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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Pfingsten 2014

04/07/2014 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Das Traurigste sind die verpassten Chancen. Ich denke oft über die Toten nach, über Ihre und meine; über die Vorzüge, die Schwächen, das, was sie geleistet und was sie ausgehalten haben. Immer wieder kommt da ein Gedanke: Was hätten diese Menschen nicht alles sein können!

Das Beunruhigendste ist die Zukunft unserer Pfarre (Erzdiözese). Ich denke oft darüber nach, was wir tun sollen und was wir tun können. Immer wieder spüre ich: Wenn wir Pfingsten hätten, wir hier, dann wäre die Zukunft gut.

Nun ist aber unsere Kirche zu Weihnachten voll, zu Ostern gerade noch besetzt und zu Pfingsten… das sehen Sie selbst – und ahnen, dass es nicht leicht ist, dieses Fest zu feiern. Das Fest des Heiligen Geistes. Nicht ein Baby in der Krippe, nicht der Sieg über den Tod, sondern: Geist. – „Geist“, das klingt nach Verstand, Büchern, Wissen, nach gescheiten, aber unpraktischen Menschen. Nur: Die Jünger waren keine von der Universität; keine Intellektuellen. Und ob die Jünger etwas gespürt haben, als Jesus ihnen sagte: „Empfangt den Heiligen Geist“, ist zweifelhaft. Beim Heiligen Geist muss es also um etwas anderes gehen als um Bücherbildung oder Gefühle. Es ist nicht leicht zu sagen, um was es genau geht, aber eines ist sicher: Es geht um das Unsichtbare und das Innerliche. Beides kommt im Alltag nicht vor. Auf den ersten Blick. Aber was ist das, wenn sich die öffentliche Meinung bewegt? Oder wenn man spürt, wie sich der Geist eines Vereines verändert? Oder wenn zwei Menschen sich begegnen, und es funkt zwischen ihnen? Das alles ist unsichtbar, aber sehr echt, sehr wirksam. Es ist Geist.

Und das Innere? Wieso interessieren sich so viele nicht dafür – und schlagen sich gleichzeitig mit Langeweile oder Traurigkeit herum oder genießen Lust und Siegestaumel? Alles innerlich. Vielleicht nicht sehr tief, sicher nicht so tief wie der Hl. Geist, aber doch echt. Das Innere ist eine Realität. Sie sehen, ein paar Beobachtungen nur, und schon wissen wir: Pfingsten hat einen Platz im Alltagsleben.

„Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach zu ihnen: ‚Empfangt den Heiligen Geist!’“ Christus gibt seinen Jüngern den Heiligen Geist. Offenbar weil er weiß, dass sie ihn brauchen. Jesus spielt nicht. Und da leben wir so, als wollten wir Christus sagen: Ich brauche den Heiligen Geist nicht; ich komme auch so zurecht. Echtes Pfingsten, das wäre, wenn wir alle zusammen Christus bitten könnten: Gib auch uns den Heiligen Geist!

„Der Geist wird euch alles lehren“, sagt Jesus den Jüngern. Mit anderen Worten: Was euch fehlt, das wird euch der Heilige Geist geben. Die verpassten Chancen, die Sorge um den Glauben der Zukunft: Pfingsten ist die Antwort.

Was uns (und den anderen) fehlt an Wissen, Wohlstand, Sicherheit, gutem Aussehen, Gesundheit, Erfolg, das wissen wir. Was an Glaube, Hoffnung und Liebe fehlt, welche Chancen wir da verpassen, wir, unsere Freunde, unsere Kinder, das vergessen wir. „Empfangt der Heiligen Geist“, sagt Christus – und was leer ist in eurem Leben, wird gefüllt, was vertrocknet ist, wird lebendig, was schwer ist, wird leicht.

 

Christus schenkt seinen Jüngern den Geist nicht, damit sie ihn für sich behalten. Der Heilige Geist, den wir empfangen, geht immer auf andere hin. Die Jünger erhalten die Macht der Vergebung und die Kraft der Verkündigung. Vergeben und Verkündigen: Beides gilt dem Nächsten. Und in beidem wird der Heilige Geist weitergegeben; weiter und immer weiter (Firmung und Weihe).

Empfangen des Heiligen Geistes – Vergebung – Verkündigung: Pfingsten ist das Fest des Herzens und das Fest der Gemeinde; die Bewegung vom Innersten des Einzelnen zur Gemeinschaft. Um Pfingsten zu feiern, müssen wir unser Inneres entdecken und achten. Die Kraft, die dort ankommt und wirkt. Wir müssen auftun und empfangen. Den Heiligen Geist kann man nicht machen, nur empfangen. Können Sie das, etwas empfangen?

Den Heiligen Geist empfangen bedeutet: Ausweitung der Möglichkeiten. Wer den Heiligen Geist empfängt, hat die Kraft zu vergeben. Die innere Sicherheit, die es braucht, um anderen zu verkündigen.

Vergeben ist ein Neuanfang. Verkündigt wird etwas Neues. So entsteht aus Pfingsten heraus eine neue Gemeinschaft.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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