Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Um Ihnen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte und für Sie relevante Informationen bereitstellen zu können, werden auf dieser Website mithilfe von Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzungsverhalten gesammelt und gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Website-Server auf Ihrem Computer oder sonstigen Geräten zur Internetnutzung abgelegt werden. Ihr Webbrowser sendet diese Cookies bei jedem Besuch an die Website zurück. Dies ermöglicht es uns, Sie bei einem erneuten Besuch der Seite zu identifizieren und Informationen bzgl. Ihrer Präferenzen, zu speichern. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Funktionsweise finden Sie unter: https://www.aboutcookies.org/ Bei jedem Besuch unserer Website werden mithilfe der Cookies und anderen Technologien Informationen gespeichert. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer hier beschriebenen Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen

Close
Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

Christtag 2014

07/01/2015 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Und das Wort ist Fleisch geworden.“ Das ist der Kernsatz des Christtags. Gott wird ein Mensch. Das ist der Sinn von Weihnachten.

Das klingt fremd oder abgenutzt. Trotzdem: Nicht gleich aussteigen, wenn Sie das hören! Gehen Sie noch einen Schritt mit und überlegen Sie: Was bedeutet das – dass Gott Mensch wird? Annäherung Gottes an den Menschen. Und zwar äußerste Annäherung. Gott streicht nicht in der Nähe herum: Er wird einer von uns. Und was bedeutet das wiederum? Dass er uns liebt. Solche Nähe suche ich doch nur dann, wenn ich einen liebe. Dann gleiche ich mich ihm an (und bleibe dennoch ich selbst).

Lieben heißt, dem anderen sagen: Gut, dass es dich gibt. Dann erst: Ich will dich! Erst die Liebe, dann das Begehren, so ist es richtig. Wenn ich einen liebe, dann will ich zuallererst, dass es ihn gibt und dass er lebt; dann erst denke ich an mich.

Aber was leistet die Liebe eigentlich? Was bringt es mir, dass ein anderer mir sagt: Gut, dass es dich gibt? Es genügt nicht zu existieren; wir brauchen auch die Bestätigung des anderen. Jeder mit ein wenig Lebenserfahrung weiß: Der Mensch blüht auf, wenn er geliebt wird; es beginnt ein neues Leben für ihn. Wir wissen auch: Für ein Kind (sogar das ungeborene) ist das Geliebtwerden durch die Mutter die Vorbereitung für ein glückliches Leben; viel wichtiger als alle Geschenke. Wir wissen schließlich auch, dass nur der Mensch lieben kann, der selbst geliebt wurde. Es ist eben nicht genug, sich satt essen zu können und ein Dach über dem Kopf zu haben: Wir brauchen auch noch Liebe.

Gott hat die Welt nicht nur erschaffen. Er hat die Welt und uns Menschen auch gut geheißen. Das war am Anfang klar (Genesis); das wird an Weihnachten endgültig klar. Dass Gott uns liebt, das steht fest in dem Moment, wo er selbst Mensch wird.

Von Weihnachten an könnte unser Lebensgefühl ganz anders sein. Zu wissen: Die Welt und ich, wir sind gewollt; einer sagt ja zu mir – dieser! –, das verändert doch den Blick auf das Leben. So bekommen wir Boden unter die Füße. So können wir einfach leben: im Vertrauen auf diese Liebe.

Die Liebe bestätigt den anderen. Aber noch mehr: Sie erhebt ihn. Mit Weihnachten sagt uns Gott: Ich mache mich klein, um Dich erheben zu können. Der ganze Sinn von Weihnachten ist es, den Menschen zu erheben (Gabenbereitung). Gott wird Mensch, damit der Mensch Gott werden kann. Kind Gottes. Was ein Werk! Was ein Angebot! Und wie kleinlich-schäbig ist oft meine Antwort darauf.

Viele interessiert diese Liebe gar nicht. Es gibt einen Widerwillen gegen das Beschenktwerden. „Ich will nichts geschenkt!“ – letztlich bedeutet das: Ich will nicht geliebt werden, schon gar nicht ungefragt. Besonders Menschen, die sich selbst für großartig halten, werden nervös, wenn sie geliebt werden. Wir verstehen nicht, wie uns einer lieben kann einfach so; nur weil wir da sind. Wir lieben andere, weil sie schön sind, lustig, klug, erfolgreich, was immer… Gott liebt ohne jede Vorleistung – und das kränkt uns beinahe. Vielleicht, weil es uns zeigt, dass hier das Spiel von Leistung und Gegenleistung nicht funktioniert.

„Es ist herrlich, dass du existierst.“ Genau das sagt uns Christus. Dabei balzt er nicht um uns; er ist nur ehrlich. Das heißt nicht, dass er alles gutheißt, was wir sind und tun. Er hat keine Illusionen über uns. Aber er sieht etwas in uns, das den anderen entgeht. Seine Liebe ist echt und fordernd zugleich. Wir müssen uns nicht verkannt fühlen, sondern erkannt. Aber im Guten. Und mit einem Mal möchten wir sein, wie er uns sieht. So gut.

Gut sein, anerkannt werden, vor aller Augen; „im Angesicht der ganzen Schöpfung“ gelobt werden, das ist der geheimster Wunsch jedes Menschen. Das ist die Herrlichkeit, die äußerste Erfüllung des Lebens.

Indem Gott Mensch wird, eröffnet er den Weg, der von der Nähe durch die Liebe zur Herrlichkeit führt. Gott erschafft uns, sucht unsere Nähe, erhebt uns, damit wir „teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat“. Gott sagt uns nicht nur, dass wir herrlich sind; er bewirkt auch, dass wir herrlich werden.

Jetzt geht es darum, unser Leben so zu führen, dass es in diese Herrlichkeit mündet. Dann werden auch andere der Liebe trauen können. Weil wir sie annehmen, gutheißen und erheben. Das ist weihnachtlich leben.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

X