Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Um Ihnen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte und für Sie relevante Informationen bereitstellen zu können, werden auf dieser Website mithilfe von Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzungsverhalten gesammelt und gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Website-Server auf Ihrem Computer oder sonstigen Geräten zur Internetnutzung abgelegt werden. Ihr Webbrowser sendet diese Cookies bei jedem Besuch an die Website zurück. Dies ermöglicht es uns, Sie bei einem erneuten Besuch der Seite zu identifizieren und Informationen bzgl. Ihrer Präferenzen, zu speichern. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Funktionsweise finden Sie unter: https://www.aboutcookies.org/ Bei jedem Besuch unserer Website werden mithilfe der Cookies und anderen Technologien Informationen gespeichert. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer hier beschriebenen Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen

Close
Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

6. Sonntag der Osterzeit, 5. u. 6. Mai 2018, Mailberg und Malteserkirche

06/05/2018 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

+) Maiandacht

Nicht winseln! Nicht betteln! So etwas hat Jesus uns nicht gelehrt. Und Maria ist nie, nirgendwo eine jammernde Frau. Sie ist eine Frau, die glaubt, die liebt, die trauert, die handelt. Und eine Frau, die bittet. Aber Maria winselt nicht.

Sie schicken sich jetzt an zu beten. Maiandacht. Viele von Ihnen werden dabei um etwas bitten, vielleicht flehentlich, sorgenvoll. Aber wie beten Christen richtig? Jesus hat uns gelehrt, wie wir beten sollen. Das Vaterunser ist kein Gejammer; es ist eine ernste, aufrechte Bitte in sieben Rufen. Zwischen Bitten und Jammern ist ein Unterschied. Beim Bitten geht es nicht darum, sich klein zu machen, sondern darum, Vertrauen zu haben.

Da gibt es auch noch andere Stellen, an denen Jesus uns sagt, wie wir beten sollen. „Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun“ (Joh 14,13). Immer wieder steht es so und ähnlich in den Evangelien – und wird überhört. Warum ist es so schwer hinzuhören?? So nimmt das Unglück seinen Lauf. Am Ende steht die Enttäuschung über Gott: „Ich habe so viel gebetet, ich habe sogar Wallfahrten gemacht, – und Gott hat mich nicht erhört.“ An diesem Punkt brechen viele mit Gott. Sie ziehen weiter, und Gott bleibt zurück.

Klare Lehre des Evangeliums: Beten in seinem Namen! Mitbeten mit Christus. Nur wer so betet, wird erhört (s. Liturgie: „Darum bitten wir durch ihn…“). Wenn sie nicht erhört werden (nicht so, wie sie sich das dachten), fragen die meisten nur: Habe ich genug gebetet? Sie messen das Gebet an der Menge, nicht an der Art und Qualität. Das aber tun die Heiden.

Prüfen Sie Ihr Gebet, jedes Mal: Bete ich wirklich im Namen Jesu? Mit ihm zusammen? So, wie er beten würde? Können meine Anliegen auch seine Anliegen sein? Oder ist Ihr Gebet Ihr Ding, das ohne ihn rennt? Prüfen Sie Ihre Gebete. Gar nicht zuerst den Inhalt – überall beten Menschen um die gleichen Dinge. Prüfen Sie die innere Haltung. Sie ist in der Schule Jesu und Mariens anders als die aller anderen Religionen. Beten in seinem Namen, mitbeten mit Christus: Wer so betet, nimmt die Rolle Christi ernst – und das sollen echten Christen doch, oder? „Macht es nicht wie die Heiden!“ Jesus sagt das immer wieder. Macht es anders. Jesus predigt eine Revolution des Gebetes. Er stellt uns aufrecht vor Gott und neben sich, an seine Seite.

Und Maria, die wir heute verehren? Fürsprecherin wird sie genannt. Manchmal überlege ich: Brauchen wir denn eine Fürsprecherin? Was ist das für ein Gottes- und Frauenbild? Muss Gott, muss Christus besänftigt werden? Aufmerksam gemacht werden? Sind Frauen dazu da, Männer gütig zu stimmen? Maria ist vielleicht noch mehr Mitbeterin als Fürsprecherin. Beterin mit uns – oder an unserer Stelle…

Wenn wir jetzt ihr heiliges Bild mittragen in der Prozession, sehen Sie es doch einmal so: Maria geht mit. Sie betet mit. Wer, wenn nicht sie kann im Namen Jesu beten? Sie kennt ihn am besten.

+) Hl. Messe

In Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Wie stellen Sie sich das vor, die Liebe Gottes? Woran merken Sie, dass Gott Sie liebt? Am inneren Frieden? Am äußeren Wohlergehen, Gesundheit, einem glücklichen Leben? Totaler Quatsch. Zu kurz gesprungen (Umkehrschluss). Die zweite Lesung gibt eine ganz andere Definition der Liebe Gottes. Da heißt es: „Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbar, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.“

Das tröstet Sie nicht. Sie haben Einwände. Etwa: Wir leben ja schon, was soll das also heißen, „damit wir durch ihn leben“? Sinn bekommen diese Worte nur durch die Auferstehung. Ostern bedeutet ja: neues Leben. Anders leben. Weitung der Dimensionen. Besser leben, mehr leben. Daran müssen Sie Ihren Glauben messen!

Jesus ist das irdische Glück nicht gleichgültig. Er ernährt Menschen, er heilt, er tröstet, er lebt mit ihnen. Aber das ist eben nicht alles. Immer wieder verweist Jesus auf etwas Mehr, auf das Andere. „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein…“ Es gibt in dieser Welt Freude, Innigkeit, Eros, Erfahrung, Weisheit, Klugheit, Liebe natürlich. Aber das ist noch nicht alles und es ist nicht das Glück und nicht das Ziel. Der Himmel ist nicht bloß die verbesserte Fortsetzung von dem hier.

Die Grundhaltung vieler, vieler Katholiken heißt: keine Experimente, keine Forderung, keine Sünde, keine Ewigkeit, keine Traurigkeit. Nur Trost und Halt. Und wenn ihn eine Gipsmadonna gibt, warum nicht? Oder alte Bräuche, die geben auch Halt und trösten. Aber wo bleibt da das Leben? Wo ist da Christus? Ist er da überhaupt nötig? Ist Christus nötig?

Wenn der Glaube nicht etwas aufsprengt, ist er falsch. – Falsche Gotik, falscher Barock, die Kunst von vorgestern, in Serie gefertigt, abgeschaut, die ewige Schubert-Messe, nette Gottesdienste: „Das gefällt den Leuten“, heißt es. Die Sünde gefällt den Leuten noch viel mehr…! Geht es im christlichen Leben nicht darum, uns vom Schmarren loszureißen, von den miesen Verkleidungen, die sich als Glück ausgeben – und zum wahren Glück zu kommen? Zu Christus?

Wer eine Religion fördert und fordert, die Halt und Trost bietet und sonst lieber nichts, der kann zwar Großes leisten, um die materielle Not der Armen zu lindern, aber er lässt die Armen geistig arm, in der geistigen Not, – jener Not, die keiner ernst nimmt, keiner wahrhaben will.

Der Malteser-Ritter-Orden will zwei Dinge: Hilfe für die Armen und Kranken und Verteidigung des Glaubens. Verteidigung des Glaubens: Wo liegt da der Schwerpunkt? Auf Verteidigung oder auf dem Glauben? Ich frage mich immer und immer wieder: Was ist der Glaube genau? Hat er mit dem neuen Leben in Christus zu tun, ja oder nein?

Der Maßstab für Ihre Akzeptanz dieses neuen Lebens ist die Art, wie Sie beten. „Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet“, heißt es im Evangelium. Jesus verknüpft hier eine unfassbare Großzügigkeit – alles! – mit einer einzigen Bedingung: Betet mit mir zusammen, „in meinem Namen“.

Mit Jesus beten,  – aber wie betet er? Um was? In allem Gebet Jesu geht es immer nur um eines: Vertrauen zum Vater!

Jesus bittet. Er bittet um alles und vertraut in allem dem Vater.

Jesus dankt. Ein Dank der aus dem Vertrauen kommt.

Jesus betet an. Seine Anbetung ist Vertrauen.

Wer mit Christus betet, muss nicht wimmern. Maria steht unter dem Kreuz, aufrecht! – Überlegen Sie, ob manche Gebete (und auch manche Schuldbekenntnisse) nicht eine Beleidigung Gottes sind. Immer dann nämlich, wenn wir Gott für klein und kleinlich halten, ihm misstrauen, ihn besänftigen wollen oder bestechen. Wie viel anders ist dies: „Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten“ (Joh 15,7).

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

X