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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Zweiter Sonntag der Weihnachtszeit, 2./3. Jänner 2016

14/01/2016 


Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben.Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

 

 

Zweiter Sonntag der Weihnachtszeit, 2./3. Jänner 2016

 

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Christen feiern Weihnachten von der Heiligen Nacht bis zum Fest der Taufe Christi am kommenden Sonntag. Deswegen leuchtet der Christbaum bei Christen jetzt und nicht Anfang Dezember, und deswegen hören wir heute ein Weihnachtsevangelium. Eines ohne Krippenromantik. Keine Hirten, kein Engel, kein Stern. Nichts fürs Gemüt.

Der berühmte Beginn des Johannesevangeliums versucht das Unmögliche: in Worte zu fassen, was nicht vorstellbar ist. Dass nämlich der, der da geboren wurde, dass Jesus nicht erst in jener Nacht anfing zu existieren. Er war immer schon da.

Dass er das „Wort“ Gottes ist. Also das Wissen und die Weisheit Gottes.

Dass Jesus nichts Geringeres ist als Gott selbst.

Dass ohne Jesus überhaupt nichts existieren würde und nichts Bestand hätte.

Dass Christus der verborgene Sinn von allem ist.

Und dass er in die Welt kam („Fleisch annahm“), um in seiner Person „Gnade und Wahrheit“ zu bringen.

Wie das alles gemeint ist, verstehen wir leichter, wenn wir daran denken, was in uns passiert, in unserem Geist. Wir wissen. Aus diesem Wissen formen, „zeugen“ wir Gedanken. Gedanken sind innere Worte. Diese inneren Worte sind geistig wie das Wissen, aus dem sie hervorgehen. Wenn der Sohn Gottes „das Wort“ genannt wird, verstehen wir daran, dass der Sohn aus dem Vater hervorgeht auf geistige Weise, ähnlich wie ein Gedanke in unserem Verstand.

Solange das innere Wort, der Gedanke in unserem Geist ist, weiß kein anderer davon. Wenn wir uns mitteilen wollen, müssen wir dem geistigen Wort, der Idee einen „Körper“ geben: den Klang der Silben. Das Wort, das der andere hört, ist das Zeichen des Wortes in unserem Inneren. Wir sprechen, um verstanden zu werden. Letztlich um aus Liebe erkannt zu werden.

Das innere Wort dringt mit dem Klang nach außen – und bleibt dabei dennoch in uns. Gott-Sohn tritt an Weihnachten nach außen – und bleibt dabei dennoch im Herzen des Vaters. Jesus Christus ist das innere Wort Gott-Vaters. An Weihnachten geht er aus dem Inneren Gottes hervor. So wie ein Wort aus unserem Verstand hervorgeht, klangvoll auf unsere Lippen tritt – und von anderen zu hören ist. Wie das Wort, an dem uns andere erkennen können. Jesus ist das Wort, an dem Gott verstanden werden kann.

Auch Gott will erkannt, verstanden werden. Und sein Wort will „aufgenommen werden“. Und wenn einer sein Wort aufnimmt – wenn ein Mann oder eine Frau oder ein Kind Jesus aufnimmt!  – dann wird dieses Wort wirksam: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“ Also aus Gott geboren zu werden. Teilzunehmen am Leben Gottes.

Das ist das Ziel: teilzunehmen am Leben Gottes. Der Weg dorthin hat Gott uns Menschen eröffnet. Das ist die Geschichte der Welt.

Gott war immer da; er war immer da in dieser Welt. Aber nur sehr wenige ahnten das. Aber Gott will von allen erkannt werden. Darum nahm er Fleisch an. Gott wurde ein Mensch, damit alle Menschen ihn erkennen können und teilnehmen können am Leben Gottes. M. a. W. damit wir „im Glanz der Tugend“ erstrahlen. Dafür tut Gott alles.

Nur eines tut Gott nicht: Er zwingt nicht. Worte und Wohltaten, mehr tut Gott nicht. Gott will keinen erzwungenen Dienst. Daher nehmen ihn die einen auf, die anderen nicht.

Teilzunehmen am Leben Gottes, das wird schnell sehr konkret.

Der Sohn, das Wort geht aus dem Vater hervor… Was geht aus uns hervor? Was geht aus unserem Geist hervor? Der „Glanz der Tugenden“? Oder, noch tiefer, können wir, ähnlich wie Maria, Jesus gebären, in unseren Worten und Taten? Damit die anderen ihn erkennen und verstehen?

Der Sohn ist das Wort, an dem der Mensch Gott den Vater erkennen kann…  Ist unser Wort so, dass der andere uns daran erkennen kann? Uns – oder sogar Christus? Ist unser Wort wahr? Lauter?

Der Sohn kam in die Welt, um dem Menschen „Gnade und Wahrheit“ zu bringen… Was bringen wir dem anderen? Gnade und Wahrheit?

Papst Franziskus schreibt: „Wenn uns etwas in Sorge versetzen soll, dann ist es die Tatsache, dass so viele unserer Schwestern und Brüder ohne die Kraft, das Licht und den Trost der Freundschaft mit Jesu leben, ohne eine Glaubensgemeinschaft, die sie aufnimmt, ohne einen Horizont von Sinn und Leben“ (Evangelii Gaudium). Was aus uns hervorgeht – Blödsinn, Gemeinheit, oberflächliches Geplapper, Lüge oder „Gnade und Wahrheit“, Christus selbst – das ist entscheidend für das Leben vieler Menschen. „Denn das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Die Menschen brauchen dieses Licht, damit sie teilhaben können am Leben Gottes.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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