderen lebendig machen. Ich will, dass du lebst. Wenn es nicht anders geht, dann eben durch mich. Mit meiner Kraft sollst du leben. So liebt Jesus. Unbekannte Liebe: Es ist so selten, dass uns einer auf diese Weise liebt. Erschreckende Liebe: Wie schwer ist es, das anzunehmen. „Nehmt und esst! Das ist mein Leib.“ – Nimm und iss, denn du sollst leben. Von meiner Kraft. Die Pfarre: macht sie Sie lebendiger?

Der Weg führt von der Wüste in das Zimmer des letzten Abendmahles, vom Braten zum kleinen Stück Brot. Der Weg Gottes geht von der Versorgung mit dem Nötigsten zum Auftrag, zur Zumutung. Schließlich zum Zutrauen, zur Nähe. Eucharistie bedeutet nichts anderes als Nähe. Nähe, die mich lebendig macht.

Der Fleischtopf, das ist einfach nur Sicherheit. Sicherheit ist gut, – aber reicht das für ein echtes Leben? Von den Fleischtöpfen Ägyptens geht es zu einem Zeichen, das kaum zu verstehen ist. Aber ist das Rätsel nicht auch ein Raum der Freiheit? Ein Raum, in dem so viel mehr geschehen kann als am sicher gedeckten Tisch? Von den Gerichten beim Letzten Abendmahl, von Lamm, Wein und Brot führt Jesus seine Leute zur „Speise, die bleibt für das ewige Leben“. Diese Speise, das ist er selbst.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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