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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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25. Sonntag im Jahreskreis (C), 25. September 2016

27/10/2016 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Wehe den Sorglosen und wehe den Selbstsicheren!“ So hieß es eben beim Propheten Amos. Gegen Sorglosen und Selbstsicheren! Wieso das denn? Was soll schlecht sein an Sorglosigkeit und Selbstsicherheit? Erziehen Sie Ihre Kinder nicht dazu, sich keine Sorgen zu machen? Oder wünschen ihnen doch wenigstens Sorglosigkeit? Und erziehen Sie sich und Ihre Kinder nicht zur Selbstsicherheit? Was für ein Problem hat die Bibel?

Ganz einfach: Es gibt eine Sorglosigkeit und Selbstsicherheit, die den Menschen zuschließt. Musterbeispiel: der reiche Mann aus dem Evangelium. Er ist so verschlossen in sich und seinen Spaß, dass er den armen Lazarus vor seiner Tür, – vor seiner Nase! – nicht einmal bemerkt. Geschweige denn ihm hilft (und wenn er ihn bemerken würde, weil der Arme frech wird und anklopft und läutet und ruft, so wie heute die Flüchtlinge und Auswanderer, dann würde der Reiche böse werden).

Die Bibel will, dass wir uns Sorgen machen. Weil die Sorge uns öffnet für den Menschen neben uns. Die Haltung „Was geht mich der andere an?“, „Mir doch egal!“, „Sie sollen selber sehen, wie sie zurechtkommen!“, „Jeder, wie er meint“, geht für Christen nicht. Daran ist nicht zu rütteln.

Die Bibel streitet gegen Stolz und Zufriedenheit, denn der Stolz hockt auf dem Vergangenen, auf dem erworbenen Besitz an Dingen und Vorstellungen. Die Sorge hingegen öffnet für die Zukunft. Die Selbstsicherheit stellt keine Fragen mehr, nicht an sich selbst, nicht an andere. Wozu auch? Vielleicht Neugier und Klatsch – aber doch nicht echte Fragen, um etwas Neues zu verstehen!

Bezeichnend, dass die Kirche heute den „Sonntag der Völker feiert“ (– und unvorstellbar, dass die FPÖ oder die AdF oder der Front National oder die polnische oder die ungarische Regierung ein „Fest der Völker“ feiern). Gute Katholiken wissen einfach: die Welt ist weit (und schwierig und schön), und die Kirche ist universal, nicht national. Gute Katholiken halten es auch aus, dass es Sorgen gibt; sie laufen nicht weg. Wir wissen, dass es in Österreich derzeit ca. 500.000 Katholiken mit Migrationshintergrund gibt. Soll man die ausweisen, und dann wird alles wieder gut? Alle Ausländer oder nur die Muslime? Wegsperren? In Lager? Grenzen zu? Ganz? Nur ein wenig? Die Kirche bietet heute allein in Wien Seelsorge in 30 Sprachen an. Warum? Weil sie die Mutter aller Menschen ist. Das ist unsere Antwort.

In der Lesung steht dann noch das Wort: „Das Fest der Faulenzer ist vorbei.“ Das passt nicht auf uns; faul ist hier keiner. Ich weiß, dass Sie alle viel arbeiten oder in Ihrem Leben viel gearbeitet haben. Aber Faulheit gibt es auch in den Herzensdingen und in den Geistesdingen. Die meint Amos, wenn er ruft: “Ihr trinkt Wein aus großen Humpen… und sorgt euch nicht über den Untergang.“ Er meint die Mischung aus Wurstigkeit, Feiern und Raunzen. Diese Mischung, die ganz unproduktiv ist oder, wenn sie etwas hervorbringt, dann nur Stimmungen, aber keine Einsicht, nur Ärger, aber nie eine gute Tat. Er meint den Ausstieg in die Verantwortungslosigkeit.

Lesung und Evangelium sagen uns heute: Ihr habt Verantwortung! Für den neben euch und für euch selbst. Für das Leben.

Und sie sagen uns auch: Irgendwann ist es zu spät; irgendwann kommt der Punkt, an dem Ihr nicht mehr zurück könnt. Der reiche Mann wird seinen Durst nach Leben, seine tiefste Sehnsucht nie mehr stillen können. Er war zu lange sorglos, so lange selbstbewusst; jetzt, nach seinem Tod bricht die Sehnsucht auf wie qualvoller Durst.

Wir steigen heute ein in die Vorbereitung unserer Kinder auf die erste heilige Kommunion. Unser Anliegen ist es, diese Kinder auf das Leben vorzubereiten, nicht sie vor dem Leben zu beschützen. Sie sollen fähig werden, sich um andere zu sorgen und Verantwortung für sich und andere zu tragen. Die Erstkommunion ist ganz sicher kein Fest der Sorglosigkeit; – für die Sorglosigkeit ist das Oktoberfest da. Diese Kinder sollen hinschauen lernen: auf Gott, auf sich selbst, auf den anderen. Der Arme liegt vor der Tür des Reichen, damit der nicht sagen konnte: Ich habe es nicht gesehen.

Wir werden diesen Kindern die Armen zeigen und wir werden sie dem Auferstandenen, Jesus in die Arme legen, damit er ihnen die Angst vor dem Leben nimmt.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben.  Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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