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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

Fest des hl. Papstes Pius X.

21/08/2017 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Papst Pius X.: Gegen die Moderne. Patron der Traditionalisten, Integristen, Lefebvristen und all derer, die ihre Lebenskraft darein setzen, über Zeremonien zu reden und über Schleppkleider von Kardinälen. Pius X.: von anderen noch nach dem Tod hineingezwungen in ein Milieu, in Partei, Spalterei, Verdächtigung, Verhärtung, – in eine Welt, die man vor den Männern und Frauen, die Christus suchen, am liebsten verheimlichen würde, weil sie so beschämend ist.

Pius X. ist weiß Gott mehr als nur der Gegner der Moderne. Sein Misstrauen gegen die modernen Theologien steht im Schatten eines ganz anderen Anliegens: Reform. Erneuerung der Kirche.

Giuseppe Sarto wurde 1835 in einer Bauernfamilie geboren und 1903 zum Papst gewählt. Dazwischen liegt: Seelsorge, – in allen Bereichen, mit allen guten Mitteln, gleich ob als Pfarrer, Bischof oder Patriarch von Venedig: Er war immer Seelsorger.

Als Papst begann sein großes Reformwerk: Neuordnung der Kurie, Neuordnung des Kirchenrechts, der Liturgie, der Studien, der Priesterausbildung. Fortbildung der Getauften im Glauben: der berühmte Katechismus Pius’ X.! Stärkung der Getauften durch die Sakramente: Pius erlaubte den Empfang der hl. Kommunion schon für die Kinder und empfahl dringend, das Sakrament häufig zu empfangen, – damals, als man vielleicht ein-, zweimal im Jahr kommunizierte, oft nach der Messe!, eine Aufsehen erregende Neuerung (die ihm die Gegnerschaft der österreichischen Bischöfe und der frommen Erzherzoginnen einbrachte… Die Opposition gegen den Papst ist seltsam oft die Spezialität derer, die den Gehorsam für eine besonders wichtige Tugend ausgeben …).

Wer unbedingt erneuern will, hat verstanden, dass das, was besteht, nicht gut ist; dass das Alte nicht bleiben kann. Er hat, anders gesagt, die Rufe des Evangeliums gehört: „Seid wachsam!“ Und: „Kehrt um!“

Wer erneuern will, läuft Gefahr, nur sein eigenes Ding zu machen, den eigenen Launen und Vorlieben zu dienen, wählerisch zu werden; und vom Wählerischen ist nur ein Schritt zum Sektiererischen. Also braucht er einen Auftrag, von außen. Die Lesung zum Festtag bringt es auf den Punkt: „Weil Gott uns geprüft und uns das Evangelium anvertraut hat.“ Der ehrliche Reformer stellt sich Gott. Er muss sich beurteilen lassen.

Wer erneuern will, braucht einen Maßstab, eine Grundlage, – sonst endet er im irren Zickzack, im Streben nach dem ersten und billigsten Beifall. Das Motto des heiligen Papstes war: „Instaurare omnia in Christo“ – „Alles in Christus erneuern.“ Hier haben Sie den Maßstab aller Reform, gleich, ob Sie nur Ihr eigenes Leben erneuern wollen oder die ganze Kirche. „Alles in Christus erneuern.“

Grundlage der Erneuerung, Grundlage der Seelsorge (denn ihr dient die Reform ja) ist die persönliche Vereinigung mit Christus, Tag für Tag gepflegt und so vertieft. Sonst machen wir nur, was uns einfällt.

Benedikt XVI. erklärt das Leben seines Vorgängers Pius’ X. so: „Nur wenn wir in den Herrn verliebt sind, sind wir in der Lage, die Menschen zu Gott zu bringen… “ – „In den Herrn verliebt“: Stören Sie sich nicht an dieser Wendung, – denn sonst stören Sie sich ja am Evangelium, das Sie eben gehört haben. Lieben Sie Jesus Christus, denn Sie sind ja selbst Seelsorgerinnen und Seelsorger… und sei es „nur“ für die eigene Seele.

„Alles in Christus erneuern!“, so der Wahlspruch des Papstes. Vielleicht kommt es wirklich auf dieses Wort an: alles. Wenn man anfängt zu sortieren, auszuwählen, Christus etwas vorzuenthalten, wie soll da die Erneuerung gelingen?

Alles: Der tiefste Grund für diesen umfassende Auftrag ist dieser: Gott ist der Schöpfer der ganzen Welt, aller Menschen, der Männer und der Frauen, aller Ideen, aller Dinge. Gott will das Heil aller Menschen und der ganzen Schöpfung. Deswegen sagt Jesus: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.“ Alle Menschen, das heißt: alle Leben. Denn was wäre die Alternative? Nur du, aber du nicht! Selektion. Die Kirche kann nicht selektieren. Alles erneuern, – aber eben in Christus. Das nimmt der großen, universalen Geste alles Anmaßende.

Wer erneuern will, muss wissen, dass er scheitern wird, im eigenen Leben, in der Gesellschaft, in der Kirche. Vielleicht ist dies das Geheimnis christlicher Existenz: das Beisammen von Tat und Scheitern. Die Kirche weiß darum, – warum sonst gäbe sie uns die Beichte? Warum sonst trüge sie uns auf, immer und immer wieder zu beten: „Dein Reich komme!“? Das Sakrament der Beichte geht aus der Erfahrung des ständigen Scheiterns hervor, das der Eucharistie aus der Notwendigkeit ständigen Wachstums; das Gebet zeigt uns, dass nicht wir das Reich Gottes etablieren werden, sondern Gott allein.

So wie die Zeiten sich nicht zurückholen lassen (jede Restauration scheitert), so, wie sie sich nicht anhalten lassen (jede Beharrung wird fortgespült), so lässt sie sich auch nicht erneuern im Sinn eines dauerhaften Erfolges. Wir haben Möglichkeiten und Grenzen. Wir bleiben für immer, was wir schon als Kinder waren – und handeln dennoch. Pius X. starb in jenem berühmten strahlenden Sommer 1914. Weltkrieg. Er wusste: „Jesus Christus aber ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit“ (Hebr 13).

 

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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