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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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4. Sonntag der Osterzeit, 11. Mai 2014 – Joh 10, 10

11/06/2014 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Manchmal, wenn ich Ihnen zuhöre, spüre ich eine Art Lässigkeit. Etwas wie: Das Leben ist nicht einfach, aber es wird schon gut gehen. Gott wird schon helfen, am Ende… Ganz im Hintergrund schwingt auch mit: Wer weiß schon, ob es diesen Gott überhaupt gibt und ob es nach dem Ende hier noch etwas anderes gibt? Mir scheint: Wirkliches Gottvertrauen sieht anders aus.

Jesus zeigt eine andere Art zu glauben. Wer das Evangelium von heute hört, versteht leicht, dass Jesus ganz anders denkt. Bei ihm geht es um alles oder nichts; um Leben und Tod. Da heißt es: „Der Dieb kommt nur, um… zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Ich finde, wir sollten uns einlassen auf die Gedanken Jesu.

Gefahr! Der Dieb, um den es hier geht, bestiehlt nicht ein Kaufhaus und keinen Nachbarn. Er bestiehlt Gott. Es geht um einen Angriff auf Gott. Er stiehlt auch nicht zum eigenen Nutzen. Nicht, weil er etwas dringend bräuchte zum Leben. Dieser Dieb stiehlt, um zu verderben. „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben.“ „Schlachten“ – das Wort, das im Evangelium gebraucht wird, meint das Schlachten der Opfertiere im Gottesdienst. Der Dieb bestiehlt also nicht nur Gott; er macht sich auch noch lustig über den Gottesdienst. Ein doppelter Angriff auf das Heilige. Das Wort „verderben“ meint hier: endgültig verloren gehen. Einer, der von Gott weggenommen wird, geht zugrunde. Allein die Wortwahl macht uns klar: Hier hört der Spaß auf.

Gibt es das, dass einer den anderen verderben will? – Ich weiß nicht, wie man eine Welt sehen kann, in der Mädchen zur Prostitution gezwungen werden, Kinder missbraucht werden, Konkurrenten fertig gemacht werden, Eheleute sich bekriegen bis aufs Blut, ich weiß nicht, wie man unsere Welt sehen kann und nicht sehen, dass Menschen Menschen verderben. Was geschieht (heute!) anderes in der Ukraine, in Syrien, im Sudan? Was sind die Männer der Sekte Boko Haram, die 200 Christenmädchen entführt haben? Menschen, die andere Menschen verderben wollen. Da geht es nicht um Streit, Wettkampf, Ärger und Konflikt. Es geht um den gezielten Angriff auf die Seele. Auf das Innerste des Menschen. Das will der Dieb zerstören.

Vielleicht wird jetzt klar, dass Jesus nicht übertreibt. Er ist der Realist. Die, die meinen „halb so schlimm“, „wird schon gut gehen“, „jeder, wie er mag“, das sind die Träumer.

Gott wegnehmen, was ihm gehört und es verderben; den Menschen verderben: Das darf nicht sein! Jesus steht für das Recht Gottes ein (und das ist es, was ihn schließlich das Leben kostet). „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Kein anderer als Jesus kann uns retten: Das ist die klare Aussage dieses Evangeliums!

„… damit sie das Leben haben“ – aber wir leben doch! Und gar nicht so schlecht. Was hätte Jesus uns also zu geben? Und was soll das sein: „Leben in Fülle“? Ja, das ist eine gute Frage: Wozu brauchen wir Jesus? Es gibt viele, die meinen, Jesus habe ihnen nichts wirklich Wichtiges zu geben. Sonst wären sie ja hier bei uns, die Mütter am Spielplatz, die Männer, die ihre Frauen alleine in die Kirche gehen lassen, die Jugendlichen… Natürlich hat die Kirche keinen guten Ruf; natürlich gibt es uralte Vorurteile. Und die Faulheit. Aber da muss doch auch das Gefühl sein: Jesus gibt mir nichts.

Was können wir tun, um anderen zu zeigen, dass Jesus Leben geben kann? Wir können zeigen: Bei Jesus ist Bewegung, Neuanfang, Umkehr – Gemeinschaft, Geborgenheit – starke Momente – Stimmigkeit – Zukunft. Jesus handelt durch uns. Wir können wir so handeln, dass andere Leben haben. Wir können andere lebendig machen mit Freundlichkeit und Herzensgüte, mit der Wahrheit und der Schönheit, mit echter Solidarität. Und das alles ist nur das normale, natürliche, gute Leben. „Leben in Fülle“, das ist noch so viel mehr.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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