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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Lange Nacht der Kirchen, 10. Juni 2016

12/09/2016 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Dieses Evangelium – einfach das Evangelium von diesem Freitag – braucht keine Erklärung. Wenn das Wort Jesu Autorität ist, sind wir im Dilemma: sein Wort über die Unauflöslichkeit der Ehe gegen unser heutiges Leben. Wenn Jesus sich als Autorität erledigt hat, sind wir frei und können handeln, wie es uns gefällt. Ich finde die Lesung spannender.

„In jenen Tagen kam Elija zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn.“ Gott stört den müden Mann. So trifft Gott auf den Menschen.

Es geht in dieser Erzählung nicht um Bedürftigkeit, nicht um Not und Bitten; nicht um das, was wir mit Religion verbinden. Elija fleht nicht zu Gott; er bittet um nichts. Er will nur schlafen, in der Geborgenheit einer Höhle. Später wird klar werden: Das ist ein müder, enttäuschter Mann.

Es geschehen in dieser Erzählung auch keine Wunder; es schlagen keine Gefühle hoch. Nichts ist innig. Es geht nur um Geschichte. Zwei Wesen begegnen sich, und die Geschichte geht weiter. Mehr ist nicht. In meinen Augen die Beschreibung dessen, was Kirche ist: Begegnung und Geschichte.

Eine Folge von Entscheidungen, Ereignissen, Kämpfen und Siegen und Niederlagen, Begegnung um Begegnung, von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Geschichte der Welt mit Gott, Geschichte der Kirche.

Wer sucht hier wen? Die Erzählung muss ganz fremd sein für die, die sagen, wir Menschen seien es, die Gott suchen, weil wir ohne ihn nicht können. Gott, eine Idee aus Angst und Not geboren. Diese Erzählung von einem Gott im linden Abendwind muss verstörend sein für die Anhänger der Idee, Gott throne irgendwo, fern; vielleicht abwartend, vielleicht desinteressiert. Gott sei eine geistige Energie, eine höhere Macht, anonym, unfassbar, langweilig.

Elija sucht Gott nicht. Er braucht Gott gerade nicht. Später geht er auf Gott ein; aber viel mehr ist da nicht. Und am Ende wird klar: Der Mann hatte etwas zu lernen. Für seine nächste Aufgabe. Die Begegnung mit Gott schließt mit einem Auftrag: „Geh deinen Weg durch die Wüste zurück (!) und salbe!“ Salbe Könige und Propheten.

Eine Beziehung, in der einer auf einen anderen eingeht; wo einer etwas lernt und sich dadurch verändert. Wo das Gute geschieht, gegen die Erwartungen, gegen die Befindlichkeiten. So ist das mit Gott. So ist Kirche.

Ein Gott, der Pläne stört, kleine und große Pläne. Ein Gott, der will: „Komm heraus und stell dich hin vor Gott!“ So muss der fertige Typ hinaus aus seiner Höhle; hinein in den Sturm, unter das Erdbeben und das Feuer. Doch da ist Gott nicht. Die Gewalten sind nur Vorbereitungen auf Gott. „Da zog der Herr vorüber.“ Alle diese Bewegungen Gottes. Die vielen Arten Gottes. Nicht zu halten, nicht zu bestimmen. Gott ist immer größer.

Gott fragt: Was willst du hier? Gute Frage. Seltsame Frage. Gott weiß doch, dass Elija ein Anliegen hat. Gott spielt mit dem Mann. Und im Spiel lernt Elija. Er lernt, dass der Weg weitergeht, immer weiter. Die Kirche endet nie.

Wie viel Weg Elija zurücklegt in diesen wenigen Sätzen! Der Aufstieg auf den Gottesberg. Die Müdigkeit. Die Enttäuschung: „Mit Leidenschaft bin ich für den Gott der Heere eingetreten… Ich allein bin übrig geblieben.“ Das ist die Bitterkeit der Frommen und ihre Ent-Täuschung. Du meintest, um die Pläne Gottes zu wissen? Nichts weißt du. Dein Wissen wird fortgetrieben vom Sturm und zertrümmert in Erdbeben. Dann erst wirst du von neuem wissen. Und durch die Wüste ziehen. Gott ist schonungslos. Die Kirche ist schonungslos, deswegen. Gott ist immer liebevoll, aber nicht immer sanft. So auch die heilige Kirche.

Da sind die Absichten Elijas und der Ruf Gottes: „Komm heraus!“ Und die Suche nach Gott. Im Sturm und im Beben. Endlich das Gespräch zwischen beiden, im Abendwind. Und am Ende die Sendung des Menschen.

„Salbe!“ Salbe Könige und Propheten. Das ist Begründung heiliger Ordnung in der Welt. So fragil. In der Taufe wurden wir gesalbt zu Königen, Priestern und Propheten. Die Geschichte geht weiter. Gott handelt. Mehr Gewissheit ist nicht.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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