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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Palmsonntag 2016 – Das Königtum –

25/04/2016 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Herren und Diener, Befehle und Gehorchen, Unterschiede, Macht, Autorität: ganz unbeliebte Themen. Jedenfalls in der Kirche. Am Arbeitsplatz lässt man sich so ziemlich jeden Druck gefallen. Die Leitung entscheidet: Einer allein macht jetzt die Arbeit, die früher zwei gemacht haben. Aber mehr verdienen wird er nicht. Und sie gehorchen. Aber wehe, wenn ein Bischof Gehorsam fordert… oder Gott selbst. Irgendetwas stimmt da nicht.

Macht wird missbraucht. Kinder, Frauen, Laien, Bürgerliche, Bauern, Indios und Schwarze können ein Lied davon singen. Selbst da, wo Macht nicht missbraucht wird, ist sie unbequem; sie gefällt uns nicht. Obwohl… Verantwortung abgeben (aber weiter raunzen dürfen), beschützt werden, sogar geführt werden: Das hat schon etwas.

Vor diesem Hintergrund ist der Palmsonntag verstörend. Da zieht eindeutig ein König ein. In der alten Zeit wurde oft der König, dem das Volk bejubelte und zum König ausrief. Also schafft der Einzug Jesu eine brenzlige Situation für die alten Mächte in Jerusalem.

Es steht fest: Jesus wird in den Evangelien immer wieder mit dem Königtum in Verbindung gebracht; mit Macht also. Das ist offenkundig, wird aber heute gerne verdrängt.

Jesus lebt in einem Volk, das auf den Messias wartet: auf eine Herrschergestalt, die Israel wieder groß und frei machen soll. Der Engel Gabriel verheißt Maria: „Gott wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“ Jesus kommt also vom König David her und er wird selber herrschen. Die „Magier“ aus dem Osten fragen nach dem „neugeborenen König der Juden“. Der erwachsene Jesus verkündet das Königreich Gottes. Die Wunder Jesu zeigen, dass sein Königtum nicht nur eine Behauptung ist. Er hat echte Macht. Im Prozess am Karfreitag spielt der Königstitel die entscheidende Rolle. Am Kreuz wird eine Inschrift hängen, die den Grund seiner Hinrichtung angibt: „Jesus, der König der Juden.“ Am Ende des Evangeliums sendet der Auferstandene seine Jünger in die ganze Welt: „Lehrt die Menschen, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Das ist ein Anspruch auf Macht.

Jesus ist also ein König; er beansprucht Macht und übt Macht aus. Aber wie? Hier wird es wirklich spannend. Jesus ist friedfertig und demütig. Er zieht auf einem kleinen Esel in seine Stadt ein; er wäscht seinen Jüngern die Füße. Aber er sagt dabei auch: „Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so, denn ich bin es.“ Kurz darauf befiehlt er Petrus: „Steck das Schwert weg!“ Dieser König kämpft mit anderen Mitteln. Dieser König ist einsam. Denken Sie an den Moment, wo er vor seinem Richter steht. Oder an seinen Kreuzweg. Jesus ist ein Mann, der niemals kriecht – und nie überheblich ist. Einer, der Würde und Autorität ausstrahlt. Aber den Pomp und die Tricks der Macht braucht er nicht. Christi Königtum ist anders. „Mein Königtum ist nicht von hier.“ Jesus schafft ein ganz neues Bild der Macht. Die Autorität bleibt, denn Macht an sich ist nichts Schlechtes; aber von jetzt an wird die Macht auf neue Weise ausgeübt und dient neuen Zwecken: nicht Eroberungen, nicht Reichtum, nicht Berühmtheit. Die Macht dient dem Reich Gottes.

Der Unterschied geht Ihnen auf, wenn Sie sich zwei Bilder von Augen stellen. Das eine: der erste Kaiser von China. Der zwingt 700.000 Menschen zum Bau seines Grabmals und lässt, als es fertig ist, die Arbeiter lebendig begraben. Das andere Bild: ein Mann, der auf einem kleinen Esel in die Stadt einreitet und dem die Kinder zujubeln. Diesen Mann kennt und verehrt heute die ganze Welt.

Wir Christen haben einen demütigen Gott. Durch Demut, Niedrigkeit, Hilflosigkeit, Armut, Einsamkeit, Dienen hat Jesus der Welt gezeigt, wie sehr er sie liebt – und blieb doch der mächtige Gott.

Wir Christen beanspruchen Macht und können Macht haben und Verantwortung. Aber wir machen es anders. Wir schauen auf Jesus – und sähen Zweifel an den Mächtigen dieser Welt. Mit ihnen stimmt etwas nicht mehr, seit Jesus den anderen Weg gezeigt hat. Neben den Zweifel stellen wir das Glück. „Die Mächtigen missbrauchen ihre Macht über die Menschen“, sagt Jesus einmal. Dass das nun zu Ende sei, dieser Missbrauch der Macht: diese Hoffnung erhält immer wieder neue Nahrung beim Blick auf Christus. „Bei euch soll es nicht so sein…“ Jesus nimmt uns alle Instrumente der Macht und lässt uns nur zwei Dinge: das Wort und das gute Beispiel.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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