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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

24. Sonntag im Jahreskreis (B), 13. September 2015

05/10/2015 


 

 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Meine Frau versteht mich nicht.“ – „Mein Mann hat keine Ahnung, was ich mir wirklich wünsche.“ – „Mein Sohn spricht nicht mit mir. Ich weiß nicht, wie es ihm geht.“

Wenn ein anderer dich versteht, wenn andere einen wirklich erkennen, dann ist das ein großes Glück im Leben. Verkannt zu werden, missverstanden zu werden, nicht zur Kenntnis genommen zu werden, das macht Menschen tief unglücklich.

„Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Leute?“ – Diese erste Frage Jesu leitet die zweite, entscheidende Frage ein: „Und ihr, für wen haltet ihr mich?“ Jesus ist ein öffentlicher Mensch. Viele, viele Leute bemerken ihn. Aber richtig? Erkennen sie ihn?

Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs. Das kleine Wort „unterwegs“ steht nicht umsonst im Evangelium. Und dass er seine Fragen an die Jünger genau jetzt stellt, ist keine Laune. Sie sind unterwegs nach Jerusalem. D. h. zum Kreuz, zum Sterben. Zum Auferstehen. Zum Anfang der Kirche. Dort in Jerusalem hat die Pfarre Mailberg begonnen und der Malteser-Ritter-Orden. Bis zu diesem Moment war alles Vorbereitung. Die stille Zeit in Nazareth,die  Predigt Jesu, die Wunder… Jetzt fallen die großen Entscheidungen. Das, wovon wir hier heute noch leben, steht für diese Männer jetzt bevor.

Die Frage, die Jesus da stellt, ist beantwortet. Petrus gab die Antwort, stellvertretend für die anderen Apostel und für die ganze kommende Kirche. Die Antwort steht fest, ein für alle mal: „Du bist der Messias.“

Trotzdem wird jeder Christ gefragt: „Und du, für wen hältst du mich? Wirst auch du die Antwort des Petrus geben?“ – „Und ihr, für wen haltet ihr mich?“ Jeder hier muss überlegen, welche Antwort er geben will – und ob diese Antwort die der Kirche ist. Hier, an Christus, entscheidet es sich, ob einer zur Kirche gehört oder nicht.

„Unterwegs“, das steht für einen Weg. Der ein Ziel hat. Das steht für Zeit, die es braucht. Für eine Entwicklung. Alles wichtig für den Einzelnen und für eine Pfarre oder Gemeinschaft. Es gibt in der Kirche Dinge, die fest stehen – das Zentrum nämlich, Christus, – und es gibt Dinge, die sich entwickeln: wir, die Pfarre, der Orden. Auf die Mitte zu. In diesem Evangelium geht es darum, dass die Erkenntnis Jesu sich entwickelt; dass sie wird.

Da ist das, was die Leute meinen („Für wen halten mich die Leute?“). Was die Leute von Jesus halten, muss nicht falsch sein. Aber es wird unzulänglich sein. Und da ist eine tiefere Erkenntnis Jesu. Die des echten Jüngers. Diese Erkenntnis Jesu kann nur bei denen kommen, die wirklich mit ihm unterwegs sind. Die Leute meinen, Jesus sei ein „Prophet“. Einer jener Menschen, die einen besonderen Draht zu Gott haben. Einen besonderen Auftrag, der die anderen angeht. Prophet ist man ja nie für sich, sondern für die anderen. Wenn die Juden an die Propheten denken, schwingt die Erwartung einer Wende mit; Hoffnung, aber auch Angst. Die Leute nehmen das Alte her, Vergangenes, Erfahrungen, Allgemeinplätze, Kultur, Vorurteile, um Jesus zu verstehen. Das funktioniert nicht.

Die Leute damals sind ähnlich wie die heute, die Jesus als eine der großen Gestalten der Geschichte ansehen; die ahnen, dass Jesus eine besonders tiefe Gotteserfahrung gehabt haben muss; die seine Lehren bewundern. Nur: Gotteserfahrungen machen auch andere; richtige Lehren haben auch andere. Solche Leute stellen also Jesus neben andere.

Mit dem, was Petrus da sagt – „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes!“ –, steht Jesus allein. Absolut. Der Einzige. Der ganz Neue.

Die Jünger erkennen, je länger sie mit Jesus beisammen sind, dass er mehr ist als ein Prophet; dass dieser Mann in keine Kategorie passt. In großen Augenblicken spüren die Jünger erschüttert: Das ist Gott selbst.

Die Antwort der Apostel ist keine fertige Antwort, auf der wir uns ausruhen könnten. Was es wirklich bedeutet, dass Jesus der Sohn Gottes ist, – wie also Gott ist, wenn dieser Mann sein Sohn ist –, das können wir nur nach und nach verstehen. Die Pfarre und der Orden bleiben unterwegs und begegnen Jesus: im Gebet, in der Eucharistie, in den Evangelien, in der Lehre seiner Kirche, in den Armen… Die Kirche pilgert. Wir verstehen immer tiefer

 

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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