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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Hochfest der Dreifaltigkeit, 27. Mai 2018

27/05/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Schauen Sie über das Meer. Wie es daliegt im Licht, blau und friedlich. Gegen Mittag brennt die Sonne auf das Wasser. Auf den Wellen treibt ein Mensch. Er ist auf ein Kreuz gebunden. So haben sie ihn aufs Wasser geworfen. Das Schiff ist weg, da ist nur noch der Ozean. Das ist Einsamkeit.

Einsamkeit ist weiß Gott nicht nur in der Literatur wie in dieser Szene aus Claudels „Der seidene Schuh“. Sie ist in den Wartezimmern. Auch wenn da noch andere sitzen: Du bist allein mit deiner Angst. Einsamkeit ist an einem Busbahnhof irgendwo im Ausland; es wird bald Nacht, und du weißt nicht, ob es noch weitergeht; keiner, den du fragen kannst. Einsamkeit ist an einem Sommertag. Die Natur ist so schön! Und dir geht auf: Ich bin dieser Natur völlig gleichgültig. Ob es mir gut geht oder schlecht, ob morgen Krieg ist oder Friede: Die Natur ist weiter schön. Sie beachtet uns nicht. Einsamkeit ist in dem Kind, das von seinen Eltern verachtet wird. Was eine Scheisseinsamkeit. An diesem Ende der Welt. Und am anderen Ende: Welche eine Liebe!

Es sind drei: Das ist das Entscheidende. Drei! Die Namen und wie sie verbunden sind: zweitrangig. Es sind drei. Und doch nur Einer. Einer zum anderen hingerissen. Vater, Sohn und Geist. Kein Nacheinander, kein Hierhin und Dorthin, kein Vorher und Nachher. Immer Jetzt. Hier. So ist es manchmal zwischen Menschen, die sich lieben. Ewiges Auf-einander-zu. Bewegt, obgleich es doch keinen Weg braucht zum anderen. Weil er da ist. Drei. Jeder ist ganz er selbst und ganze Hingabe. Drei: nicht ein Block, sondern Gespräch, Austausch. Hier muss keiner festhalten an sich, er kann gehen… auf den anderen zu. 

Die Hölle, das ist Einsamkeit. Nicht verhängte Einsamkeit, sondern gewollte. Hölle, das ist Abbruch jeder Beziehung. Verweigerung der Liebe. Es beginnt so harmlos, in einem schönen Garten. Da gibt es irgendeinen Baum, ein komisches Verbot und eine banale Versuchung.

– Iss! Iss und du wirst wissen! Du wirst sein wie Gott!
– Und Gott? Der es nicht will?
– Was tut dir Gott? Sei du selbst, sei allein, du kannst es.
– Und der andere Mensch? Was wird aus ihm?
– Nimm ihn mit! Verführe ihn!

Der Sündenfall, den sie alle für ein altes Märchen halten, zerstört die eine Beziehung und verdirbt die andere. Hier bricht die Einsamkeit ein in eine Welt, die bis dahin Freundschaft war. Der Mensch bricht mit Gott und macht andere Menschen zu Komplizen. Komplizen, – nicht Freunde oder Geliebte. Der eine an den anderen gekettet, anstatt frei und liebevoll mit einander zu gehen. Adam und Eva müssen jetzt zusammenhalten, um das neue, bittere Leben zu bestehen. Sie brauchen einander. Aber ein Liebespaar sind sie nicht mehr. Und Gott ist ihnen nur noch Schöpfer und Richter, aber nicht mehr Freund. Sie haben ihn abgewiesen. Und sofort wird es noch schlimmer. Kain erschlägt Abel, seinen Bruder. Aus Neid. Seine Tat wirft ihn in die Welt, allein. Seitdem sind wir einsam, so einsam…

In Gott ist keine Einsamkeit. Drei, Vater, Sohn, Geist sind eins und einer. In Gott ist so sehr keine Einsamkeit, dass er nicht nur in sich selbst liebt, sondern…  erschafft. Gott erschafft den anderen, das Gegenüber, den Unterschied, den Menschen, die Engel, die Welten. Die Vielheit. Die Tyrannen dieser Welt löschen Vielheit aus, sofort (Pressefreiheit).

Einsamkeit ist immer Folge einer Sünde, direkt oder indirekt, sei’s drum. Einsamkeit ist Mangel. Sie entbehrt den anderen. Er fehlt. In Gott aber ist kein Mangel. In Gott ist Fülle. Drei.

Der dreifaltige Gott ist stärker. Die Fülle siegt über den Mangel. Die Liebe über die Einsamkeit. „Ich habe die Welt besiegt“, sagt Christus. Die Welt, die vor allem eines kann: Nein sagen und allein bleiben. „Nein!“, das können wir gut. Diese Welt hier entstand aus einem Abfall. Adam fiel von Eva ab, und Eva fiel von Adam ab, Kain von Abel, sie alle von Gott, jeder für sich. Die erste Tat der Welt ohne Gott war eine Trennung. Trennung ist immer Minderung, Verlust der Kraft.

Aber der Anfang aller Dinge ist und bleibt die Liebe Dreier. Nicht die selbstverliebte Liebe, wie sie zwischen zweien ist, die sich für die anderen nicht mehr interessieren. Der Anfang von allem ist die offene, freundliche Liebe Dreier. Ein Paar, das sich öffnet für ein Kind, für Freunde, für die Armen… ein solches Paar, das nach außen gibt und von außen empfängt, ist ein Bild der Dreifaltigkeit.

Gott sammelt. Das tut Er in dieser Welt. Die Sammlung der Vielen zu einer Gemeinschaft. Nicht Partei oder Regiment oder Schule, nichts, wo alle das Gleiche denken müssen. Gott erschuf die Vielfalt. „Darum geht zu allen Menschen, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie…“ (Evangelium). Christus kam in diese Welt, er sammelt Menschen. Der Heilige Geist führt sie zum Vater.

Das Fest der Dreifaltigkeit fragt: Was willst du? Gemeinschaft oder Trennung? Es steht gegen alle, die trennen, aussortieren, zurückweisen. Gastfreundschaft, gute Werke, der Besuch bei den Kranken, alles, was Gemeinschaft stiftet, jede Form der Liebe ist also Teilhabe am Anfang und am Ziel der Welt, am dreifaltigen Gott. Nicht die Einsamkeit ist der Grund der Welt, sondern die Gemeinschaft.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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